Die Last mit dem Räumen

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Der Schnee türmt sich wie hier im Spindelpfad zu hohen Bergen. Manche neuralgischen Punkte wurden aber schlecht geräumt, klagen einige Einwohner. ▪

BAD SASSENDORF ▪ Die schlimmsten Problemstellen sind inzwischen zwar geräumt, aber so richtig zufrieden sind viele angesichts der schneereichen Tage am Wochenanfang mit dem Räumen durch die Gemeinde offenkundig nicht. Das belegen sowohl die Debatte in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses als auch die Berichte einiger Leser.

Im Hauptausschuss gab Edwin Morch (SPD) am Mittwoch die Kritik von Einwohnern wieder, die sich über ein unzureichendes Schneeräumen beklagt hätten. In andern Orten wie etwa Bad Westernkotten sehe die Lage deutlich besser aus.

Ob andernorts wirklich alles besser sei, wollte Bürgermeister Antonius Bahlmann in seiner Antwort dahin gestellt sein lassen. Zudem verwies er darauf, dass in Bad Sassendorf und Soest, selbst im Vergleich zum Haarstrang, besonders viel Schnee gefallen sei. Von Sonntag bis Dienstag habe es jede Nacht geschneit. Im übrigen hätten die Mitarbeiter des Bauhofs jeweils morgens um 5 Uhr mit dem Winterdienst begonnen. Je nach Bedeutung seien dabei zunächst die wesentlichen Stellen abgearbeitet worden. So sei die Fußgängerzone mehr oder weniger frei. Nach und nach seien dann weitere Straßen geräumt worden. In der Tat wurden beispielsweise die Anwohnerstraßen im „Musikerviertel“ am Spindelpfad am Donnerstag durch den Bauhof frei geschoben.

Andererseits beharrte Bahlmann auch auf der Satzung der Gemeinde, wonach Anliegerstraßen ohne Gehweg von den Anwohnern auf einer Breite von 1,50 Metern geräumt werden müssten.

Morch hielt dagegen an der Kritik fest: In vielen Straßen gebe es noch nicht einmal eine festgefahrene Schneedecke, entsprechend beschwerlich werde es für Fußgänger und Verkehr. Das gleiche Problem, ergänzte Reinhard Klöne (FDP), gebe es auf den Dörfern. So sei die Gemeindestraße zum Kindergarten in Neuengeseke zunächst nicht geräumt gewesen. Die Schlussfolgerung Edwin Morchs lautete daher: „Es besteht Handlungsbedarf, wir müssen das Problem angehen.“

Diese Einschätzung wird von den Berichten mancher Leser untermauert. So war die Straße Rottenbeck in Weslarn nach dem Wintereinbruch nicht mehr passierbar, berichteten Anwohner. Besonders rund um den zentralen Kreisverkehr drohten Autos stecken zu bleiben, so dass Anwohner zur Selbsthilfe greifen mussten, indem sie den Kreisel frei räumten.

Dass die Regelungen der Satzung auch sonst für manchen Straßenabschnitt offenkundig nicht sinnvoll erscheinen, belegt die Schilderung einer Anwohnerin aus der Buchenstraße. Die weist ab der Soester Straße auf drei Vierteln Länge einen Gehweg auf, auf dem letzten Stück Richtung Bahnhof aber nicht. Und was machte der Fahrer des Räumfahrzeugs: Genau in diesem Abschnitt habe er den Räumschild hochgenommen, obwohl er bis zum Bahnhof hoch gefahren war, um dort zu wenden, berichtete die Leserin. Ergänzt werden kann, dass diese „rückwärtige“ Zufahrt zum Bahnhof durchaus von größerer Bedeutung ist. Eine punktgenau Auslegung der Satzung, zeigt das Beispiel, führt manchesmal offenkundig direkt nach Absurdistan... ▪ tbg

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