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In Bettinghausen entsteht ein Multifunktions-Haus mit Vorbildcharakter

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Von: Ludger Tenberge

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Bürgermeister Malte Dahlhoff (Zweiter von links), der Landtagsabgeordnete Heinrich Frieling (rechts) sowie Achim Ittermann und Melanie Rickert vom Ortsvorsteherteam
Rechts ein Anbau, links noch einer, und hinterm Anbau noch ein Anbau fürs Feuerwehrauto: Das Bettinghauser Bürgerhaus mitsamt Feuerwehrgerätehaus ist ziemlich verbaut, nun soll ein mustergültiger Neubau entstehen, erläutern Bürgermeister Malte Dahlhoff (Zweiter von links), der Landtagsabgeordnete Heinrich Frieling (rechts) sowie Achim Ittermann und Melanie Rickert vom Ortsvorsteherteam. © Tenberge, Ludger

Das Bettinghauser Bürgerhaus ist nicht mehr zeitgemäß. Bald könnte es seiner Zeit voraus sein. Denn geplant ist ein Projekt, das Muster sein könnte für andere Dörfer.

Bettinghausen – Wenn dieses Projekt in Bettinghausen fertig ist, könnte es ein mustergültiges Vorbild sein für viele ähnliche Bauvorhaben in anderen Dörfern in NRW. Aus diesem Grund fördert die Landesregierung die Planungskosten mit 80 Prozent. Worum es geht? Das Gebäude des heutigen Bürgerhauses, Anfang des 20. Jahrhunderts als Dorfschule errichtet, ist inzwischen in vielen Bereichen sanierungsbedürftig und nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kommt der schnell improvisierte Anbau für die Fahrzeughalle und die Unterbringung der Löschgruppe. Aus diesen Gründen soll ein multifunktionaler Neubau errichtet werden, der noch dazu die aktuellen Bauweisen in Sachen Ressourceneinsparung erfüllt.

Wegen dieser verschiedenen Aspekte, die bei der Durchführung berücksichtigt werden sollen, ist der Planungsaufwand mit rund 126 000 Euro veranschlagt worden, und 80 Prozent dieser Planungskosten trägt das Land. Einzelheiten des Zuwendungsbescheides für die „Durchführbarkeitsstudie für einen Neubau in nachhaltiger, ökologischer und recycelbarer Bauweise“ erläuterten Bürgermeister Malte Dahlhoff sowie Achim Ittermann und Melanie Rickert vom Ortsvorsteherteam jetzt in einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Heinrich Frieling.

Multifunktionales Bürger- und Feuerwehrhaus: Unterschiedliche Nutzungen

Das Projekt umfasst mehrere Ansätze, so der Bürgermeister. Zum einen gehe es um die Planung eines Gebäudes in verschiedenen Modulen, die später an die Anforderungen in anderen Dörfern angepasst werden können. In Bettinghausen sollen unterschiedliche Nutzungen verwirklicht werden. Und zwar als Bürgerhaus, für ein öffentliches Wohnzimmer, als zusätzlicher Bewegungsraum für den benachbarten Kindergarten sowie als Feuerwehrgerätehaus mit entsprechenden Einrichtungen wie einer Schwarz-Weiß-Trennung im Sanitärbereich. Zusätzlich ist ein Co-Working oder Co-Schooling-Bereich vorgesehen.

Einiges an Funktionsräumen kann dabei gemeinsam genutzt werden, sodass ein kompakter Neubau entstehen kann, wodurch überbaute Fläche, Energie und Material eingespart werden. Vorgesehen ist zudem eine Bauweise als Passivhaus und mit recycelbaren Werkstoffen nach dem Motto „Cradle to cradle“, so Dahlhoff. Im Sinne eines Technologietransfers bestehe das Projektziel letztlich darin, die Durchführbarkeitsstudie mit entsprechender Publikation als Mustermodell für andere Bauvorhaben, unter anderem der öffentlichen Hand, zugänglich zu machen, heißt es in dem Zuwendungsbescheid der in diesem Fall zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf.

Musterhaus mit vielen Funktionen: Abbruch im Herbst?

Laut dem Bescheid soll die Durchführbarkeitsstudie bis Ende des Jahres vorliegen. Er rechne aber damit, dass das Werk schon früher fertig sein wird, so Dahlhoff. Die Umsetzung des Vorhabens könnte dann im Herbst mit dem Abbruch des Altbaus beginnen. Die dabei anfallenden Baustoffe sollen so weit möglich wiederverwendet werden, etwa durch den Einbau des zerkleinerten Bauschutts als Packlage. In der Dorfbevölkerung wird das Vorhaben positiv gesehen, berichteten Melanie Rickert und Achim Ittermann. Erkennbar sei dies auch an der großen Bereitschaft zu Eigenleistungen. Diese ehrenamtlichen Arbeiten müssten jedoch auf Gewerke ohne Gewährleistung beschränkt bleiben.

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