Landesgartenschau 2017: Rat ist einstimmig dafür

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Einstimmig votierte der Gemeinderat Mittwochabend für die Bewerbung für die Landesgartenschau.

BAD SASSENDORF ▪ Am Montag muss die Bewerbung für die Durchführung der Landesgartenschau 2017 abgegeben werden – und vom Bad Sassendorfer Gemeinderat wird das dicke Paket einhellig mitgetragen. Ohne Gegenstimme oder Enthaltung votierte das Gemeindeparlament gestern Abend für die gemeinsame Bewerbung mit Soest und Möhnesee.

Gerade auch die Chancen, die für den Kurort mit der Durchführung einer Landesgartenschau verbunden wären, waren ein wichtiges Argument. Zum einen geht es um attraktive touristische Angebote, wie Bürgermeister Antonius Bahlmann erklärte: „Was macht ein Gast in Bad Sassendorf, wenn es regnet“, lautete seine rhetorische Frage. „Wir brauchen attraktive Angebote unter Dach.“ Der Hof Haulle mit den geplanten „Salzwelten am Hellweg“ wäre ein Baustein. Denkbar wäre aber auch, so der Bürgermeister, im Zuge der Landesgartenschau am Haullenhof eine Ausstellungshalle zu entwickeln, wie dies in Hemer oder Rietberg geschehen ist. Schwerpunkte der Gartenschau im Kurort sind außerdem der Rhododendronpark und die Verbindung nach Soest am Birkenweg, wo die Kulturlandschaft der Börde und „Landwirtschaft zum Anfassen“ Themen sein könnten.

Bürgermeister: „Letztlich

profitieren alle Bürger“

Wichtig sei es, bekräftigte Bahlmann auf Nachfrage von Hans-Joachim Schulze-Wietis (CDU), die Bevölkerung mitzunehmen. Es gelte zu vermitteln, dass alle Einwohner, auch die in den Dörfern, von einem prosperierenden Tourismus und einer hohen Anziehungskraft der Gemeinde profitieren. Zum einen gehe es um Arbeitsplätze auch für die Einwohner in den Dörfern, zum anderen um den Werterhalt zum Beispiel von Grundstücken oder Wohnungen. Wegen des Altersdurchschnitts und der damit bedingten Sterberate benötige die Gemeinde 120 Zuwanderer pro Jahr, sonst stünden bald viele Wohnungen leer, so Bahlmann. Auch die Infrastruktur in den Dörfern könne nur gepflegt werden, wenn die Gemeinde sich dies auf guter wirtschaftlicher Basis leisten kann.

Finanziell ist die Landesgartenschau für die Gemeinde durchaus zu schultern, wie Bahlmann vorrechnete. Für die Investionen sind 41 Millionen Euro erforderlich, abzüglich der Vorsteuern bliebe eine Summe von rund 35 Millionen. 70 Prozent davon würden durch Landeszuschüsse abgedeckt, den Rest teilen sich Soest, Möhnesee und Bad Sassendorf nach dem Schlüssel 2  : 1 : 1. Macht für Bad Sassendorf 3,5 bis vier Millionen Euro, verteilt auf die Jahre 2013 bis 2016.

Die Durchführung der Gartenschau selbst mit einem Etat von etwa acht Millionen Euro würde bei 800 000 Besuchern und den dadurch generierten Einnahmen ausgeglichen abschließen. Schon jetzt käme man auf zwei bis 2,5 Millionen Besucher, erläuterte Bahlmann.

Tief überzeugt von der Sache zeigte sich auch Edwin Morch (SPD): „Hinter dem Konzept steckt viel Fleißarbeit.“ Jetzt zeige sich, wie gut es gewesen sei, schon seit 2007 daran zu feilen.

Bleibt noch, die Bewertungskommission zu überzeugen, deren entscheidender Besuch steht im Mai ins Haus. ▪ tbg

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