Kurpark und Sole-Therme: Gemeinderat bewilligt Nachschlag

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Angefangen haben inzwischen die Arbeiten zur Errichtung der neuen Bauwerke im Außenbereich der Sauna.

Bad Sassendorf - Kurpark und Sole-Therme werden derzeit intensiv umgekrempelt, die Arbeiten erweisen sich ausweislich der ausführenden Planer an mancher Stelle jedoch schwieriger als erwartet. Das heißt insbesondere, dass der Finanzbedarf steigt, gleichwohl hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch fast einhellig zusätzliche Mittel freigegeben.

Dies betrifft zum einen eine Summe von 850 000 Euro, die für die Sanierung des Thermalbades zusätzlich zur Verfügung gestellt werden soll. Erhebliche zusätzliche Mittel in Höhe von 1,37 Millionen Euro werden zudem für das Gesamtpaket Kurpark erforderlich. Alles in allem geht es um 2,2 bis 2,3 Millionen Euro. 

Angesichts des Gesamtvolumens für Therme und Kurpark in Höhe von rund 20 Millionen Euro sei dies eine Kostensteigerung von gut zehn Prozent, räumte Bürgermeister Malte Dahlhoff ein. 

Dafür machte er zum einen die boomende Baukonjunktur verantwortlich, dies führe zu erheblichen Mehrbelastungen. Daneben seien die Planer und Baufirmen von einigen unerwarteten Schwierigkeiten überrascht worden. 

Das betrifft zum Beispiel den Baugrund für das neue Gradierwerk, wie Architekt Peter Grund im Gemeinderat erläuterte. So habe sich gezeigt, dass der Baugrund in dem Bereich, wo das Gradierwerk Richtung Therme verlängert werden soll, bis in eine Tiefe von zwei bis drei Metern nicht standfest ist. Weil daher ohnehin bis in große Tiefe ausgeschachtet und ein tragfähiges Bauwerk errichtet werden muss, soll der Solebunker an diese Stelle verlegt werden. 

Kostensteigernd sei zudem, dass der Boden unter dem Gradierwerk durch Salz als belastet gilt und entsprechend teurer entsorgt werden muss. Weiterhin dränge der Statiker auf eine stabilere Fachwerkausführung, weil das mehrgeschossige, begehbare Gradierwerk von entsprechend vielen Menschen besucht werden dürfte. Teurer als anfangs geschätzt werden Grund zufolge auch die Bedornung des Gradierwerks und der Bau des für die Barrierefreiheit wichtigen Aufzugs. 

Die Debatte im Gemeinderat drehte sich unter anderem um die Frage, warum eine Bodenuntersuchung nicht im Vorfeld durchgeführt wurde. Bürgermeister Dahlhoff begründete dies mit den Vorgaben für die Vergabe von Fördermitteln. Demnach dürfe die Planung nur bis zu einem bestimmten Punkt durchgeführt werden, würden weitergehende konkretisierende Planungen schon vor dem Förderbescheid erfolgen, wirke sich dies als förderschädlich aus. Schlimmstenfalls könne das Land sogar Fördermittel zurückfordern.

Auch bei der laufenden Sanierung und Erneuerung der Therme haben sich Architekt Bernd Passgang zufolge weitere Überraschungen eingestellt. So seien in dem Erweiterungsbereich der Sauna im Untergrund alte Strom- und Versorgungsleitungen aufgetaucht, die teils noch in Funktion sind. Ebenso habe sich gezeigt, dass für die neuen Gebäudeteile neue umfangreiche Versorgungsleitungen einmal nördlich und einmal südlich um die Therme herum gelegt werden müssen. Die geplante Verlängerung der Leitungen aus den bestehenden Gebäuden habe sich als undurchführbar erwiesen. 

Für die Freigabe von zusätzlich 850 000 Euro stimmten bei den zwei Neinstimmen seitens der Grünen und einer Enthaltung auf der Seite der FDP alle anderen Ratsmitglieder. Erhebliche Veränderungen oder Streichungen, seien wohl nicht möglich, so der Bürgermeister. Würde man den Aufzug am Gradierwerk streichen, wäre das Kurparkprojekt nicht mehr das, womit die Gemeinde sich im Wettbewerb mit anderen Projekten um Fördergelder beworben hatte. 

Für das Festhalten an den bisherigen Plänen sprach sich Reinhold Häken (CDU) aus. Das neue Gradierwerk sei der Leuchtturm für den barrierefreien Kurpark, und das Gradierwerk werde ein Bauwerk, auf das jeder möchte. Für die Freigabe der zusätzlichen Mittel plädierte auch Kurt Fandrey (SPD). In der Tat gebe es Kostensteigerungen, die seien aber klar auf die Konjunktur und die beschriebenen Probleme zurückzuführen.

Einwohnerversammlung am Montag

Angesichts der zeitlichen und finanziellen Entwicklungen lädt die Gemeindeverwaltung für Montag, 16. Juli, ab 18 Uhr zu einem Informationsabend ins Tagungszentrum ein. Bei freiem Eintritt gibt es umfassende Erläuterungen zur Sanierung der Therme, zum Neubau des Gradierwerks und zur Umgestaltung des Kurparks. Alle Interessierten sind willkommen.

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