Das Verwilderte ist Vergangenheit

Grundstück frei geschnitten: Kahlschlag im Garten von Haus Lüsse

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Der leicht verwilderte Gartenbereich von Haus Lüsse wurde in diesen Tagen ziemlich umfassend abgeräumt, geblieben sind die geschützten Blutbuchen und zwei große Linden.

Bad Sassendorf – Büsche in verschiedenen Größen, dazwischen aufgeschossene Bäume und wiesenartige Grasflächen: Gerade das Verwilderte gab, wie einige Anwohner aus der Umgebung finden, dem Gartenareal von Haus Lüsse eine besondere Note. Vor allem auch für die verschiedenen Vogelarten sei der abwechslungsreiche Bewuchs sehr förderlich gewesen. Doch das ist Vergangenheit, Eigentümer Wilhelm Friesleben hat das Grundstück sowohl vor dem Haus als auch im rückwärtigen Teil ziemlich umfassend frei schneiden lassen.

An nennenswerten Bäumen sind unter anderem die beiden als Naturdenkmäler eingetragenen Blutbuchen und zwei große Linden geblieben. 

Der konkrete Anlass für das Abräumen der Beete vor dem Haus besteht darin, dass für den geplanten barrierefreien Zugang der Bereich vor dem Haus um eineinhalb Meter abgesenkt werden soll, damit von hier aus im Souterrain der Fahrstuhl erreichbar wird. 

Hierfür und für das Anlegen von Stellplätzen soll dieser Grundstücksbereich neu geordnet werden. Und dafür hätten auch die Koreatannen entfernt werden müssen, die laut Gutachten ohnehin im Kronenbereich schon trocken waren, erläuterte Friesleben. 

Ende April 2018 wurde dieses Foto aufgenommen, seinerzeit bildeten diverse Büsche und Bäume einen aufgelockerten Bewuchs.

Für das Areal hinter dem Haus verwies der Eigentümer darauf, dass es sich um seinen Privatgarten handle und dass er das Areal pflegeleicht gestalten will. Entfernt worden seien wegen der Gefahrenabwehr insbesondere einige, teils bereits angefaulte Pappeln und weitere Bäume. 

Dies sei teils auch auf Wunsch von Nachbarn erfolgt. Zuvor habe er alle Bäume von Gutachtern und per Schall auf hohle Stämme untersuchen lassen. 

Einige Bäume bleiben stehen

Zwei große Linden seien bewusst stehen geblieben, obwohl sie zur Absicherung Kronensicherungen erhalten müssen. „Dafür nehme ich einige tausend Euro in die Hand“, erklärte Friesleben; die Absicherung gegen ein Auseinanderbrechen der Kronen soll nach Möglichkeit noch vor der Belaubung eingesetzt werden. 

Die als Naturdenkmäler eingetragenen Blutbuchen seien in einem guten Zustand und sollen ebenfalls geschützt werden. So würden für die Abfuhr des gehäckselten Schnittholzes Überfahrplatten zum Schutz der Buchenwurzeln ausgelegt. 

Dass er die Arztvilla als Denkmal für die Nachwelt erhalten kann, erfülle ihn mit Stolz, sagte Friesleben, „da muss man mir aber auch gestatten, den Garten so durcharbeiten zu lassen, wie ich es für richtig halte“. 

Entsetzen über das Ausmaß der Arbeiten beim Kreis

Wie Bürgermeister Malte Dahlhoff berichtete, sind die Arbeiten zuvor bei der Gemeinde angekündigt worden. Dabei sei es insbesondere um die Veränderungen vorm Haus und um Pflegemaßnahmen bei den Blutbuchen gegangen. 

Wenig erfreut über den Umfang des Kahlschlags zeigte sich der Kreis Soest. In der Tat handle es sich um einen Privatgarten und bis zum Stichtag 28. Februar seien die Arbeiten insofern erlaubt, erklärte Pressesprecher Wilhelm Müschenborn. Er berichtete aber auch: „Der Kollege von der Unteren Landschaftsbehörde, der das Grundstück am Mittwoch in Augenschein genommen hat, war über das Ausmaß der Arbeiten entsetzt, gefallen kann uns das nicht.“

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