In Bad Sassendorf melden sich die Mittagsgäste zurück

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Jetzt füllen sich die Tische der Cafeteria im Mehrgenerationenhauses wieder – aber mit Abstand.

Bad Sassendorf – „Jetzt bin ich endlich wieder bei meiner Familie“, sagt die ältere Dame und lacht. Sie desinfiziert sich die Hände, dann geht sie zügig zur Cafeteria, winkt und strahlt, weil sie ihre Bekannten wiedersieht, die sie dort bis zum Frühjahr immer getroffen hat. Doch dann blieben wegen Corona die Pforten lange geschlossen.

Von jetzt auf gleich war Schluss. Schön, dass es nun wieder losgeht, meinen die Besucher des Mehrgenerationenhauses, die mittags nicht nur wegen der schmackhaften Hausmannskost vorbeischauen, sondern auch wegen der guten Unterhaltung. Immer gibt es etwas zu erzählen. Sie genießen das Zusammensein – auch mit Abstand. 

Ein Ehepaar rollt mit dem Fahrrad zum Kirchplatz, schaut erst auf den Speiseplan im Schaukasten und freut sich dann auf Hähnchenschenkel mit Geflügeljus, dazu buntes Gemüse und Butterreis. Auch für den nächsten Tag verspricht die Küche etwas Leckeres: Bratwurst mit Rahmgemüse und Salzkartoffeln. Als kleine Erfrischung an heißen Tagen lockt zusätzlich eine Portion Vanilleeis. Auch eine gute Tasse Kaffee ist immer zu haben.

 Marina Pauli und ihr – wie sie sagt – klasse Team von Ehrenamtlichen begrüßen die Gäste freundlich. Mit dem Mittagsgeläut füllen sich die Tische, viele Stammbesucher nehmen Platz, weil es in Gesellschaft einfach besser schmeckt. Sie haben das gemeinsame Essen sehr vermisst, ebenso die Gespräche über dies und das. Mehr als 20 Gäste beim Neustart „Es ist toll, ein Lächeln in den Gesichtern der Gäste zu sehen“, meint Marina Pauli. Gleich zum Neustart nach den Hausferien kamen mehr als 20 Leute, ein Großteil von ihnen Senioren, um die sich Marina Pauli auch während der monatelangen Pause gekümmert hat, denn es ist ihr wichtig, Kontakt zu halten. Am Telefon erkundigte sich die langjährige Mitarbeiterin häufig nach dem Wohlergehen, und es gab oft so viel zu erzählen, dass die Leitung bis zu einer Stunde belegt war. Dann hieß es: „Tschüss, bis zum nächsten Mal.“

Beke Schulenburg (Vorsitzende des Fachausschusses), Claudia Edler (Koordinatorin der Aufgaben des Mehrgenerationenhauses), Pfarrerin Stefanie Pensing und Mitarbeiterin Marina Pauli (von links) freuen sich über den Neustart.

 

„Wir wollen die Begegnungen sicher gestalten und verlässlich für die Menschen da sein“, betont Stefanie Pensing, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde. Sie berichtet von der engen Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss für das Mehrgenerationenhaus beim Erstellen von Grund- und Spezial-Schutzkonzepten als Voraussetzung, nun allmählich wieder in den Betrieb einzusteigen, sodass auch die Gruppen zurückkehren können.

 So widmet sich zum Beispiel der Fortgeschrittenenkursus im ersten Obergeschoss dem autobiografischen Schreiben, und die Helfer des Repair-Cafés geben Ende August wieder wertvolle Tipps, um kaputte Haushaltsgeräte auf Vordermann zu bringen. Die Frauenhilfe hört nächste Woche einen Vortrag von Oda Wiesner. Alle müssen sich an strenge Hygiene-Standards halten. 

„Das Mehrgenerationenhaus ist ein wichtiger Ort der Kommunikation“, hebt die evangelische Seelsorgerin hervor. Nicht nur Rentner nutzen das offene Angebot, auch Reha-Gäste schließen sich an. Der älteste treue Besucher ist über 90 Jahre alt, auch junge Familien sind gern gesehen. „Als bekannt wurde, dass wir schließen müssen, flossen  sogar Tränen“, erinnert sich Marina Pauli an den Lockdown. Doch das ist überstanden, nun herrscht im Haus wieder die übliche aufgelockerte und freundschaftliche Stimmung, wenn auch unter ungewohnten äußeren Bedingungen, Schutzmasken sind beim Betreten und Durchqueren der Räume unabdingbar. „Um uns den Start etwas zu erleichtern, bitten wir in den ersten Tagen um Anmeldung“, schildert Claudia Edler, die Koordination für die Aufgaben des Mehrgenerationenhauses. 

Marina Pauli sieht es gern, wenn sich die Töpfe ruck, zuck leeren. Sie weiß auch Rat, wenn tatsächlich einmal mehr Gäste kommen als erwartet: Dann geht sie an den Kühlschrank und schlägt Eier in die Pfanne. Oder sie brät ein paar Kartoffeln. Niemand soll weggeschickt werden und hungrig nach Hause gehen.

Ehrenamtliche gesucht 

Wer Interesse am ehrenamtlichen Dienst in der Cafeteria hat, melde sich unter Telefon

02921/3 441 665. 

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