Internationaler Frauentag: Kampfgeist und scharfer Witz

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Die scharfzüngigen Randbemerkungen Simone Solgas passten gut zu den kämpferischen Aussagen des Frauentages.

Bad Sassendorf - Plaudereien beim Sektempfang, mahnende Worte zum Thema „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, Politikkabarett vom Feinsten: Die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag im Tagungszentrum war ein gelungenes Event.

Mehr als 300 Frauen aus Vereinen und Verbänden und etliche Männer waren gekommen und die stattliche Zahl der männlichen Zuhörer lag sicherlich an der Bühnenpräsenz der Kabarettistin Simone Solga. Die ehemalige Mitstreiterin der Münchner Lach- und Schießgesellschaft brannte als „Kanzlersouffleuse“ mit scharfzüngigem Witz, Charme und Herzlichkeit ein Feuerwerk an aktuellen Themen mit knallharten Pointen in einem unglaublichen Sprachtempo ab. Selbst eine Bockwurst verspeisen und dabei fleißig weiterreden funktionierte. Dafür gab's am Ende des unterhaltsamen Abends tosenden Applaus und stehende Ovationen, die Simone Solga – der späten Stunde angepasst – mit einem tiefsinnigen Schlaflied als Zugabe belohnte.

Kabarett zum internationalen Frauentag

Bevor Solga die Bühne übernahm, begrüßte die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Bad Sassendorf, Beate Westermann, die Gäste und bedankte sich bei ihren Kolleginnen aus dem Kreis Soest, den Frauen des Bad Sassendorfer Netzwerks sowie den Mitarbeitern des Tagungszentrum für die gute Zusammenarbeit. Westermann prangerte zudem die ungleiche Lohnzahlung an Männer und Frauen für die gleiche Arbeit an. Die Frauen dürften nicht locker lassen, was die Gleichstellung von Mann und Frau betreffe.

Im Namen der Gemeinde Bad Sassendorf hieß die stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Kolkmann die Gäste willkommen. „Auch in der heutigen Zeit sehe ich immer noch die Notwendigkeit, sich für die Belange der Frauen einzusetzen. Es gibt noch viel zu tun“, erklärte sie und gewährte einen Blick in die Historie des Frauentages, die 1918 mit der Forderung für das Wahlrecht der Frauen in Deutschland begann.

Aktuell mache die Politik große Hoffnungen, da sich mit Kanzlerin Angela Merkel, der neuen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und der kommissarischen SPD-Parteivorsitzenden Andrea Nahles drei sehr unterschiedliche Frauen in Positionen befänden, wo sie für Frauen viel bewirken könnten.

Als Gastrednerin des Abends sprach Beate Kneer, Landfrau und Botschafterin für Entgeltgleichheit aus Wülfrath, zu dem Thema „Frauen verdienen das Gleiche wie Männer – aber sie bekommen es nicht“. Alle berufstätigen Frauen zusammen würden im Durchschnitt 21 Prozent weniger als berufstätige Männer verdienen. Seit Jahren bleibe dieser Unterschied unverändert hoch, wobei im Europäischen Vergleich in den Nachbarländern der Unterschied mit 16 Prozent geringer ausfalle.

Schon durch die Berufswahl würden Weichen gestellt, da typische Frauenberufe schlechter bezahlt würden. Zudem zeigte Kneer auf, wie sich die Bezahlung auf die Rente auswirkt. Trotzdem solle sich niemand den Spaß an der Arbeit verderben lassen. „Informieren sie sich, was ihnen zusteht, klären sie ihr Rentenkonto, überlegen sie, welche Ansprüche sie in Zukunft zu erfüllen haben.“ - rgr

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