Jahreshauptversammlung am Samstag im Gasthof Vogt

Heiße Diskussionen bei den St.-Antonius-Schützen

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Gruppenbild mit Dame: Das amtierende Königspaar der St. Antonius-Schützenbruderschaft Bettinghausen, Kathrin Bobe und Andreas Pieper (mitte), gratulierte Hauptmann Christian Rickert (links), Feldwebel Ansgar Schneider(zweiter von links) und dem ersten Beisitzer Franz-Karl Bange (zweiter von rechts) zur Wiederwahl. Vierter von links: Kai Imbach, Vorstandsmitglied des Kreisschützenbundes, rechts Brudermeister Reinhold Häken.

Bettinghausen - „Die Kosten gehen in den kommenden Jahren immens in die Höhe.“ Reinhold Häken, Brudermeister der St.-Antonius-Schützenbruderschaft Bettinghausen, machte keinen Hehl daraus, dass der Verein trotz momentan noch guter Rücklagen in einiger Zeit „blank“ sein könnte, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

Der Vorstand hatte sich über dieses wichtige Themen in etlichen Zusammenkünften intensiv Gedanken gemacht und war zu dem Schluss gekommen, das Schussgeld in 2018 und die Schützenbeiträge in 2019 zu erhöhen. Beides stand in der Jahreshauptversammlung am Samstag im Gasthof Vogt auf der Tagesordnung und wurde nach langer Diskussion beschlossen.

Mit der Erhöhung des Schussgeldes von 900 auf 2000 Euro, das dem Königspaar zufließt, soll vor allem jungen Schützen ein Anreiz geboten werden, den Vogel abzuschießen, damit es nicht wieder zu einem Debakel wie beim letzten Königskampf im Juli kommt, wo sich niemand unter die Vogelstange traute, Frauen schon zum Gewehr griffen und der Vogel erst am Nachmittag nach einem beherzten Schuss von Andreas Pieper fiel.

Beiträge erhöht von 15 auf 25 Euro

Mit dem Anheben der Beiträge von 15 auf 25 Euro will der Vorstand die Kosten unter anderem für die musikalische Begleitung und den Festwirt auffangen. In diesem Rahmen soll auch die Beitragsfreiheit für Schützen, die ab 2018 das 70. Lebensjahr erreichen, erst ab 75 Jahren gelten. Die Abstimmung fand auf Wunsch von Reinhard Brunstein in geheimer Wahl statt und ergab, dass von 63 Schützenbrüdern 46 mit dem Vorstand konform gingen, sich 16 der Stimme enthielten und ein Mitglied dagegen stimmte. Die Erhöhung des Schussgeldes passierte die Abstimmung mit vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen.

Bei einigen Schützen kam Ärger auf, als sie im Kassenbericht von Paul Westholt eine gute Zahl auf der Habenseite hörten, nun aber mehr Beiträge zahlen sollen. Da nützte es auch wenig, dass der Brudermeister immer wieder betonte, dass beispielsweise die Musikvereine schon jetzt eine deutliche Erhöhung für 2019 angekündigt hätten und auch der Festwirt seine Forderungen anheben wolle. Dank des Verständnisses der Mehrheit, den Verein nicht in den Ruin zu treiben, hat der Vorstand nach der positiven Abstimmung nun mehr Handlungsfreiheit.

Positiv verlaufen ist nach Aussagen von Reinhold Häken die Änderung der Festfolge von Freitag auf Sonntag. „Der Besuch am Freitag und Samstag war gut und seit vielen Jahren haben wir nicht mehr so viele Gäste beim Vogelschießen gehabt“, berichtete der Brudermeister.

Mangelnde Beteiligung beim Schießen

„Eigentlich könnten wir zufrieden sein, sind wir aber nicht. Und das liegt an der mangelnden Beteiligung beim Schießen. Wir freuen uns, dass Andreas Pieper den Vogel mit dem 161. Schuss erlegte.“ Über die Gründe sei viel diskutiert worden. Antworten habe man nicht gefunden und daher beschlossen, mit der Erhöhung der Beiträge und des Schussgeldes gegen zu lenken.

Dass bei dem Vogelschießen Frauen zum Gewehr griffen, da die Männer nicht wollten oder konnten, führte am Samstagabend zu einer weiteren Diskussion. „Ist das laut Satzung überhaupt erlaubt? Kann das wieder passieren?“, wollte Heribert Brunstein wissen. Beim Blick in die Regelvorgaben, die, so Reinhold Häken, von 1990 stammten und ohnehin einer dringenden Generalüberholung bedürften, sei es nicht erlaubt.

Neue Satzung dringend notwendig

Die Satzung beinhalte den Passus, dass nur Schützenbrüder schießen dürfen, die seit einem Jahr Mitglied sind. „Wir müssen unbedingt eine neue Satzung mit vielen zeitgemäßen Änderungen erstellen“, erklärte Häken. In diesem Zusammenhang wollte Heribert Brunstein grundsätzlich eine Klärung per Abstimmung, ob Frauen in die Bruderschaft aufgenommen werden sollten, herbeiführen. „Das steht nicht auf der Tagesordnung und wir können darüber erst bei der Generalversammlung im kommenden Jahr abstimmen“, erklärte Reinhold Häken und wies auch die Aufforderung ab, bis 2019 eine neue Satzung zu erstellen. „Das ist recht kompliziert, dafür benötigen wir bestimmt mehr Zeit.“

Eine Lanze für die Frauen brach Schützenbruder Christoph Müller. „Schaut euch doch mal um. Die Hälfte aller Gäste beim Vogelschießen sind Frauen. Außerdem helfen Frauen fleißig bei der Vorbereitung und Durchführung des Schützenfestes mit. Warum sollen sie nicht Mitglied werden?“ Aufkommender Beifall ließ erahnen, wohin die Reise künftig gehen wird.

Nach all diesen Diskussionen ging die Wahl einiger Vorstandsmitglieder zügig über die Bühne. Einstimmig wurden Hauptmann Christian Rickert, Feldwebel Ansgar Schneider und der erste Beisitzer Franz-Karl Bange in ihren Ämtern bestätigt. Die Riege der Fahnenoffiziere verstärken auf Antrag von Helmut Klösener künftig Lars Böhmer, Daniel Frerich und Daniel Wanzke.

Schützenfest vom 13. bis 15. Juli

Das Schützenfest wird auch in diesem Jahr nach dem neuen Modus von Freitag bis Sonntag, 13. bis 15. Juli, gefeiert. Da am Sonntagnachmittag das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet, versprach Reinhold Häken – egal ob mit oder ohne deutsche Beteiligung – eine Übertragung. Zum Ende der dreistündigen Versammlung gab es noch kurze Berichte über die Aktivitäten des Vereinsgremiums und des Bürgerhauses. Reinhold Häken machte außerdem auf den erneuten Trödeltreff sowie die Landpartie im Juli aufmerksam.

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