Kurseelsorger Christian Casdorff vor dem Abschied

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Christian Casdorff steht nach zwölf Jahren als Kurseelsorger vor einer neuen Aufgabe in Soest.

Bad Sassendorf -  Nach zwölf Jahren als Kurseelsorger in Bad Sassendorf bereitet sich Pastor Christian Casdorff mit seiner Frau Bettina langsam auf den Umzug nach Soest vor.

„Mal sehen, wie sich das zusammenruckelt.“ Mit diesen Worten und einer gehörigen Portion an gespannter Erwartung blickte Christian Casdorf im März 2004 seiner Tätigkeit als Kurseelsorger in Bad Sassendorf entgegen. Und wie es sich zusammengeruckelt hat: Der „Anschlussheilbehandlungspastor“ mit seinem großen Faible für Musik, Literatur und Kunst erwies sich für den Kurort geradezu als Glücksfall. Doch nun muss sich die Sache wieder auseinander ruckeln. Casdorff wechselt wie berichtet zum 1. April als Pfarrer der Petri-Pauli-Gemeinde nach Soest.

Damit naht in Bad Sassendorf die Zeit des Abschiednehmens. Die letzte Kirchplatzsoiree ist bereits Geschichte, nur noch einmal steht ein Gottesdienst in der Kinderfachklinik an, am 14. Februar ist der Gottesdienst mit der offiziellen Verabschiedung und Ende Februar endet der Dienst in Bad Sassendorf. Doch der Anfang in Soest ist ebenfalls bereits gemacht, am Dienstag lernte Casdorff die neue Konfirmandengruppe kennen, die er in der Petri-Pauli-Gemeinde demnächst leiten wird.

Diese Aufgaben eines hauptamtlichen Pfarrers in der Gemeindearbeit waren ein starker Anreiz für den 51-Jährigen, die Anfrage aus Soest anzunehmen. Zumal Ehefrau Bettina den Schritt voll und ganz mitträgt – und ein Stückchen schon vorangegangen ist: Als Leiterin der Jugendchöre ist sie ohnehin bereits mit der Soester Gemeinde verbandelt.

Auf den Monat genau nach zwölf Jahren geht die Zeit im Kurort somit zu Ende. Dass er sich als Kurseelsorger in den Zeiten der Anschlussheilbehandlung anpassen muss, hatte Casdorff schon bald raus. „Die Leute haben richtig Reha“, erklärt er, wichtig sei für die Patienten die Möglichkeit, ihn als Seelsorger zu einem Gespräch einladen zu können – verbunden mit der Gewissheit, dass da einer kommt, der Zeit zum Zuhören mitbringt. Seine vielen kulturellen Veranstaltungen waren für Casdorff quasi eine andere, ganz natürliche Art der Mitteilung: „Musik und Kultur sind auch Seelsorge, Bilder und Musik sind einfach eine andere Sprache, als die der Worte.“ Kunst, Musik, Predigt, vielleicht eingestreut noch eine Geschichte, das alles gehört für Casdorff zu einem Gottesdienst dazu. Dass mancher Besucher über die Kirchplatz-Soiree später in den Gottesdienst fand, war sicher eine willkommene Nebenwirkung. Die Kulturveranstaltungen habe er aber nie aus Berechnung gemacht. Deshalb werde er diese Veranstaltungen auch nicht einfach nach Soest übertragen.

Die Fans der Kirchplatz-Soireen und Kirchplatz-Galerien müssen auf diese Veranstaltungen künftig verzichten, so wie die Patienten der Kliniken auf das Volksliedersingen in der Klinik Lindenplatz. Aber zwei, drei Mal im Jahr mit einer Veranstaltung in den Kurort zu kommen, das können sich Christian und Bettina Casdorff ohne weiteres vorstellen. Abreißen wird der Kontakt zu Sassendorf ohnehin nicht: Als Mitgründer und Vorsitzender des Fördervereins für die Kinderfachklinik will Casdorf sich auch weiterhin für diese ganz besonderen Gäste des Kurorts einsetzen.

Neben der Wehmut des Abschieds steht natürlich die Vorfreude aufs Neue, auf die Aufgabe, künftig in Petri-Pauli mit dem Südbezirk mitsamt den zugehörigen Dörfern als Pfarrer zuständig zu sein; mit all den Aufgaben, die dazu gehören und die auch manche Veränderung bringen. Verwaltung und Einsatz im Presbyterium sind Bereiche, wo er mit seinen 51 Jahren erst Lehrling sei, sagt Casdorff. Fürs Leben im Pfarrhaus im Landsknechtweg in Soest gibt es dagegen auch klare Vorstellungen: „Die Menschen müssen klingeln können, müssen wissen: Hier ist der Pastor, hier ist der Platz für ein Gespräch.“ Und dass es direkt nebenan einen Kindergarten gibt mit all seinem turbulenten Leben: Darauf freut sich das Ehepaar ebenfalls. Ansonsten gilt – wie vor zwölf Jahren: „Erst mal gucken, was es gibt, gucken, wo ich dienlich sein kann.“ - tbg

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