Kaufmannschaft will sich mit der neuen Lage arrangieren

Geschäfte sind trotz Notbremse geöffnet

Bad Sassendorf blüht auf: Auch in diesem Jahr will die Kaufmannschaft trotz Corona nicht auf diese Aktion verzichten.
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Bad Sassendorf blüht auf: Auch in diesem Jahr will die Kaufmannschaft trotz Corona nicht auf diese Aktion verzichten.

Bad Sassendorf – Die bunten Blumen verbreiten Frühlingsstimmung, das grüne Band aus Rollrasen leitet von Geschäft zu Geschäft: Pünktlich zu den ersten zaghaften Frühlingstemperaturen wollte der Kurort eigentlich aufblühen – und wird ausgebremst.

Überraschend kommt die Notbremse wegen Corona nicht unbedingt, angesichts der zuletzt kontinuierlich gestiegenen Inzidenzwerte. Für die Kaufmannschaft in Bad Sassendorf bedeutet dies jedoch eine weitere Erschwernis, denn die Verunsicherung der Kundschaft ist durchaus zu spüren. So berichteten die Kaufleute anlässlich der Vorstellung der Frühjahrsaktion am Freitag, dass viele sich erst telefonisch erkundigen, ob und wann die Geschäfte geöffnet sind. Einheitliche Öffnungszeiten für alle Geschäfte seien aber auch keine Lösung, einige hätten wegen des geringen Umsatzes gar nicht oder nur wenige Stunden geöffnet, andere könnten auf eine größere Kundenfrequenz hoffen und hätten daher länger geöffnet.

Zu den letzteren Geschäften gehört zum Beispiel die Parfümerie Droste. „Die Kunden kommen gerne und freuen sich, dass sie unkompliziert einkaufen können“, berichtete Inhaberin Gisela Droste. Allerdings gebe es deutliche Unterschiede zu den Zeiten vor Corona. Anstelle der durchs Geschäft flanierenden Tagesgäste kämen inzwischen überwiegend Stammkunden: „Es kommen nicht mehr so die Durchgucker, sondern Kunden, die gezielt kaufen.“

Die bisherigen Regularien mit Terminvereinbarung per Anmeldung liefen in vielen Geschäften ohne Probleme. So lagen bei Neuhaus Mode und Wohnen bisher Listen zur Anmeldung vor dem Geschäft, und bei Interesse konnten sich Kunden für freie Termine eintragen. Unter Einhaltung der Regeln kann auch angesichte der Notbremse weiter eingekauft werden (siehe Info-Kasten).

Die persönliche Beratung in den Geschäften ist den Vertretern der Kaufmannschaft zufolge wichtig. „Die Kunden wollen die Sachen anfassen können“, berichtete Inhaber Friedhelm Neuhaus vom gleichnamigen Geschäft. Click and collect, also Einkauf auf Bestellung brachte dagegen maximal zehn Prozent des Umsatzes. Click and meet, also Einkaufen mit Termin, bringe einiges mehr, so Neuhaus: „Das ist immerhin ein Lichtstreifen am Horizont.“

Wie sich das Einkaufsverhalten nun mit der zusätzlichen Vorlage eines aktuellen, negativen Corona-Schnelltests auswirkt, bleibt den Kaufleuten zufolge abzuwarten. Statt direkt ins Geschäft zu kommen, wenn ein Termin frei ist, müsste im Fall des Falles erst ein Corona-Schnelltest gemacht werden. „Das Spontane ist dann weg“, befürchtet Geschäftsinhaber Neuhaus. Wie leicht und unkompliziert ein Schnelltest zu bekommen ist, könnte starke Auswirkungen haben.

Zudem kommt es wohl noch mehr als sonst auf die Stammkunden an, die oftmals zum Einkaufen kommen, weil sie ihr Stammgeschäft damit unterstützen wollen. Marketing-Leiter Olaf Bredensteiner: „Die Stammgäste sind wichtig, das hat Corona gezeigt.“

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