Gemeindewerke: Sassendorfs Unternehmen spülen ordentlich Geld in die Gemeindekasse

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Stromzähler

Bad Sassendorf – Auf dem Organigramm über die Finanzströme sitzt die Gemeindewerke Bad Sassendorf GmbH und Co. KG wie die Spinne mitten im Netz. Was an Beteiligungsgewinnen aus den beiden Tochtergesellschaften Netze GmbH und Gasnetz GmbH sowie aus eigener Geschäftstätigkeit an Gewinnen erwirtschaftet wird, geht in dem steuerlichen Querverbund zu einem erheblichen Teil an die Thermalbad GmbH. Zudem führen die Gemeindewerke Zinsen und Tilgungen an die Gemeinde ab.

Die Zahlen, die sich aus diesen Finanzströmen ergeben, sind beachtlich. Direkt an die Gemeinde gehen von den Gemeindewerken 60.700 Euro an Zinsleistungen, 134.000 Euro an Tilgung von Darlehen, 76.700 Euro an Gewerbesteuer und 2.500 Euro als Fremdenverkehrsbeitrag, das macht in Summe 274.000 Euro. Hinzu kommen 380 000 Euro, entsprechend 70 Prozent des Gesamtgewinns, den die Gemeindewerke in Form des Verlustausgleichs an das Thermalbad abführen. (30 Prozent des Gesamtgewinns gehen an die Stadtwerke Lippstadt als zweiter Gesellschafter der Gemeindewerke GmbH.)

Diese Verlustabdeckung an die Therme geht wiederum mit in die Zins- und Tilgungsleistungen der Thermalbad GmbH an die Gemeinde ein, dieser Rückfluss an Geldern an die Gemeinde macht immerhin 1,65 Millionen Euro aus. Diese Geldströme erläuterte Kämmerer Karl-Heinz Ricken, der zugleich Geschäftsführer der Gemeindewerke und ihrer beiden Töchter ist, jetzt im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde. Anhand der Finanzströme sei zu erkennen, so Ricken, „dass die Gemeinde da sehr sauber herauskommt“. Die Übernahme des Strom- und des gasnetzes durch die Gemeinde und der Einstieg in das Kundengeschäft haben sich demnach ausgezahlt.

Dieser Einschätzung schloss sich Hans-Joachim Lücker (CDU) an. Der Aufbau der Gesellschaftsstruktur sei zwar ziemlich kompliziert gewesen, die Ergebnisse zeigten jedoch, dass die Entscheidungen richtig waren, in den Erwerb der Netze einzusteigen. Wie Bürgermeister Malte Dahlhoff ergänzte, bildet der steuerliche Querverbund zwischen der Gemeindewerke GmbH und der Thermalbad GmbH die Grundlage für die Sanierung des Bades. 

Aufgrund der Finanzströme verfolge die Gemeinde das Ziel, dass binnen zehn Jahren drei Viertel der Darlehen zurück gezahlt sind, die die Thermalbad GmbH von der Gemeinde bekommen hat. Immerhin umfasst die fast abgeschlossene Sanierung und Erweiterung des Thermalbads rund 17 Millionen Euro. 

Fürs laufende Jahr erwartet Ricken bei den Gemeindewerken einen Jahresüberschuss von gut 377.000 Euro, für 2021 wird ein Jahresüberschuss von 555.000 Euro prognostiziert, und auch in den Folgejahren bis 2024 liegt der Betrag laut der mittelfristigen Finanzplanung bei rund 500.000 Euro. 

Die Erträge ergeben sich zum einen aus den Pachtentgelten für das Strom- und das Gasnetz und zum anderen aus dem eigenen Kundengeschäft der Gemeindewerke. Die Zahl der Strom- und/Oder Gaskunden entwickelt sich Ricken zufolge weiter nach oben, nach aktuellem Stand versorgen die Gemeindewerke etwa 1.500 Kunden. Das entspricht etwa 25 Prozent aller Haushalte in der Gemeinde. Da das Versorgungsgebiet dem gesamten Westnetzgebiet entspricht, könnten es noch mehr werden, bei den Preisen seien die Gemeindewerke im Vergleich zu anderen Anbietern in der Region jedenfalls sehr attraktiv, betonte Ricken.

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