Eines der „Markenzeichen“ tot

Toter Trauerschwan im Kurpark entdeckt - Zeugen berichten von Hunden

Das Schwanen-Männchen sitzt allein im Kurpark – und trauert ganz offensichtlich um sein Weibchen. Trauerschwäne leben monogam.
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Das Schwanen-Männchen sitzt allein im Kurpark – und trauert ganz offensichtlich um sein Weibchen. Trauerschwäne leben monogam.

[Update] Ein Drama mit tödlichem Ausgang für den weiblichen Trauerschwan am Wochenende im Kurpark in Bad Sassendorf ereignet. Eine Zeugin berichtet von hetzenden Hunden.

Bad Sassendorf – Ein Ehepaar aus Bad Sassendorf fand das Schwanenweibchen am Samstagnachmittag tot neben dem Nest. Der Kopf und der Hals fehlten. Dies ist Experten zufolge ein Hinweis darauf, dass ein Fuchs der Übeltäter gewesen sein dürfte. Aber es könnten auch Hunde der Grund gewesen sein (siehe Info-Box).

Hetzende Hunde machen Jagd auf Vögel

Doch es könnte auch ganz anderes gewesen sein: Freilaufende Hunde haben den Schwänen am Samstag arg zugesetzt, berichtet Silke Ackermann: „Am Samstagnachmittag lebte der Schwan noch! Allerdings wurde er, so wie auch viele Enten, von zwei weißen, freilaufenden, mittelgroßen Hunden quer durch den Park gehetzt. Dies zu meinem Entsetzen unter den Augen einer völlig desinteressierten Hundehalterin.“ Mit Hilfe weiterer Zeugen habe sie die Halterin überzeugt, die Hunde zu sich zu holen. Nach einigem Geschrei und Bedrohungen sei die Halterin schimpfend mit den Hunden abgezogen.

Bärbel und Heinz Droste haben den toten Trauerschwan am Samstag gegen 17 Uhr entdeckt. Wann immer sie durch den Kurpark spazieren, haben sie auch die schwarzen Schwäne im Blick, berichtet Bärbel Droste. Am Freitagnachmittag gegen 18 Uhr habe das Schwanenweibchen brütend auf dem Nest gesessen. Anderntags hätten sie das Tier vom Weg aus jedoch nicht sehen können. Daher sei ihnen klar gewesen: „Da stimmt was nicht.“

GemeindeBad Sassendorf
Einwohnerzahl12.065 (31. Dez. 2019)
Fläche63,46 Quadratkilometer

Besorgt seien sie auch gewesen, weil es immer wieder vorkommt, dass Hunde im Kurpark trotz Leinenpflicht frei herumlaufen, berichtete Bärbel Droste. Auch die menschlichen Besucher seien nicht immer vorsichtig gegenüber den Tieren. So habe sie schon beobachtet, wie ein Schwanenküken von einem Radfahrer überfahren wurde.

Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes wiederum äußerte den Verdacht, dass ein Fuchs den Schwan totgebissen habe. Jagdexperte Hans-Dieter Blume, Leiter des Hegerings Lohne, bekräftigte diese Vermutung: „Das ist ganz typisch für den Fuchs, dass er den Kopf abbeißt.“ Der Fuchs wisse, dass er den Schwan totgebissen habe. Es sei wahrscheinlich, dass er zurückkehre, um den Rest zu holen. Allerdings kommt Meister Reinecke dann wohl umsonst, den Kadaver hat das Ordnungsamt mitgenommen.

Theoretisch sei auch denkbar, so der Hegeringleiter, dass ein Waschbär die Schwaneneier rauben wollte, das Abbeißen des Kopfes sei jedoch typisch für den Fuchs. Zu bedenken sei zudem, dass auch die Füchse derzeit Nachwuchs haben, der Bedarf an Futter sei deshalb besonders hoch.

Markenzeichen des Kurparks

Die Trauerschwäne sind seit Jahrzehnten ein Markenzeichen des Bad Sassendorfer Kurparks. Um die Tier haben sich schon viele verschiedene Geschichten entwickelt. Vielen noch in Erinnerung ist der Einsatz des längst verstorbenen Schwanenvaters Udo Baars. Er war 2007 eigens nach Münster zum Aasee gefahren, weil er vermutete, dass Schwanenweibchen „Petra“, das sich dort in ein schwanenförmiges Tretboot verguckt hatte, eigentlich die vermisste „Paula“ aus dem Kurpark in Bad Sassendorf sei. Über diese Geschichte berichtete seinerzeit sogar die Bildzeitung. 

Das Schwanenmännchen ist nun allein im Kurpark unterwegs. Trauerschwäne leben wie andere Schwanenarten streng monogam, der Verlust des Partners trifft die Tiere daher sehr. Ein Eindruck, der sich auch Bärbel Droste vermittelt hat: „Das Männchen liegt ganz apathisch auf der Wiese.“

Bürgermeister Malte Dahlhoff hofft allerdings, dass der Schwan nicht alleine bleiben wird. Vor dem Vorfall habe es zwei Schwanenpaare gegeben, zudem sei noch ein einzelnes Exemplar in der Woeste bekannt. Vielleicht sei dies ein weibliches Tier oder es wächst neuer Schwanennachwuchs heran, so Dahlhoff. Durch die Vogelgrippe seien vor einiger Zeit ebenfalls zwei der Trauerschwäne verendet, auch seinerzeit habe sich der Bestand jedoch auf natürliche Weise erholt.

Übrigens: Es ist noch gar nicht so lange her, da starb auch im Werler Kurpark ein Schwan auf brutale Art und Weise.

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