Bettinghausen: Haus des "Kinderfängers" ist abgerissen

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In wenigen Stunden hatte der Bagger das kleine Fachwerkhaus im Kapellenweg zerlegt.

Bettinghausen – Das Haus des „Kinderfängers“ aus Bettinghausen ist abgerissen und dem Erdboden gleich gemacht worden. Nach der Abfuhr der zuvor sortierten Baustoffe wird das Grundstück eingeebnet und mit einer Gras- und Blumenmischung eingesät. Das erläuterte Bürgermeister Malte Dahlhoff gestern während eines Ortstermins.

Das Haus hatte einem inzwischen verurteilten und einsitzenden Straftäter als Zweitwohnsitz gedient. Verurteilt wurde der Mann, weil er im Oktober 2012 versucht hatte, in Niederweimar im Landkreis Marburg-Biedenkopf ein damals neun Jahre altes Mädchen zu verschleppen. Dazu hatte er das Kind auf die Rückbank seines Autos gezerrt, das Mädchen konnte jedoch eine Tür öffnen und fliehen. 

Nach der Festnahme des Tatverdächtigen war auch das Haus in Bettinghausen von Kriminaltechnikern intensiv durchsucht worden. Unter anderem hatte sich dabei gezeigt, dass der Eigentümer hier einen verliesartigen Raum eingebaut hatte. 

Die Gemeinde hatte das etwa um 1880 errichtete Fachwerkhaus im Zuge einer Zwangsversteigerung für 15 000 Euro erworben. Bis zum anstehenden Schützenfest am zweiten Juliwochenende soll das Grundstück ordentlich hergerichtet werden, so der Bürgermeister. 

Was auf längere Sicht aus dem Grundstück wird, sei noch unklar, ein Teil werde für die Ufergestaltung der vorbeifließenden Ahse verwendet. 

Der Porsche, der in der Garage des Hauses stand, sowie das bewegliche Inventar aus dem Haus hatte der Verurteilte der Gemeinde übereignet. Das etwa 20 Jahre alte Auto werde durchgecheckt und per Versteigerung verkauft, so der Bürgermeister. Der Erlös soll im Sinne des Kinderschutzes eingesetzt werden.

Die Ermittlungen

Der seinerzeit 34 Jahre alte Mann war mit Urteil vom 6. Dezember 2017 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Auf Weisung des BGH wurde dieses Strafmaß später um drei Monate verringert. 

Im Wesentlichen wurde dem Mann zur Last gelegt, dass er 2012 ein damals neun Jahre altes Mädchen verschleppen wollte. Ermittelt wurde der Mann fünf Jahre später, nachdem ihm wegen versuchten sexuellen Missbrauchs eines Kindes in einem anderen Fall Fingerabdrücke abgenommen wurden. Die fanden sich nämlich auch auf dem Klebestreifen, den der Täter dem Mädchen in Niederweimar auf den Mund geklebt hatte.

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