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Volles Haus zum Thema Glasfaser in Bad Sassendorf

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Von: Ludger Tenberge

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Volles Haus im Tagungszentrum: Die Infoveranstaltung zum Thema Glasfaser für den Zentralort und Lohne mit (von links) Bürgermeister Malte Dahlhoff, Heiko Grebe von Westconnect, Bad Sassendorfs Ortsvorsteher Christian Brock, Elisabeth Barg von Westconnect, Lohnes Ortsvorsteher Achim Sander und Reinhold Häken vom Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Digitalisierung, Tourismus und Kultur fand großes Interesse.
Volles Haus im Tagungszentrum: Die Infoveranstaltung zum Thema Glasfaser für den Zentralort und Lohne mit (von links) Bürgermeister Malte Dahlhoff, Heiko Grebe von Westconnect, Bad Sassendorfs Ortsvorsteher Christian Brock, Elisabeth Barg von Westconnect, Lohnes Ortsvorsteher Achim Sander und Reinhold Häken vom Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Digitalisierung, Tourismus und Kultur fand großes Interesse. © Ludger Tenberge

„Schnell, schneller, Highspeed“ – die Aussicht, demnächst auf eine staufreie und richtig schnelle Datenautobahn abbiegen zu können, findet bei vielen Einwohnern riesiges Interesse. Der Andrang zu der Informationsveranstaltung im Tagungszentrum am Dienstag (28. Februar) war so groß, dass zunächst weitere Stühle herangeschafft wurden. Dennoch mussten im großen Saal des Tagungszentrums, der immerhin rund 600 Sitzplätze bietet, etliche Zuhörer stehen.

Bad Sassendorf – Konkret ging es in der Infoveranstaltung auf Einladung der Gemeinde und Eon mitsamt der Konzerntochter Westconnect um die Versorgung der Haushalte im Zentralort und in Lohne. Dies soll laut Bürgermeister Malte Dahlhoff gemeinsam mit der Firma Westconnect aber nur ein Zwischenschritt sein: „Glasfaser in jedes Haus: Das ist unser Ziel.“

Die Gemeinde habe dabei nichts mit dem Vertrieb zu tun, sie sei aber an einer flächendeckenden Versorgung interessiert, damit diese Zukunftstechnologie weit verbreitet werde, sagte Dahlhoff. Dies sei für den Kurort sowie für Handel und Gewerbe wichtig. Erkennbar sei dies aber auch daran, dass ein Glasfaseranschluss eine Wertsteigerung von Immobilien bedeute. Deshalb sei die Gemeinde froh, mit der Eon-Tochter Westconnect einen Partner gefunden zu haben, der bereit sei, das Glasfasernetz weiter auszubauen und zu betreiben. Vorteil für die Einwohner im Zentralort und in Lohne: Wegen der Bevölkerungsdichte seien die Voraussetzungen für den Ausbau günstig, Interessierte müssen daher lediglich die kostenfreie Grundstückseigentümererklärung (GEE) abgeben. Die Verlegung der Glasfaserkabel bis ins Haus ist dann im Zentralort und in Lohne kostenlos. Ein Vorvertrag, wie in Ostinghausen und Neuengeseke, wo Westconnect ebenfalls eigenwirtschaftlich ausbaut, ist nicht erforderlich.

Wichtige Modalitäten bezüglich dem Ausbau und dem Anschluss ans Glasfasernetz erläuterte anschließend Dominik Kirchgäßner von Eon. Allein im Zentralort und in Lohne gibt es demzufolge rund 2 230 Anschlusspunkte. Für die Gesamtgemeinde geht Westconnect davon aus, dass rund 5 000 Wohn- und Geschäftseinheiten von einem Glasfaseranschluss profitieren können. Möglich sind per Glasfaserkabel Übertragungsraten von bis 1 000 Megabit pro Sekunde. Zum Vergleich: Durchschnittlich leistungsfähige konventionelle Anschlüsse kommen derzeit vielleicht auf 50 Megabit/Sekunde.

Zukunftstechnologie

Kirchgäßner erläuterte zudem, dass Eon per Glasfaser die vertraglich vereinbarten Übertragungsraten zu 95 Prozent einhalten kann, im Gegensatz zu der Übertragung per Kupferkabel. Auch betonte er, dass dem Internet per Glasfaserkabel die Zukunft gehöre. Mit einem Ausbaustand von sechs oder sieben Prozent hinke Deutschland anderen Ländern aber noch hinterher.

Homeoffice, Telemedizin, Smart Home, Filme streamen: Was dank Internet per Glasfaser in neuen Dimensionen möglich ist, erläuterte Dominik Kirchgäßner von Eon.
Homeoffice, Telemedizin, Smart Home, Filme streamen: Was dank Internet per Glasfaser in neuen Dimensionen möglich ist, erläuterte Dominik Kirchgäßner von Eon. © Ludger Tenberge

Wichtig: Wer nicht nur per GEE den Hausanschluss verlegen lässt, sondern das schnelle Glasfaserkabel nutzen will, muss mit Eon einen Versorgungsvertrag mit zwei Jahren Laufzeit abschließen. Nach der Vorgabe „open access – offener Zugang“ steht das Glasfaserkabel aber auch anderen Telekomanbietern offen. Nach den zwei Jahren bei Eon könnten Nutzer also zu einem anderen Anbieter wechseln. Da Eon die monatliche Gebühr im ersten Jahr reduziert, würden in den ersten beiden Jahren zum Beispiel beim Tarif Highspeed 100 im Schnitt 35 Euro pro Monat fällig, so Kirchgäßner.

Wichtig ebenfalls: Wer noch verbindliche Laufzeiten beim bisherigen Anbieter hat, muss diese Frist abwarten. Die vertragliche Vereinbarung für einen Wechsel zu Eon könne aber schon vorher getroffen werden. Zum Fristende kümmere sich Eon dann um die Kündigung des alten Anbieters und den Wechsel. Ebenso kümmere sich Eon darum, zusätzlich zu dem Anschlusspunkt die im Haus erforderliche Technik wie Router einzubauen. Bei Mehrfamilienhäusern gelten eigene Regelungen. Kirchgäßner empfahl Eigentümergemeinschaften, gemeinsam mit der Hausverwaltung einen Berater von Eon einzuladen.

Vermarktung läuft

Die Vorvermarktung in Bad Sassendorf/Lohne läuft vom 1. März bis zum 31. Mai. Bei ausreichend hoher Nachfrage soll der Ausbau des Glasfasernetzes und der „Fiber To The Home“-Anschlüsse (FTTH), also schnelles Internet bis zum Gebäude, noch in diesem Jahr beginnen.

Seit Mittwoch sind die Eon-Mitarbeiter in den beiden Ortsteilen unterwegs, um die Anwohner zu beraten. Zusätzlich können unter Telefon 02632/932091 individuelle Beratungstermine vereinbart werden. Während der Vorvermarktungszeit finden zudem Beratertage im Rathaus statt.

Ausbaumaßnahmen in der Gemeinde

Laut Westconnect könnten in der Gemeinde rund 5 000 Wohn- und Geschäftseinheiten von einem Glasfaseranschluss profitieren. Durch den geförderten Ausbau im Kreis Soest wird das Netz inzwischen enger geknüpft. So besteht die Möglichkeit, bisher nicht erschlossene Ortsteile anzubinden. In Ostinghausen und Neuengeseke läuft derzeit der eigenwirtschaftliche Ausbau durch Westconnect, der umgesetzt wird, wenn 50 Prozent der Haushalte mitmachen. Dort muss neben der Grundstückseigentümererklärung (GEE) ein Vorvertrag mit Eon abgeschlossen werden. In den dicht besiedelten Ortsteilen Lohne und Zentralort reicht die GEE. Die Eigentümer erteilen Westconnect damit die Erlaubnis, Glasfaserkabel auf deren Grundstück zu legen. Bei Abgabe der gebührenfreien GEE innerhalb des Vorvermarktungszeitraumes ist der Glasfaserhausanschluss kostenfrei. Danach wird der Anschluss etwa 1 500 Euro kosten.

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