1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Bad Sassendorf

Kirchengemeinde: So können alle beim Einkauf Kinderarbeit die Rote Karte zeigen

Erstellt:

Kommentare

Familie Occeñola aus dem Ort Canlandog auf einem Zuckerrohrfeld. Janet und Randy Occeñola wünschen sich, dass ihre Kinder zur Schule gehen und ihren Abschluss machen, statt auf dem Feld zu arbeiten.
Familie Occeñola aus dem Ort Canlandog auf einem Zuckerrohrfeld. Janet und Randy Occeñola wünschen sich, dass ihre Kinder zur Schule gehen und ihren Abschluss machen, statt auf dem Feld zu arbeiten. © Helge Bendl / Brot für die Welt

Beim Einkauf sollten die Kunden der Kinderarbeit die Rote Karte zeigen. Das regt die evangelische Kirchengemeinde Bad Sassendorf an.

Bad Sassendorf – Obwohl Kinderarbeit in fast allen Ländern der Welt offiziell verboten ist, arbeiten nach Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weltweit 152 Millionen Kinderarbeiter zwischen fünf und 17 Jahren. Das sei jedes zehnte Kind auf der Erde, berichtet die Kirchengemeinde. Um mehr Menschen für dieses Problem zu sensibilisieren, nimmt die Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ am 11. September mit einem Stand am Sälzermarkt teil. Mit einem Quiz für Jung und Alt und vielen Informationen soll auf das Thema Kinderarbeit aufmerksam gemacht gemacht werden.

Der wichtigste Grund für Kinderarbeit ist die extreme Armut, betont die Kirchengemeinde. In Europa bekannt geworden sei die Arbeit von Kindern zum Beispiel in der Landwirtschaft, auf Plantagen, in Steinbrüchen oder Bergwerken. Zu niedrige Löhne der arbeitenden Eltern, zu niedrige Preise für die von ihnen erzeugten Produkte, eingeschränkter Zugang zu Bildung und sozialer Sicherheit, der Tod eines Elternteils oder Schulden trügen mit dazu bei, dass Eltern zu wenig verdienen, um die Familie zu ernähren. Daher sähen sie sich gezwungen, ihre Kinder zur Arbeit statt in die Schule zu schicken. Die Corona-Pandemie verschärfe die Lage noch einmal, denn unter den wirtschaftlichen und sozialen Folgen litten vor allem die Ärmsten. „Für die Kinder bedeutet die Armut der Eltern häufig, dass sie hart mitarbeiten müssen oder wollen, aber leider bedeutet es auch, dass sie nicht zur Schule gehen können und damit auch keine Perspektive auf eine bessere Zukunft haben“, betont die Kirchengemeinde.

Die Organisation „Brot für die Welt“ setzt sich mit vielen weiteren Organisationen für die Beseitigung von Kinderarbeit und für die Einhaltung der Kinderrechte ein und ruft unter dem Motto „Kindern Zukunft schenken“ dazu auf, die Arbeit mit den Partnerorganisationen vor Ort zu unterstützen. Die Kirchengemeinde plant daher für den 11. September ihren Stand auf dem Sälzermarkt. Neben dem Quiz gibt es mit fairen Zutaten produzierte Schokobrötchen, die gegen eine Spende für das Projekt „Kindern Zukunft schenken“ abgegeben werden.

Die Kirchengemeinde schreibt: „Als Verbraucher können wir alle etwas gegen die Kinderarbeit tun. Dafür ist es wichtig, möglichst regional, saisonal und fair gehandelte Produkte, zum Beispiel aus dem Weltladen, zu kaufen!“ So könne man mit einem Fußball aus dem Weltladen der Kirchengemeinde der Kinderarbeit aktiv die „Rote Karte“ zeigen.

Auch interessant

Kommentare