Klinik am Hellweg: Neubau wird auf 52 Betonpfähle gestellt

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Die meterlange Bohrschnecke wird über die Lafette des Bohrers in den weichen Untergrund getrieben.

Bad Sassendorf - Die Arbeiten für den Neubau der Klinik am Hellweg haben in diesen Tagen begonnen, doch bevor der Bau in die Höhe wachsen kann, geht es erst einmal tief in den Boden. Weil der Baugrund nicht tragfähig ist, müssen mehr als 50 Betonpfähle in den Boden versenkt werden, die den Klinikbau tragen.

Die Niederungen, in denen heute das Zentrum des Kurorts liegt, waren früher sumpfiges und vernässtes Gebiet. Die begehrten Solequellen zogen die frühen Sassendorf aber trotzdem magisch an und wo heute Haus Rosenau liegt, standen früher die Siedehäuser. 

Dass der schwierige Untergrund bis heute das Bauen erschwert, können die Zaungäste derzeit beim Neubau für die Klinik Hellweg besichtigen. Weil der Baugrund nicht ausreichend tragfähig ist, werden durch die Firma „Jacbo Pfahlgründungen GmbH“ mit Hauptsitz in Schüttorf 52 Betonpfähle erstellt, auf denen später das Fundament des Klinikneubaus ruhen wird. Vier weitere Betonpfähle werden zusätzlich erstellt, allein um einen festen Stand für den Baustellenkran zu gewährleisten. 

Als stabiles Fundament für den fünfgeschossigen Neubau für die Hellweg-Klinik werden derzeit bis zu neun Meter tiefe Bohrlöcher erstellt und mit Beton ausgefüllt. Anschließend drückt der Bagger die Eisenbewährung in den Beton.

Wie Stefan Rundholz, Geschäftsführer der gleichnamigen Bauunternehmung, erläutert, wäre der nasse und torfhaltige Baugrund ohne die Pfähle nicht tragfähig: „Das ist eine einzige Pampe“, sagt Rundholz und verweist auf den Aushub, den der riesige Erdbohrer zu Tage gefördert hat. 

Der Bohrer mit seiner langen Lafette erstellt jeweils einen halben Meter breite und bis zu neun Meter tiefe Löcher. Dank empfindlicher Sensoren signalisiert die Maschine zudem, wann fester Baugrund aus Ortstein erreicht ist. 

Beim Rausziehen der Bohrschnecke wird gleichzeitig Beton in die Bohrlöcher gepumpt. Weil der Beton eine größere Dichte hat, als der umgebende Untergrund, kann er sich in den Bohrlöchern setzen, zudem drückt ein Bagger die vorgefertigte Bewehrung aus Eisen in den Beton. 

Wenn alle Fundamentpfähle fertig sind, müssen sie etwa eine Woche aushärten, danach werden die Pfahlköpfe wieder freigelegt, indem der Schotter, der derzeit die Baustelle befahrbar macht, wieder abgebaggert wird. Zudem wird der oberste Bereich der Bewehrung wieder freigelegt, damit zwischen den Betonpfählen und dem Fundamentrahmen eine feste Verbindung erstellt werden kann. 

Die bis zu neun Meter tiefen und sechs Tonnen schweren Betonpfähle tragen den fünfgeschossigen Neubau einerseits, weil sie auf festem Grund aufsetzen, aber auch die Reibung zum umgebenden Untergrund spielt eine Rolle, so Rundholz. Mit der Gründung werde erreicht, dass das Gewicht des Neubaus gleichmäßig auf den Untergrund übertragen wird. 

Dass dieser Aufwand fällig wird, sei bereits im Vorfeld aufgrund der Bodengutachten und der entsprechenden Empfehlungen bekannt gewesen. 

Und was sagen die Patienten aus Haus Rosenau? Das Treiben auf der Baustellen findet immer wieder mal interessierte Zuschauer, berichtet Verwaltungsleiter Thomas Meierfrankenfeld. Zudem seien die Ärzte und Mitarbeiter vorab informiert worden, weil sie als erste Ansprechpartner der Patienten fungieren. 

Andererseits seien die Patienten tagsüber durch die Therapieanwendungen eingebunden. Lediglich die Ruhepause über Mittag könnte eingeschränkt sein. Rundholz empfahl daher, an die Patienten Gehörschutz zu verteilen, wie er auf Rockkonzerten üblich sei. Auf anderen Klinikbaustellen habe sich dies bestens bewährt. 

Vorab informiert wurden über die Baumaßnahmen und die damit verbundenen Einschränkungen auch die Anwohner, berichtet Stefan Eydt, der Geschäftsführer der Bäder-Holding. Nach der Gründung sollen die Arbeiten zügig fortgesetzt werden.

Bäder-Holding investiert 30 Millionen Euro in zwei Kliniken

In den Ausbau der Klinik Quellenhof und den Neubau für die Klinik am Hellweg investiert die Bäder-Holding insgesamt rund 30 Millionen Euro. Wenn der Neubau Ende 2020 fertig ist, ziehen die Abteilungen aus Haus Rosenau dorthin um, so dass dieser Trakt ebenfalls erneuert werden kann. Nach Abschluss dieser Arbeiten kommen beide Kliniktrakte auf 226 Betten. 

Durchgeführt werden die Arbeiten für die neue Hellweg-Klinik durch die Bauunternehmung Rundholz aus Dortmund, die viel Erfahrung mit dem Umbau von Kliniken bei laufendem Betrieb hat.

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