Für die Neuengeseker Heide sind Überflutungen nichts Neues

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Die Ecke dieses abschüssigen Feldes „zielt“ direkt auf die Straße Neuengeseker Heide, weil der Ackerboden schnell zugeschlämmt war, floss das Wasser oberirdisch ab.

Neuengeseker Heide – Die braune, schlammige Flut kam am Dienstag gleich zweimal, ein heftiger Hagelschauer am frühen Nachmittag und ein weiterer Regenguss am Abend verwandelte die L 688 in diesem Bereich in eine Wasserstraße, ebenso waren einige Anwesen westlich des Straßenzugs betroffen. Dass die Häuser in diesem Bereich öfters von schlammigen Wassermassen heimgesucht werden, sind die Anwohner der Heide schon gewohnt. Margrit Dicke hat die Jahreszahlen parat. 1984, 1998 und 2011 hatte es hier oben ebenfalls Überflutungen gegeben.

Sandsäcke und ein langes Brett zum Absperren der Haustür liegen seit 2011 für den Fall des Falles auch bereit. Als am Dienstag kurz nach 14 Uhr das Unwetter losging, war nur leider keiner daheim, der das Brett hätte aufstellen können, berichteten Margrit Dicke und ihr Sohn Georg Wilhelm. 

Geschuldet ist die wiederkehrende Überflutung des etwa 100 Meter langen Abschnitts der Durchgangsstraße den besonderen Gegebenheiten. Oberhalb am Hang liegt ein etwa 13 Hektar großes Feld, dessen tiefste Ecke wie ein Trichter Richtung Straße „zielt“. Liegt zudem der Ackerboden, wie aktuell bei den noch kleinen Zuckerrüben, überwiegend blank, setzt sich die Krume rasch zu, das Wasser kann nicht versickern und sucht sich seinen Weg. 

Hinzu kommt, dass die Einlässe und der Kanal an sich diese vom Feld strömenden Wassermassen nicht aufnehmen können, zumal am Dienstagmittag eine große Menge Graupel- oder Hagelkörner die Einläufe zusätzlich verstopft hatte. 

Am Mittwoch waren die meisten Spuren des Unwetters schon beseitigt, auch die Sandsäcke der Gemeinde wurden wieder abgefahren.

Letztlich sei die Sache noch einigermaßen glimpflich ausgegangen, sagte Georg Wilhelm Dicke. Bei der zweiten Alarmierung gegen 8 Uhr am Abend habe die Feuerwehr so schnell Sandsäcke ausgelegt, dass die zweite Wasserflut abgeleitet werden konnte. Dicke: „Großes Lob an die Feuerwehr und die Nachbarn für die tatkräftige Hilfe.“ 

Über Möglichkeiten zur Abhilfe war schon 2011 diskutiert worden. Bezüglich dem Bau eines größeren Kanalrohrs war die Sache, unter anderem wegen der hohen Kosten, jedoch im Sande verlaufen, berichtete Ortsvorsteher Reinhard Klöne. 

Schwierig sei auch die Gemengelage mit verschiedenen Straßenbaulastträgern und mehreren Grundstückseigentümern. Zudem müssten jeweils mehrere Faktoren zusammenkommen: „Hätte auf dem Feld hohes Getreide gestanden, wäre vermutlich nichts passiert.“ Klöne kündigte an, dass die Situation auf der Heide auch seitens der Gemeindegremien noch einmal diskutiert werde. 

Neben der Neuengeseker Heide waren von den Unwettern am Dienstag im Gemeindegebiet insbesondere auch Elfsen und Beusingsen betroffen, so waren auch hier einige Keller voll Wasser gelaufen; in Beusingsen drückte das von einem Feld strömende Wasser zudem eine Mauer um.

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