Gradierwerk wird langsam: Schwarzdornwände von majestätischer Höhe

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Mit dem Einbau der Schwarzdornbündel hat der zentrale Bauabschnitt beim Gradierwerk begonnen.

Bad Sassendorf – So wie sie da auf dem Haufen liegen, machen die sperrigen Reisigbündel nicht viel her, sind sie an Ort und Stelle eingebaut, wirkt das Ergebnis fast schon majestätisch. Mit dem Einlegen der Schwarzdornbündel wird derzeit die „zentrale Produktionseinheit“ des neuen Gradierwerks eingebaut. Die stark gekrümmten, dornigen Zweige bieten eine große Oberfläche, um bei Sonne und Wind das Verdunsten des Wassers zu begünstigen, so dass der Salzgehalt der Sole steigt.

Ohne Schwarzdorn also auch kein Gradierwerk, und für den Einbau der sperrigen Bündel sind Matti Hess und seine drei Kollegen von der Zimmerei Langer zuständig. Etwa 25 Lkw-Ladungen werden fällig, um die 520 Quadratmeter an Gradierfläche herzustellen, schätzt Hess. 

In das Ständerwerk bauen die Experten in 50 bis 60 Zentimeter Abstand zusätzliche Streben ein, auf denen die Bündel aufgelegt werden. Besonders wichtig ist es jeweils, die Bündel gut zusammenzupressen, ehe die nächste Lage folgt. 

Dabei achten die Arbeiter darauf, dass die Zweige mit einer Neigung eingelegt werden, damit die Sole nach außen geleitet wird. Wenn das jeweilige Feld aufgefüllt ist, werden die Dornen mit der Heckenschere eingekürzt und abschließend mit einem Brett zu einer einheitlichen Ebene flach geklopft. 

Etwa 25 Lastwagenladungen Schwarzdorn wird Matti Hess mit seinen drei Kollegen verarbeiten.

Die ersten zwei Meter an Höhe gehen recht zügig, wenn von der Arbeitsbühne aus gearbeitet werden muss, etwa langsamer. 40 Quadratmeter schafft der vierköpfige Trupp pro Tag, man sieht, dass hier ein eingespieltes Team am Werk ist. 

Und die Berufsausbildung der Leute? Hess lacht: „Das sind Künstler!“ Und zwar offensichtlich sehr gefragte. Die Experten für die Bedornung von Gradierwerken seien auf Jahre ausgebucht, die nächsten Aufträge, so Hess, warten in Italien, China und Korea. 

„Jetzt, wo die Bedornung drauf kommt, kann man erst richtig sehen, dass es was wird“, findet Zimmerer Thomas Raigrotzky. Er erledigt mit den Mitarbeitern der Firma Zimmerei und Lehmbau Langer aus Zwönitz die Holzarbeiten am Gradierwerk. 

Fertiggestellt wurden inzwischen die Rieseltische, von denen die herabtropfende Sole über Rinnen abgeleitet wird. Die Rinnen selbst werden erst später eingebaut, damit sie möglichst rasch von der Sole feucht gehalten werden. Sonst werden sie leicht undicht, erklärt Raigrotzky. 

Noch viele Detailarbeiten

Eingesetzt werden müssen in die entsprechenden Aussparungen in den Gradierwänden auch noch zwei Gauben, die vom oberen Wandelgang aus Ausblicke in den Kurpark ermöglichen. Zudem werden die Schwarzdornbündel auf der Innenseite mit Bretten ausgekleidet, die jeweils einen Spalt frei lassen, damit die Besucher des Gradierwerks die Konstruktion erkennen können. 

Auch Rohrleitungen und Fördertechnik für die Sole sind einzubauen, ebenso die Überdachung und die balkonartigen Plattformen an der Stirnseite des Gradierwerks. 

Es bleibt noch einiges zu tun in den nächsten Wochen, aber der Bau wird immer ansehnlicher. Das findet jedenfalls Matti Hess: „Dieses Gradierwerk ist schöner als alle anderen, modern und voller Leben, weil die Leute hinein gehen können. 

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