Kaum Kunden im Einzelhandel:  Kurort kann Stärken wegen des Lockdowns nicht ausspielen

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Deutlich weniger Kunden als sonst registrieren die Geschäftsleute in der Fußgängerzone.

Bad Sassendorf – Börde-Therme, Hotels und Gaststätten, die Reha-Kliniken mit ihren Patienten und deren Besucher: Dies sind einige der wichtigsten Grundpfeiler für den Einzelhandel in Bad Sassendorf, und genau die sind derzeit Corona-bedingt weggebrochen. Entsprechend hart sind die Folgen für die Geschäfte im Zentralort. Stützen für den Einzelhandel sind derzeit allein Stammkunden und Einheimische.

„Corona hat uns alle fest im Griff“, bestätigt Volker Stein, der Vorsitzende des Gewerbevereins. Die Analyse von Marketing-Leiter Olaf Bredensteiner bestätigt dies: „Der Zusammenhang zwischen Freizeitgestaltung, Gastronomie, Therme und vielem mehr, das macht uns aus, das ist unsere Stärke, deshalb wirkt sich besonders heftig aus, dass dieser Zusammenhang gerade weg ist.“ 

Abgesehen von den Einheimischen fehlen die üblichen Kundengruppen, weil touristische Reisen aktuell nicht erlaubt sind, weil die Therme geschlossen ist, weil die Patienten in den Kliniken gehalten sind, nur das Nötigste im Ort zu erledigen und weil für die Angehörigen der Reha-Patienten ein Besuchsverbot gilt. Und dann muss auch noch der Weihnachtsmarkt als Zugpferd geschlossen bleiben. 

Besonders ärgerlich für die Geschäfte ist Volker Stein zufolge zudem der Umstand, dass sie anders als die Gastronomie keine staatliche Hilfe bekommen, weil sie ja geöffnet haben dürfen. Viele Geschäftstreibende werden nach seiner Prognose Schwierigkeiten bekommen, weil die Ladenmiete und die sonstigen Kosten weiter laufen. So müssten die Einzelhändler als Selbstständige selbst für die Krankenversicherung und die Altersvorsorge aufkommen, den laufenden Kosten stehen jedoch drastische Umsatzeinbrüche gegenüber. 

Illuminationen und Christmas Scrabble

Den Kopf in den Sand zu stecken, wäre Bredensteiner zufolge keine Lösung. So verwies er auf Aktionen wie die Lichtinstallationen des „Winterfunkelns“, um den Ort trotz allem für Besuche interessant zu machen. Die Illuminationen kämen unterm Strich gut an. Es sei vom Heimat- und Kulturverein richtig gewesen, statt des Weihnachtsdorfes mit dem Winterfunkeln ein anderes Konzept umzusetzen. So könne man den Ort besuchen und trotz der Einschränkungen etwas erleben. 

Auch das Christmas Scrabble kommt an. „Die Resonanz ist größer als im vorigen Jahr“, berichtet Bredensteiner. Dies vielleicht auch, weil die Buchstabensuche bei einer Tour durch den Ort gerade für Familien mit Kindern eine Alternative bietet, während viele anderen Ziele geschlossen sind. Unter dem Motto „Erlebe Bad Sassendorf trotz Corona“ stellt das Ortsmarketing auf der Internetseite zusätzlich besondere Hinweise ein, um zum Beispiel deutlich zu machen, welche interessanten Ziele oder Möglichkeiten wie Spazieren, Wandern, Radfahren oder Bummeln und Shoppen es gibt. 

Kurort an den Wochenenden durchaus belebt

Dass der Kurort besonders an den Wochenenden durchaus seine Besucher anzieht, sei am Interesse an den To-Go-Menüs der Gastronomie ablesbar. Aus dem Hof Hueck, dem Mykonos-Grill oder anderen Häusern sei zu hören, dass sie mit der Ausgabe der Speisen an den Wochenenden kaum nachkommen, berichtet Bredensteiner. 

Volker Stein setzt zudem auf die Hoffnung, dass sich möglichst viele impfen lassen, sobald dies möglich ist, damit sich die Lage wieder normalisiert. Und er hofft darauf, dass möglichst alle Einzelhändler durch die Krise kommen: „Es ist für alle wichtig, Kliniken, Einzelhandel und Gemeinde, dass wir ein lebendiger Ort bleiben, wir haben eine gute Mischung, aber wenn einzelne Geschäfte erst mal weg sind, ist es schwierig neue zu gründen.“

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