Kaiserschießen und geselliger Festtag mit vielen Gästen

Lohner Schützen feiern Jubiläum: Verein ist 200 Jahre alt

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Aus den 1920er Jahren stammt dieses Foto von der Parade in Lohne.

Lohne - Der Schützenverein Lohne feiert in den nächsten Tagen das 200-jährige Bestehen. So alt ist das Schützenwesen gemäß der verbürgten Überlieferung, tatsächlich dürfte es in Lohne aber schon viel länger eine "Schütterey" geben. Gefeiert wird das Jubiläum mit einem Kaiserschießen und einem geselligen Festtag mit vielen Gästen.

Sie schreiten zu zweien, dann zu vieren, schließlich zu achten, dann in langer Reihe durch die Gasse – und dann gibt’s Kloppe: Wer beim letzten Durchgang der Polonaise was auf den Hintern bekommt, gehört dazu. 

Am Pfingstsamstag gibt es diese urige Choreographie wieder vor dem Ehrenmal: Gesellige Traditionspflege beim Schützenfest ist und bleibt die ideale Möglichkeit, ins Dorf hineinzufinden. 

Unterm Filzhut rücken die Generationen zusammen und feiern Zusammenhalt, Freiheit und Brüderlichkeit – gerne auch über die Dorfgrenzen hinaus. Organisiert wird alles von einem Verein mit Satzung und Protokollen, Vorstand, Sitzungen und Wahlen. 

Seit 200 Jahren ist das jetzt so in Lohne, und wie andernorts auch gibt es die „Schütterey“ an sich schon viel länger. Das beweist für Lohne eine Quittung an die Soester: 1464 haben sie denen den Empfang einer Tonne Bier bescheinigt, und vermutlich war das nicht die erste. 

In den 1950ern fuhr das Königspaar zünftig in der geschmückten Kutsche.

Durst haben sie noch heute, aber die Soester rücken nichts mehr raus. Die in Bad Sassendorf rollen auch kein Bier zum Fest, aber dafür macht der Bürgermeister fleißig Werbung für die Lohner. Es gab ordentlich Zulauf aus einem Neubaugebiet, zeigen die Mitgliederlisten. Die Dreihunderter-Marke ist geknackt! 

200 Jahre Schützenverein Lohne, das feiern alle vom Tag vor Himmelfahrt bis mindestens zum Pfingstsonntag: Am 29. Mai gibt es ein Kaiserschießen ohne großen Pomp: Schützenhut auf – das reicht. 27 Könige sind schießberechtigt – Dieter Wiemer, König von 1950 wäre der älteste von ihnen. 

Am Tag darauf ist „Himmelfahrt“ und traditionell der Tag fürs Vogelschießen. Am folgenden Samstag, das ist der 1. Juni, gibt es das Jubiläumsfest, „einen Tag nur für den Verein“, wie Kommandeur Bertil Brinkmann, sein Stellvertreter Joachim Potthoff und Geschäftsführer Daniel Kreis es formulieren. 

Soll heißen: Uniform, Orden, Schärpen und Fahnen ja – aber die Königinnen der Gastvereine sollen sich bloß kein teures Extra-Kleid kaufen oder leihen; es wird auch keine Parade geben, stattdessen einen Festakt mit Festrede, Rückblick und Ausblick, einen Großen Zapfenstreich, anschließend Platzkonzert und Tanz. 

Geselliges Jubiläumsfest

Das eigentliche Schützenfest gibt es dann wieder am Pfingstsamstag und Pfingstsonntag im gewohnten Ablauf. Das offizielle Programm endet am Pfingst-Sonntag, der Spaß an der Freude dürfte aber noch eine ganze Weile vorhalten. 

Das dürfte auch für die neuen Majestäten gelten, die dann feststehen. An der Königswürde in Lohne hatten eine ganze Reihe von Schützen immer wieder Spaß – und schossen den Vogel gleich mehrfach ab. 

Zwei Mal König wurden bislang Georg Vaupel 1929 und 1961. Willi Dreckmann 1970 und 1988. Udo Mohr 1993 und 2006. Daniel Kreis 2004 und 2016. Drei Mal König war bisher Franz Josef Sommer in den Jahren 1951, 1981 und 1998. 

Drei Mal in Folge schoss Joachim Potthoff den Vogel ab. Deshalb wurde er 2008 König, 2009 Kaiser, 2010 Imperator. Möglicherweise ist diese Karriere zumindest in Deutschland einmalig.

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