Auf Hof Haulle

Neues Konzert-Konzept: Johannes Groß und Trio Jassiko begeistern Publikum

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Bad Sassendorf - Tenor Johannes Groß und das Trio Jassiko begeistern das Publikum beim Dinner-Konzert auf Hof Haulle. Ein neues Konzept, das sehr gut angenommen worden ist.

Sechs Lieder wollte er eigentlich singen. Und eine Zugabe. Auf die folgt dann noch eine zweite, und als das Publikum noch immer nicht nachgibt, fragen ihn die Musiker, ob er „Dein ist mein ganzes Herz“ kann. Klar kann er das.

Als einziges Stück passt es nicht zum Thema des Abends, aber sei’s drum, mit Franz Lehárs altem Operetten-Ohrwurm setzt Johannes Groß noch einmal einen oben drauf. 

An diesem „Grande Amore“-Abend passt einfach alles. Mit der Verpflichtung des Dortmunder Heldentenors für ein Dinner-Konzert mit dem Trio Jassiko hatte das Tagungszentrum Neuland betreten.

Mit 30 Gästen hatte Chefin Britta Keusch gerechnet, 60 waren schließlich am Samstag in die Kulturscheune auf Hof Haulle gekommen. Sicher, 60 Euro Eintritt sind auf den ersten Blick kein Pappenstiel, aber absolut gerechtfertigt mit vier Profis auf der Bühne.

Vor allem aber ist es das Zusammenspiel zwischen dem Bad Sassendorfer Trio und dem Dortmunder Sänger. Einmal hatten sie vorher zusammen geprobt, „und jeder für sich ist ein Virtuose“, meint Groß, „da muss man nicht viel diskutieren, und heute mit so genialen Musikern, die einen so motivieren, da bin ich richtig gerne Sänger.“

Und so entwickelt Puccinis „Nessun Dorma“ auch ohne die volle Wucht eines großes Orchesters, das Luciano Pavarotti dabei begleitet hätte, seine volle emtionale Wirkung.

Man merkt Groß an, dass er das nicht nur aus Höflichkeit sagt, mit großer Freude agiert er vor 60 Zuhörern, als stünde er vor der ausverkauften Berliner Philharmonie – das zeugt von Größe. Im Wechsel spielt das Trio allein oder mit ihm, durch die Bank italienische Musik – oder zumindest von ihr beeinflusst, wie Gerhard Winkler alter Chianti-Schlager. 

Und alle drei finden Raum für Soli, in denen auch sie zeigen können, was sie drauf haben. Kálmán Oláh ist begeistert: „ Wir haben schon mit vielen Sängern gearbeitet, aber mit keinem so großartigem wie ihm.“ 

Auch das Arrangement passt: Die Vorspeisenteller stehen bereits auf den Tischen, dann gut 20 Minuten Musik, dann 40 Minuten für den Hauptgang, wieder Musik, Nachspeise, Musik. Groß sucht zwischendurch den Kontakt zum Publikum, unterhält sich mit den Zuschauern, bewegt sich zuletzt beim Singen auch unter ihnen.

„Als Britta Keusch mir dieses Konzept vorschlug, konnte ich es mir nicht recht vorstellen, doch nun bin ich froh, dass ich hier bin“, meint Groß gegen Ende.

Klar ist, dass sich ein zweiter Abend am 12. Oktober um Wien drehen wird. Möglich ist auch, dass Groß mit dem Trio auch außerhalb des Kurorts die Zusammenarbeit suchen wird.

Und nicht minder wahrscheinlich ist, dass der Tenor, der dem damals 96-jährigen Jopi Heesters noch Gesangsunterricht gab, sein Angebot, für „reifere“ Teilnehmer einen Workshop zu geben, um wieder Gefallen am Gesang zu finden, direkt in die Tat umgesetzt wird – Britta Keusch will es direkt in die Veranstaltungsreihe „Besser leben“

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