Wie geht es weiter?

Bettinghauser sind unglücklich mit Pädophilen-Haus

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Dank der Initiative einiger Anwohner wurde rund um das Fachwerkhaus des Verurteilten zwar einigermaßen aufgeräumt, wirklich glücklich sind die Bettinghauser mit dem Erscheinungsbild aber nicht.

Bettinghausen - Der Eigentümer sitzt in Haft und sein Haus in Bettinghausen steht verlassen und vernachlässigt da: Ein Zustand, der etliche Einwohner stört, Kaufangebote ließ der Eigentümer allerdings unbeantwortet.

Vorerst bleibt den Nachbarn nur die Möglichkeit, das Umfeld des Hauses in Eigeninitiative einigermaßen ordentlich zu halten. Anfang Mai vorigen Jahres erfolgte der Zugriff durch die Polizei, seither saß der Mann in Untersuchungshaft, und um sein Anwesen in der Kapellenstraße in Bettinghausen konnte er sich folglich nicht mehr kümmern. 

Das wird auch eine Weile so bleiben, denn im Dezember wurde der Angeklagte vom Landgericht Marburg wegen einer versuchten Kindesentführung in Niederweimar in 2012 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Die Verteidigung hat zwar Revision beantragt, vorerst gilt jedoch das Urteil, wobei das Gericht die Fortdauer der Haft angeordnet hatte. Das Haus hatte der Verurteilte vor etwa sechs Jahren im Zuge einer Zwangsversteigerung erworben – Kaufpreis angeblich etwa 20.000 Euro – und seither als Zweitwohnsitz genutzt. 

Selbst das Polizeisiegel prangt noch an der Tür

Schon zu dieser Zeit machte das kleine Fachwerkhaus nicht mehr den frischesten Eindruck. Seit der Inhaftierung des seinerzeit 34 Jahre alten Mannes drohte es zunehmend zu verkommen. Dies um so mehr, weil die Kripo nach dem Abschluss der intensiven kriminaltechnischen Untersuchungen des Hauses abgezogen war, ohne in irgendeiner Weise aufzuräumen. Steine und andere Gegenstände, die für die Untersuchung ins Freie geschafft worden waren, blieben an Ort und Stelle liegen. Seither hat sich seitens der Eigentümerseite niemand blicken lassen, berichtet ein Nachbar, selbst das Polizeisiegel prange noch an der Eingangstür. 

Ein Nachbar mäht gelegentlich den Rasen 

Anwohner des Hauses sahen sich daher veranlasst, den Vorgarten des Hauses in eigener Initiative wenigstens einigermaßen aufzuräumen. Hierfür habe es wohl eine Vereinbarung zwischen den Anwohnern und der Staatsanwaltschaft gegeben, berichtet Ortsvorsteher Reinhold Häken. Dazu gehöre auch, dass ein Nachbar gelegentlich den Rasen mäht. Gleichwohl ist das Haus vielen Bettinghausern ein Dorn im Auge, dies auch wegen der zweifelhaften Vorgeschichte. 

So war im Prozess vor dem Landgericht Marburg deutlich geworden, dass sich in dem Haus des zur Pädophilie neigenden Täters eine Art Verlies befunden hatte. Nach dem Urteil im Dezember gab es Kaufangebote, um das Haus anschließend abzureißen. Entsprechende Anfragen über die Staatsanwaltschaft an den Inhaftierten wurden jedenfalls formuliert. „Es gibt Interessenten“, bestätigt Häken, „aber von der Besitzerseite gibt es keine Reaktion. Er muss ja nicht, wenn er nicht will.“ Gewisse Eingriffe müsste der Eigentümer allenfalls dulden, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet wäre. Mehr als ein Bauzaun würde dann aber auch nicht aufgestellt, sagt Häken. Besser wird der Zustand des Gebäudes allerdings nicht. So erläutert ein Anwohner, dass Sturm „Friederike“ mehrere Dachpfannen heruntergeweht hat. Seither regnet es auch noch rein.

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