Bad Sassendorf will auch für Fahrräder private Parkplätze

Ablöse für Stellplatz wird teurer

Wie hier am Spindelpfad zu sehen, benötigen Privathäuser die notwendigen Stellplätze f ür die parkenden Fahrzeuge. Foto: Dahm

Bad Sassendorf – Wer in der Gemeinde Bad Sassendorf neu baut, seine Immobilie vergrößert oder aber die Nutzung erheblich ändert, muss bei der Gemeinde entsprechende private Stellplätze für Autos und Fahrräder nachweisen, wenn das Gebäude von Autofahrern oder Radfahrern angesteuert wird.

Die entsprechende Verordnung der Gemeinde wird jetzt gemäß einer neuen Bauordnung in NRW novelliert. Ziel: Es soll mehr Stellplätze geben, und auch die Ablösesummen für nicht darstellbare Stellplätze im Badeort und im Außenbereich sollen erhöht werden. 

Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen sind seit Jahresbeginn befugt, bei Bauvorhaben eigene Regelungen bezüglich der Schaffung der Anzahl von notwendigen Stellplätzen für Kraftfahrzeuge und Abstellplätze für Fahrräder zu erlassen. Somit ergibt sich die Möglichkeit, die Zahl der notwendigen Stellplätze nach den bisher gemachten Erfahrungen und bezogen auf die örtlichen Verhältnisse und die speziellen Bedürfnisse des Kurortes und seiner Peripherie festzulegen. 

Bisher pro Wohnung 1,25 Stellplätze

Bisher wurden recht pauschal pro Wohneinheit 1,25 Stellplätze gefordert. Nun kann wesentlich differenzierter die Größe der Wohnung und zum Beispiel die Nutzung als Servicewohnung für Ältere bei der Berechnung der notwendigen Anzahl der Stellplätze berücksichtigt werden. 

Heute berät der Haupt- und Finanzausschuss darüber, für welche Gebäude und Wohnungen in der Gemeinde Bad Sassendorf wie viele Pkw-Stellplätze auf privatem Grund und Boden vorzuhalten sind. Das gilt auch für Fahrräder, denn die Gemeinde beabsichtigt, der zunehmenden Bedeutung des Radverkehrs als umweltfreundliches und platzsparendes Verkehrsmittel Rechnung zu tragen und durch den Nachweis von zeitgemäßen Fahrradstellplätzen attraktiver zu machen. 

Definiert wird ein Stellplatz als Fläche oder Garage zum Abstellen von Kraftfahrzeugen oder Fahrrädern außerhalb der öffentlichen Straßen und Wege. 

Fahrrad-Stellplätze müssen eben sein

Für Fahrräder gilt, dass die Stellplätze von der öffentlichen Fläche aus ebenerdig oder über Rampen und Aufzüge verkehrssicher und leicht erreichbar sein müssen. Sie müssen weiterhin einen sicheren Stand gewährleisten und eine Sicherung gegen Diebstahl ermöglichen, schließlich noch einzeln leicht zugänglich sein und eine Fläche von mindestens 1,5 Quadratmeter pro Fahrrad bemessen. In einer Tabelle wird aufgelistet, welche Richtzahlen in der Gemeinde gelten sollen. 

Demnach werden für ein Einfamilienhaus zwei Stellplätze gefordert und für ein Zweifamilienhaus vier Stellplätze. Mehrfamilienhäuser ab drei Wohnungen benötigen je einen Stellplatz für Wohnungen bis zu 60 Quadratmetern und 1,5 Stellplätze pro Wohnung über 60 Quadratmetern. Bei Altenwohnungen sind 0,5 Stellplätze pro Wohnung gefordert. (Weitere Nutzungsarten siehe Kasten.) 

Ablöse kostet bis zu 6800 Euro

Wer die erforderlichen Stellplätze nicht darstellen kann, muss an die Gemeinde eine Ablösesumme bezahlen. Vorgeschlagen wird, die beiden Gebietszonen mit dem Ortsteil Bad Sassendorf und Teilen von Lohne westlich des Neuen Weges (Gebietsteil I) sowie den anderen Ortsteilen (Gebietsteil II) beizubehalten. 

Weiter wird vorgeschlagen, für den Gebietsteil I auch die Möglichkeit einzuräumen, notwendige Abstellplätze für Fahrräder abzulösen. Für den Gebietsteil II kann unterstellt werden, dass aufgrund der Siedlungsstruktur auf den Grundstücken ausreichend Platz ist, um Fahrradabstellplätze zu schaffen. Insbesondere in den vergangenen Jahren und vermutlich auch zukünftig soll die Ablöse von Stellplätzen nur die Ausnahme darstellen, damit der Parkdruck im öffentlichen Bereich nicht weiter zunimmt.

Ablöse nur als Ausnahme

Die Ablösebeträge wurden von der Verwaltung neu kalkuliert, sie liegen für den Gebietsteil I bei 6800 Euro (bisher 6000 Euro) und für den Gebietsteil II bei 3900 Euro (bisher 3200 Euro). Für den Fahrradabstellplatz wurden 1 480 Euro kalkuliert. Basis der Kalkulationen sind die Kosten für die Errichtung von Stellplätzen im öffentlichen Raum (für Kfz mit Fahrgassen, Beleuchtung, Grünanteilen, für Fahrräder mit Überdachung und Bügeln).

Wer muss wie viele Stellplätze bereitstellen?

  • Einfamilienhaus (2); 
  • Zweifamilienhaus (4); 
  • Mehrfamilienhaus Wohnung unter 60 qm (1); 
  • Wohnung über 60 Qm 1,5); Altenwohnungen (0,5); 
  • Kinder- und Jugendheime (ein Stellplatz pro 10 Plätze sowie 0,5 je anwesendem Beschäftigten); 
  • Seniorenwohngruppen (ein Stellplatz je 5 Plätze sowie ein Stellplatz pro anwesendem Beschäftigten); 
  • Alten- und Pflegeheime (ein Stellplatz je 10 Plätze sowie ein Stellplatz pro anwesendem Beschäftigten); 
  • Tagespflege 0,5 je anwesendem Beschäftigten; 
  • Studenten- und sonstige Wohnheime ein Stellplatz je zwei Plätze. 
  • Büroräume ein Stellplatz je 30-40 qm Nutzfläche, mindestens jedoch zwei Stellplätze;
  • Räume mit erheblichem Besucherverkehr 1 Stellplatz je 20 bis 30 Quadratmeter Nutzfläche; Sozialstation, ambulante Pflege ein Stellplatz je Beschäftigtem.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare