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Besucher schlendern in Scharen durch den Kurpark

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Von: Rotraud Grün

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Michaela Norden (links), besser bekannt als „Steinhexe Tobia Gemestone“, bastelte mit den Kindern.
Michaela Norden (links), besser bekannt als „Steinhexe Tobia Gemestone“, bastelte mit den Kindern. © Rotraud Grün

Der Herbstmarkt lockte am Wochenende jede Menge Besucher in den Kurort. Bummeln, Schauen, Staunen, Schnuppern und Genießen bereitete den Besuchern aus Nah und Fern viel Freude. Hier mal ein Tuch anschauen, eine Mütze aufprobieren, vielfältig gearbeiteten Schmuck anschauen, Bunzlauer Geschirr und Dekos für Haus und Garten bewundern, oder der Holländerin bei der Klöppelkunst zuschauen, das empfanden viele einfach nur als schön und entspannend.

Bad Sassendorf - „Mutti, wo sind denn die Tiere?“. Die kleine Isabell aus Soest vermisste Hühner, Ziegen, Enten, Gänse und die knuffigen Wollschweine, die den Herbstmarkt im Kurpark in vergangenen Jahren zu einem tierischen Vergnügen machten. Corona sperrte sie leider aus. Doch die Achtjährige hatte auch ohne Federvieh, Schweinchen und Meckertiere ihren Spaß. Beim Specksteinbasteln machte sie eifrig mit und hatte die fehlenden Tiere schnell vergessen. Michaela Norden, die sich „Steinhexe Tobia Gemestone“ nennt, erklärte ihr ebenso wie vielen anderen Mädchen und Jungen wie man aus unedlen Steinen edle bastelt. Eine Kunst, die unter anderem aus der Antike und der Renaissance stammt. Für Michaela Norden war es das erste „Gastspiel“ in Bad Sassendorf. „Tolle Atmosphäre, tolles Publikum“, lobte die Mülheimerin die Szenerie im Kurpark. Es war ihr zweiter Markt in diesem Jahr und sie war einfach nur glücklich, wieder unter Menschen sein zu dürfen.

Andreas Hillebrand, Steinmetz und Holzschnitzer, zeigte neben etlichen Kunstwerken auch, wie sie entstehen.
Andreas Hillebrand, Steinmetz und Holzschnitzer, zeigte neben etlichen Kunstwerken auch, wie sie entstehen. © Rotraud Grün

So wie ihr ging es allen Ausstellern, die voller Elan und guter Laune ihre Ware anboten. Die Besucher blieben natürlich nicht aus, auch wenn der Herbstmarkt nur zwei Wochen nach dem Sälzermarkt stattfand. „Wir lieben die Sassendorfer Märkte“, erklärte Peter Heinze aus dem Lippetal. Dass darum gebeten wurde, im gesamten Marktbereich die AHA-Regeln einzuhalten war kein Problem für ihn und seine Familie.

Im Bereich des Platzes Nass duftete es verführerisch nach orientalischen Gewürzen. Petra Nasiry von der Firma Gewürz Ritter, in Welver beheimatet, bot im schönsten Mittelalterkostüm eine bunte Palette an Gewürzen, aromatisiertem Kaffee, herrlichen Teekreationen, Thaicurrys, Zubehör und Geschenkartikel feil. „Bad Sassendorf ist einfach super“, lobte sie die Märkte, die sie schon mehrfach bestückt hat.

Pfeile und Ritterausrüstungen, hier präsentiert von Camilla Kubiak, ließen so manches Herz höherschlagen.
Pfeile und Ritterausrüstungen, hier präsentiert von Camilla Kubiak, ließen so manches Herz höherschlagen. © Rotraud Grün

Vor dem Gradierwerk warteten schon wie beim Sälzermark allerhand kulinarische Leckereien auf hungrige Marktbesucher. Grillspezialitäten, Suppen, kühle Getränke, Schnäpschen und Kaffee. Besonders reißenden Absatz fanden die Riesen-Feuerwaffeln am Stand von „Lottas Waffelei“. David Dück buk die leckeren Teigfladen, die Oma Veronika Bitzam mit Puderzucker oder verschiedenen Füllungen wie Schokocreme oder Gouda servierte. Sie erklärte gern parallel zu ihrer flinken Arbeit, dass die Waffeleisen, in einen Backofen integriert und mit Holzkohle befeuert, aus Sibirien stammen. Die Familie aus Scharmede war schon zweimal auf dem Herbstmarkt und ist von dem netten Publikum begeistert. Auch für sie ist der Start nach dem Lockdown ein Glückstreffer.

Nicht ausschließlich die vielen Verkaufs- und Imbissstände lockten die Besucher, sie erfreuten sich auch an der schönen, herbstlichen Deko inmitten des Corona-bedingt weit auseinanderstehenden Budenzaubers. Strohballen, hübsch geschmückt mit Herbstastern, Kürbissen und Kohlköpfen stimmten auf die gerade begonnene bunte Jahreszeit ein. Leckerer Honig, Marmeladen und Liköre, alles Produkte aus den Früchten und Blüten des Sommers, wurden gern probiert und gekauft.

Es war ein stetes Kommen und Gehen auf dem Bad Sassendorfer Herbstmarkt, wo Jung und Alt die Gelegenheit zum entspannten Bummeln nutzten.
Es war ein stetes Kommen und Gehen auf dem Bad Sassendorfer Herbstmarkt, wo Jung und Alt die Gelegenheit zum entspannten Bummeln nutzten. © Rotraud Grün

Neben dem Hof Hueck ließ ein Hämmern aufhorchen. Andreas Hillebrand, Holzbildhauer und Steinmetz, führte seiner Handwerkskunst vor, die in Vollendung im Zelt und auf der Wiese zu bewundern war. „Dieser Markt läuft einfach gut“, erklärte der Paderborner, dessen große Leidenschaft die Holzkunst ist. „Ich liebe es, unverarbeitetes Holz zu bearbeiten, egal, was es ist“, berichtete er von seiner oft ungewöhnlichen Arbeit. So entdeckten die Besucher zwischen Sternen, Engeln, Herzen, Tannenbäumen und markanten Gesichtern aus altem Eichenholz auch ausrangierte Zaunpfähle mit Stacheldrahtkugeln - eine interessante Kombination.

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