Kernspin für den Kurort: Holding sieht viele Vorteile

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Dr. Michael Landwehr, Facharzt für Radiologie (links), Dr. Peter Paes, Chefarzt der Klinik am Hellweg, und die Medizinische Fachangestellte Dagmar Voß stellten das MRT vor. Angesiedelt ist die Praxis im Kurmittelhaus.

BAD SASSENDORF -  Die Kliniken der Bäder-Holding können bei der Diagnostik demnächst sogar auf kernspintomografische Untersuchungen vor Ort zurückgreifen. Am Montag geht die im Kurmittelhaus angesiedelte Praxis für Radiologie mit einem hochmodernen MRT an den Start.

Die Finanzierung über die Fallpauschalen bringt es mit sich: Die Behandlung in den Krankenhäusern fokussiert sich oft hauptsächlich auf das konkrete Krankheitsbild: Da wird der Patient schnell auf die Behandlung Hüft- oder Kniegelenks-Operation reduziert. Kommt er dann zur Anschlussheilbehandlung in die Reha-Klinik, zeigt sich oft, dass weiterer diagnostischer Bedarf besteht. Und dafür steht ab der kommenden Woche in Bad Sassendorf ein Gerät für Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung.

Ab Montag können in der Praxis von Dr. Michael Landwehr entsprechende kernspintomografische Untersuchungen durchgeführt werden. Der Facharzt für Radiologie, der in Hamm bereits eine Gemeinschaftspraxis betreibt, eröffnet dazu eine Zweigstelle, die allen Privatpatienten offen steht. Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung können als Selbstzahler untersucht werden.

Offenes MRT kommt ohne „enge Röhre“ aus

Zugute kommen soll das neue Angebot zum einen den Patienten aus den Kliniken der Bäder-Holding, zum anderen können aber auch niedergelassene Ärzte ihre Patienten hier untersuchen lassen, erläuterte Dr. Peter Paes, Chefarzt der Klinik am Hellweg. Zugleich bekräftigte Paes, dass die weitere diagnostische Untersuchung der Patienten in den Reha-Kliniken wegen der Fokussierung der Akutkrankenhäuser auf die Fallpauschalen häufig noch erforderlich wird: „Wir haben viele Patienten, die keine komplette Diagnostik mitbringen.“ Ultraschall, Röntgen und kardiologische Untersuchungen gehörten daher schon bisher zu den Möglichkeiten. Das MRT-Gerät stelle nun eine willkommene Ergänzung dar.

Und für diese kernspintomografische Untersuchung müssen die Patienten nicht einmal „in die Röhre geschoben werden“. In der Bad Sassendorfer Praxis kommt nämlich ein offener Kernspintomograph zum Einsatz. Das Gerät ist an den Seiten offen, so dass der Patient nicht in einem engen Tunnel liegen muss. „Davon profitieren vor allem Patienten mit Platzangst“, erläuterte Dr. Landwehr. Vergleichbare Geräte seien in der Region ansonsten erst in Paderborn, Dortmund oder Hamm verfügbar.

Geeignet ist die offene MR-Tomographie vor allem für die Diagnose von Erkrankungen der Gelenke, des Kopfes und der Wirbelsäule. „In einer Rehaklinik ist diese Diagnosemöglichkeit deutschlandweit einzigartig“, erläuterte Dr. Paes. Den Patienten könnten so individuellere Behandlungsmöglichkeiten und Therapien zur Verfügung gestellt werden, während ihnen lange Transportwege und Wartezeiten erspart blieben.

Potenzial ist Dr. Paes zufolge für das MRT ausreichend vorhanden. Mit Dr. Landwehr zeigte er sich überzeugt, dass sich die Investition, die sich im Rahmen von rund einer Million Euro bewegt, rentieren wird.

Dass davon auch die Kliniken der Bäder-Holding profitieren, betonte deren Geschäftsführer Dr. Jens Rieger: „Wir können unsere Leistungen für die stationären und die ambulanten Patienten weiter ausbauen und präzisieren.“ - tbg

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