1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Bad Sassendorf

Schüler machen Überstunden

Erstellt:

Von: Ludger Tenberge

Kommentare

Heute stehen bei diesen vier Fünftklässlern die Zeitformen in Deutsch auf dem Programm, die ihnen eine Dozentin des Mini-Lernkreises Zschippang näherbringt.
Heute stehen bei diesen vier Fünftklässlern die Zeitformen in Deutsch auf dem Programm, die ihnen eine Dozentin des Mini-Lernkreises Zschippang näherbringt. © Gabi Bender

Eigentlich ist er seit 1990 abgeschafft, doch die Ini-Gesamtschule hat ihn kurzfristig wieder eingeführt: den Samstagsunterricht. Und der kommt richtig gut an – sowohl bei den Schülern als auch bei den Eltern. Auch freitags nachmittags stehen seit Anfang Oktober bei vielen Schülern Überstunden auf dem Plan. Sie alle profitieren vom Programm „Ankommen und Aufholen“, für das der Bund und das Land NRW bis 2022 insgesamt 430 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Damit soll das gezielte Aufholen Pandemie-bedingter Lernrückstände ermöglicht werden.

Bad Sassendorf – Wie gut das funktionieren kann, lässt sich derzeit bei rund 130 Schülern an der Ini-Gesamtschule beobachten. Und nur dort, denn die Schule ist die erste und damit einzige, die schon die zur Verfügung stehenden Gelder aus dem Programm nutzt. Dafür kooperiert sie mit dem „Mini-Lernkreis“, einem bundesweit tätigen Nachhilfeinstitut. In Kleingruppen von maximal fünf Personen arbeiten die Schüler gezielt an ihren Rückständen. Unterrichtet werden sie von qualifizierten Lehrkräften. Lernkreis-Leiterin Verena Zschippang ist regelmäßig an der Schule, denn eine enge Zusammenarbeit ist ihr wichtig, um flexibel auf die Anforderungen und Bedürfnisse der Schule reagieren zu können.

„Ich bin froh, dass wir mit Frau Zschippang eine so engagierte Partnerin gefunden haben und dass es so gut läuft“, sagt Armgard Steinbrück. Die Schulleiterin wollte das Programm so schnell wie möglich mit einem kompetenten Kooperationspartner ans Laufen kriegen, und dabei hat sie die Lernkreis-Leiterin tatkräftig unterstützt.

Als die Schüler davon zum ersten Mal gehört haben, seien sie eher neugierig gewesen, erzählt Armgard Steinbrück. „Aber als sie nach der ersten zusätzlichen Doppelstunde die Treppe herunterkamen, waren einige komplett geflasht und haben mir bestätigt, dass es wirklich was bringt.“ Insgesamt besuchen derzeit 420 Schüler die INI-Gesamtschule. „Von denen benötigen aber nicht alle eine solche Förderung.“ Daher haben die Klassenpflegschaftsvorsitzenden die Bedarfe in den Klassen abgefragt.

„Und unsere Lehrer haben Bedarfslisten mit Prioritätsstufen erstellt“, berichtet die Schulleiterin. „Da einige Schüler Defizite in verschiedenen Fächern haben, galt es darüber hinaus zu koordinieren, wer in welcher Kleingruppe an dem Förderunterricht teilnimmt.“ Danach mussten Termine gefunden werden. Der Freitagnachmittag bot sich für die Fünftklässler an, da diese in der sechsten und siebten Stunde derzeit keine AGs haben. Rund zwei Wochen später stand der erste Samstagsunterricht für rund 80 Schüler auf dem Programm.

Mittlerweile gibt es auch das Angebot „Mathematik in der gymnasialen Oberstufe“. Dafür hat die Schule mit Dennis Böttcher einen qualifizierten Tutor gewonnen. Physik- und Sportlehrer Marvin Hake führt für die Klassen 9 und 10 Förderstunden im Fach Physik durch, die über das Programm abgerechnet werden können. Außerdem gibt es eine spezielle Nachhilfe für die Schüler, die sich auf ihr Abitur im kommenden Jahr vorbereiten. Ansonsten werden im Rahmen des Programms hauptsächlich Rückstände in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch aufgearbeitet.

Zu Beginn seien Lernstandstests durchgeführt worden, um eine gezielte Förderung zu ermöglichen, so Zschippang. Die Fortschritte würden dokumentiert, um größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Und den wünschen sich wohl alle Beteiligten, denn der Samstagsunterricht soll schließlich nicht generell wieder eingeführt werden.

Schule lädt zum Tag der offenen Tür

Am Samstag, 20. November, findet an der Ini-Gesamtschule der Tag der offenen Tür statt. Von 10 bis 14 Uhr sind alle Interessierten in die Schule eingeladen. Sie werden gebeten, vorab ein Zeitfenster zu buchen über die Homepage www.ini-gesamtschule.de. Es gelten die 3G-Regeln, die am Eingang kontrolliert werden, ein Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein. Besucher können sich über das schulische Konzept informieren, die Fach- und Klassenräume mit einem Corona-konformen Wegekonzept besichtigen. Schülerarbeiten, Gespräche mit Elternvertretern oder verschiedene Projektarbeiten ergänzen das vielfältige Programm. Auf dem Schulhof ist für eine Stärkung und Getränke gesorgt. Im Mensagebäude gibt es Informationen zum Start der „iPad-Klassen“ ab dem kommenden Schuljahr. Ob neuer Jahrgang 5 oder Beratung für den Eintritt in die gymnasiale Oberstufe: Schüler, Kollegium und Schulleitung freuen sich auf zahlreiche Besucher.

Auch interessant

Kommentare