Großer Andrang bei Baustellenführung

So finden die Sassendorfer ihr neues Thermalbad

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Die erste Ebene des noch im Bau befindlichen Gradierwerks durften die Besucher bei der Baustellenführung besteigen.

Bad Sassendorf – Dicht an dicht standen  an die 150 Menschen auf dem Platz vor dem Thermalbad-Eingang und warteten voller Spannung auf den Beginn der Baustellenführung. 

„Schön, mal hinter die Kulissen schauen zu dürfen“, sagt das Ehepaar Stelzer aus Soest erfreut. Bisher hatten die beiden eifrigen Saunagänger beim Rundgang um die Baustelle nur erahnen können, was da hinter dem Bauzaun entsteht. Am Schluss der Führung waren sie positiv überrascht. „Einfach nur toll“, lautete ihr Kommentar. 

Badleiterin Ulrike Wieners erklärt die Abläufe.

Bei den 150 „Neugierigen“ blieb es bei weitem nicht. In den zwei für die Rundgänge in und um den Sauna- und Thermalbadkomplex plus Gradierwerk angesetzten Stunden standen immer wieder Bad- und Saunafreunde oder einfach nur interessierte Bürger am Treffpunkt, um die Fortschritte der Arbeiten unter fachkundiger Führung zu erleben. 

In kleine Gruppen aufgeteilt, gelang es Bürgermeister Malte Dahlhoff, Thermalbadgeschäftsführer Hans-Peter Vogelhofer, Badleiterin Ulrike Wieners, deren Stellvertreterin Katharina Koch, Kurt Fandrey, Vorsitzender des Aufsichtsrats, und Beke Schulenburg, die Abläufe der Bauarbeiten und Funktionen der einzelnen Bereiche zu erklären und Fragen zu beantworten.

Vorfreude und Begeisterung

Die Führung gewährte viele interessante Einblicke.

Anerkennende Worte, Vorfreude und Begeisterung – auch über das Einbringen vieler kreativer Ideen – waren das Ergebnis. „Ich habe niemanden meckern gehört, die Investition hat sich also gelohnt“, erklärte Inge Delbrügger, CDU-Ratsfrau, die am Sonntag auch zu den Gästen der Führung gehörte. „Das muss ja bald Bad Sauna Sassendorf heißen“, sagte Margarete Wilkens. Die 90-Jährige Sassendorferin zeigte großes Interesse an der Umgestaltung und zollte der Gemeinde Respekt für die geleistete Arbeit. 

Zum Glück kamen die Gruppen trockenen Fußes über das Baustellenareal. Wer trotzdem Angst um seine empfindlichen und blank geputzten Treter hatte, konnte sie mit Plastiküberziehern, die vor dem Start ausgegeben wurden, schützen. 

Zu Beginn der Führungen galt das Interesse der Teilnehmer den wenigen Schwimmern, die sich in den gerade wiedereröffneten Außenbecken tummelten. „Jetzt gehe ich auch wieder regelmäßig ins Thermalbad“, sagte Hilde Voss aus Bad Sassendorf, die nicht so gern das Innenbecken nutzt, über das Freiluft-Schwimmvergnügen. „Ab morgen erfolgen die Umbauarbeiten im Innenbecken“, machte Bürgermeister Malte Dahlhof darauf aufmerksam, dass die Arbeiten zügig weiter gehen, die bis Dezember andauern. Anhand eines Planes erklärte er unter anderem auch die Begrünung, die im weitläufigen Bereich des Bades noch erfolgen wird. 

Über die extra für die Gäste gut aufgeräumte Baustelle ging es zur Panoramasauna, die ihren Namen wirklich verdient. Vom Ruheraum aus bietet sich den künftigen Besuchern eine herrliche Aussicht auf das Gradierwerk und das Thermalbad. 

Aufstieg aufs Gradierwerk

Eine gute Sicht auf das Gradierwerk hat man aus dem Ruheraum der Panoramasauna, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Wer mochte, durfte anschließend auf die erste Ebene des noch im Bau befindlichen Gradierwerks hinaufsteigen, das bautechnisch gute Fortschritte an den Tag legt. „Ich kann mir gut vorstellen, wie toll das nach der Fertigstellung aussieht“, erklärte Hanna Wenzel aus Möhnesee, die immer wieder Probleme mit den Bronchien hat und das Gradierwerk in den letzten Monaten vermisst hat. Was von außen wie eine kleine Kapelle im Blockhausstil aussieht ist die künftige Kelo-Aufgusssauna im Stil einer Siedehütte, die unter den Führungsteilnehmern Begeisterung auslöste. 

Das Holz für den Bau der Sauna stammt vom Polarkreis und besticht durch einen frischen, eigenwilligen Geruch. „Ich rieche schon den Eisbären“, flachste ein Gast und sorgte für allgemeine Heiterkeit. Clou der Siedehütte ist die Siedepfanne. Hier hat der Gast die Möglichkeit, Salz zu sieden und es mit nach Hause zu nehmen. „Da kann man als Nichtsaunagänger direkt neidisch werden“, erklärte eine Sassendorferin. 

15 Millionen Euro Investition

Am Ende der Führung standen auch die Kosten im Mittelpunkt der Gespräche. „Die Umgestaltung des Kurparks kostet 3 Millionen Euro, die werden mit 80 Prozent bezuschusst. Die 15 Millionen Euro Investitionskosten für das Thermalbad müssen wir selbst stemmen. Aber da das Bad vorher gut lief, wird das schon klappen“, äußerte sich Bürgermeister Malte Dahlhoff sehr optimistisch. 

„Bei den künftigen Attraktionen habe ich keine Bange, dass es nicht funktioniert“, erklärte Volker Sarx aus Bad Sassendorf und fügte noch hinzu: „Ich bin stolz auf Bad Sassendorf.“ Die neue kleine Badestadt wächst und wächst. „Wenn Gott und die Handwerker wollen, ist die Außenanlage im September fertig“, sprach der Bürgermeister ein hoffnungsvolles Schlusswort.

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