Gemeinde Bad Sassendorf

Lernrückstände nach Corona: Politik sieht „Aufhol“-Programm positiv

Unterricht im Wechsel und mit Mundschutz oder gar daheim: Wegen der Corona-Pandemie haben manche Schüler Defizite aufzuholen.
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Unterricht mit Mundschutz oder gar daheim: Wegen der Corona-Pandemie haben manche Schüler Defizite aufzuholen.

Wochenlang hieß es Lernen zu Hause, danach folgte Wechselunterricht, und langsam etwas mehr Normalität mit dem täglichen Besuch in der Schule: Die Kinder an den Bad Sassendorfer Schulen mussten wie anderswo auch wegen der Corona-Pandemie eine Menge an Einschränkungen und Belastungen hinnehmen. Der Schulausschuss stimmt deshalb für die Teilnahme an einem Aktionsprogramm gegen die Folgen von Corona

Bad Sassendorf - Dass die Schüler in dem einen oder anderen Fall einiges an Unterrichtsstoff versäumt oder noch nicht gut verstanden, ging im Ausschuss für Generationen, Soziales, Schule und Sport (AGSSS) aus den Berichten der Schulleitungen für die Sälzer-Grundschule, die Ini-Gesamtschule und die Schule an der Rosenau der Kinderfachklinik hervor. Diese Lücken sollen jedoch so gut es geht aufgearbeitet werden. Die Gemeinde beabsichtigt nämlich, an einem entsprechenden Aktionsprogramm des Bundes teilzunehmen.

Was das Programm bewirken soll, wurde im Schulausschuss im Rahmen einer Präsentation vorgestellt. Allerdings seien die genaue Umsetzung und die Höhe des finanziellen Anteils für die Gemeinde noch unklar, räumte Bürgermeister Malte Dahlhoff ein. Ulrike Kowatz, die Leiterin der Sälzer-Grundschule, habe gleichwohl darüber informiert, dass es Kinder gebe, die in der Corona-Zeit gut klar gekommen sind, aber auch andere. Die Schulen würden sich gerne engagieren, sorgten sich allerdings darum, genug qualifiziertes Personal zu bekommen, so der Bürgermeister. Der Gemeindeverwaltung liege auch bereits ein Angebot aus Weslarn vor, das dort mit eigenen Angeboten Schüler unterstützen möchte. Ob und wie das möglich sein wird, werde aber erst klar, wenn die Umsetzung des Aktionsprogramms zwischen Bund und Land abgestimmt ist, sagte Dahlhoff.

Die Zielrichtung des Programm überzeugte offenbar gleichwohl. Angelika Cosmann (CDU) stellte einen Antrag, demzufolge die Verwaltung beauftragt werden soll, die Möglichkeiten des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona“ für Kinder und Jugendliche in der Gemeinde gemeinsam mit Schulen, Kitas, Jugendhilfeträgern, Institutionen und Vereinen zeitnah zu prüfen und so weitgehend wie möglich umzusetzen und bei der Organisation zu unterstützen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“

Das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ sieht verschiedene Maßnahmen vor, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, die durch die Bedingungen während der Pandemie ins Hintertreffen geraten sind. Eine wichtige Grundlage gemäß der Präsentation der Gemeindeverwaltung ist die Erkenntnis, dass die pandemiebedingten Schulschließungen bei etwa einem Viertel der Schüler Lernrückstände bewirkt haben. Für den Abbau dieser Lernrückstände sollen bundesweit eine Milliarde Euro bereit gestellt werden, eine weitere Milliarde ist für Sportaktivitäten und die Begleitung von Kindern und Jugendlichen im Alltag und in der Schule vorgesehen. Speziell Kinder aus Familien mit kleinem Einkommen sollen gezielt unterstützt werden. Die Umsetzung der Maßnahmen soll in bestehenden Strukturen durchgeführt werden, sie sollen passgenau auf die Lernrückstünde des jeweiligen Kindes abgestimmt werden. Die Mittel werden vom Bund über die Länder zur Verfügung gestellt. Zur Umsetzung durch entsprechend qualifizierte Personen sollen Stiftungen, Vereine, Volkshochschulen oder auch kommerzielle Nachhilfeanbieter zusammenarbeiten. Auch pensionierte Lehrer können zum Einsatz kommen. Nach dem Motto „Kultur macht stark“ sollen zudem Freizeit- und Ferienaktivitäten und außerschulische Angebote ermöglicht werden.

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