Sonja Rudolph hat als Klinikseelsorgerin ein offenes Ohr für Patienten

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Sonja Rudolph bietet Gespräche an.

Bad Sassendorf - „Der Glaube hat mein Leben bereichert, das möchte ich gern weitergeben.“ Gemeindereferentin Sonja Rudolph ist seit gut einem Jahr für die katholische Klinikseelsorge im Kurort zuständig, bietet den Patienten eine Insel im Alltag, will Impulse geben.

Im Rahmen der Zukunftsperspektive des Erzbistums Paderborn erhielt die 42-Jährige einen 50-prozentigen Stellenanteil. „Die Arbeit mit den Reha-Patienten ist eine Herausforderung, die mir sehr viel Spaß macht“, berichtet Sonja Rudolph von einer interessanten Tätigkeit, die für sie nach dem Einstieg ins Seelsorgeteam der Pfarrei Heilige Familie zunächst Neuland bedeutete.

Nach ihrer Ausbildung zur Gemeindereferentin war sie unter anderem in der Soester St. Bruno-Gemeinde tätig, legte danach eine längere Pause ein, um für ihre Familie da zu sein und entschloss sich jetzt wieder, ihren Beruf auszuüben. Dass sie einmal im kirchlichen Bereich arbeiten möchte, stand für Sonja Rudolph schon während ihrer Schulzeit fest. Religion und der Glaube waren schon damals für sie wertvolle Lebensaspekte, die sie faszinierten.

In den fünf Bad Sassendorfer Kliniken betreut Sonja Rudolph die Rehapatienten gemeinsam mit Pastor Christian Casdorff von der Evangelischen Kirchengemeinde. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut“, weist sie auf gelebte Ökumene hin.

Patienten bauen Vertrauen auf

Zu ihrem Aufgabengebiet gehören die Teilnahme an den Begrüßungsterminen, in deren Verlauf sie die Leute kennenlernt, Gottesdienste und Gesprächsangebote. Sie freut sich über jeden Kontakt mit den Patienten und das Vertrauen, das sie ihr entgegenbringen. Die Erfahrungen, die sie dabei sammelt, sind wechselvoll, spannend und berühren sie oft tief und nachhaltig.

Rudolph ist nicht nur Gesprächspartnerin und Seelsorgerin, sondern nicht selten auch Trauerbegleiterin. „Viele ältere Menschen kommen zu mir, weil sie um einen geliebten Menschen trauern. Sie haben den Partner lange Zeit gepflegt, obwohl sie selbst krank waren, eine neue Hüfte oder ein neues Knie benötigt hätten. Erst nach dem Tod des Mannes oder der Frau haben sie einer Operation zugestimmt und die Trauer in der Reha, als sie zur Ruhe kamen, massiv gespürt“, berichtet die Kurseelsorgerin.

Andere Menschen wiederum hadern mit dem Schicksal, dass ihnen die Krankheit beschert, sehen keine rechte Zukunftsperspektive, wissen nicht, was sie tun können, um weiterhin ein schönes Leben zu führen. „Ich versuche ihnen zu vermitteln, dass der Glaube das Leben positiv beeinflusst und sie stärkt“, erklärt die Seelsorgerin.

Sonja Rudolph legt übrigens großen Wert darauf, dass die Patienten sich während des Gesprächs wohlfühlen. Egal ob an einem Platz in der Klinik, auf dem Zimmer oder in einem Café – die Patienten dürfen den Ort für die Zusammenkunft selbst auswählen. In der Regel sind es 15, manchmal 20 Patienten, die während der dreiwöchigen Rehaphase den Kontakt zu Sonja Rudolph suchen. „Selbst wenn es nur zwei oder drei sind und ich ihnen helfen kann, hat sich meine Arbeit gelohnt“, freut sie sich über jeden Erfolg.

Körperlich und seelisch gestärkt

Das gilt auch für die Wortgottesdienste, die sie gestalten darf. „Nicht jeder Patient ist Kirchgänger oder gar gläubig. Trotzdem zieht es gerade solche Patienten in den Gottesdienst, nur um mitzuerleben, was dort geschieht.“ Mit Pastor Casdorff lädt sie auch zu ökumenischen Gottesdiensten ein. Ein schöner Moment war für Sonja Rudolph die Begegnung mit einer Frau, die zum zweien Mal in der Klinik zu Gast war und sie direkt ansprach: „Ich habe im Frühjahr schon einmal ihren Gottesdienst besucht. Es hat mir gut gefallen, ich nehme wieder daran teil.“

Sonja Rudolph trägt ihren Teil dazu bei, dass die Patienten nach drei Wochen Aufenthalt in Bad Sassendorf nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gestärkt nach Hause fahren können. Das macht sie glücklich, ist der schönste Lohn für ihre Arbeit.

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