Gradierwerk: Neubau als Riesenpuzzle in 3D

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Zimmerer Tobias Langer nimmt Maß: Nachdem im alten Jahr vier Rahmen des Gradierwerks errichtet wurden, arbeiteten die Zimmerleute seither am Rohbau für die von Folie umhüllte Saunakabine. Auf den hervorstehenden Deckenbalken wird die Treppe zum „Sonnendeck“ enden.

Bad Sassendorf – Paketweise kommen die Balken für das neue Gradierwerk im Kurpark an, dann fängt für die Zimmerer der Firma Langer aus dem Erzgebirge das Sortieren an. Wie bei einem riesigen 3D-Puzzle müssen die Balken zugeordnet und zusammengeschraubt werden. Danach können die Rahmen an Ort und Stelle „geflogen“, sprich mit dem Kran an ihren Platz gehoben werden.

Als Holz für den Neubau wird Lärche und Eiche verwendet, erläutert Juniorchef Tobias Langer von der Firma Zimmerei und Lehmbau Langer. Die Holzbalken werden von der Firma Langer aus dem Erzgebirge geliefert und in der heimischen Region von einer Zimmerei gemäß den Plänen angebunden, also zugerichtet. Die für den Einbau fertig vorbereiteten Hölzer werden dann paketweise zusammengeschnürt. „Je nachdem wie schnell wir sind, wird uns der Nachschub an neuen Paketen geliefert“, sagt Langer. 

Die Firma aus dem Erzgebirge hat bislang etwa zehn Gradierwerke gebaut. Die grundlegenden Abläufe sind also vertraut. Doch ein Gradierwerk mit eingebauter Saunakabine, das dürfte auch für die Spezialisten aus dem Erzgebirge etwas besonderes sein. 

Neben den bereits im alten Jahr aufgestellten vier Rahmen des neuen Gradierwerks wurde jetzt zunächst die Balkenkonstruktion für die Saunakabine errichtet. Anschließend werden hier die, gegenüber dem Hauptteil etwas niedrigeren, Seitenbalken des Gradierwerks eingesetzt. 

Wenn die Zimmerleute auf der Seite zum Sole-Thermalbad fertig sind, wird Richtung Kurpark das Fachwerk für den Hauptabschnitt des Gradierwerks aufgestellt. Bis März soll der Rohbau inklusive der Tropfrinnen stehen, so Zimmermann Langer. 

Fertiggestellt wurde am südöstlichen Ende des Gradierwerks inzwischen auch das Fundament für den Lift und den Eingangsbereich des mehr als 60 Meter langen Bauwerks. Besucher können hier mit dem Lift oder über die Treppen bis in die zweite Etage „aufsteigen“. 

Dann befinden sie sich in Höhe der obersten Gradierwerketage, wo die Sole über Rohrleitungen auf die Schwarzdornwände geleitet wird. Anders als früher wird die Sole demnächst von der Sole-Therme aus zur Gradierung geleitet, erklärt Bürgermeister Malte Dahlhoff. Der Vorteil: Die Sole ist dann von ihrem Eisengehalt gereinigt, der im Bad zu braunen Schlieren im Wasser und auf dem Gradierwerk zu einer rotbraunen Ablagerung führen würde. 

Dank der vorgereinigten Sole bestehe die Hoffnung, dass der Schwarzdorn des neuen Gradierwerks nicht so schnell verkrustet, so der Bürgermeister. 

Ist die Sole mit etwa 18 Prozent Salzgehalt ausreichend gradiert, kommt sie in den 42 Kubikmeter fassenden Solebunker. Täglich werden dann etwa drei Kubikmeter entnommen, aufbereitet und zur Ergänzung des Schwundes ins Schwebebecken gepumpt, schildert Tiefbauingenieurin Bernadette König von der Gemeindeverwaltung.

Zu Ostern, hofft Bürgermeister Dahlhoff, ist das neue Gradierwerk komplett fertig. Um diesen Zeitplan einzuhalten, sollen die Schwarzdornbündel parallel zu den Zimmerer-Arbeiten erfolgen, sobald genügend Fachwerkrahmen stehen. Da auch die Außenbecken der Sole-Therme bis Ostern in Betrieb sein sollen, wären dann weitere zwei wichtige Anziehungspunkte für Gäste vollendet. 

Allerdings muss das Umfeld des Gradierwerks mitsamt der „Gartenspange“, einem besonders gestalteten Grünzug bis zur Rosenau hinunter, noch erstellt werden. Die Herrichtung dieser Außenanlagen mitsamt Veranstaltungsfläche könnte sich gemäß Zeitplan noch bis Oktober hinziehen.

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