Gemeinde lässt Hunde zählen

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So ist es brav... – diese beiden Vierbeiner tragen eine Hundemarke, sie sind also für die Hundesteuer registriert.

Bad Sassendorf - Mancher Hund läuft doch glatt „schwarz“ durch die Gemeinde, weil sein Halter keine Hundesteuer für den vierbeinigen Liebling entrichtet. Mit einer Hundebestandsaufnahme will die Gemeinde Bad Sassendorf diese Halter ermitteln. Wer erwischt wird, dem droht ein Bußgeld, zudem muss die Hundesteuer ab Beginn der Hundehaltung rückwirkend nachgezahlt werden.

Aktuell sind bei der Gemeindeverwaltung 1 140 Hunde registriert. Das Steueraufkommen rette den Haushalt der Gemeinde zwar nicht, es sei aber auch kein unerheblicher Betrag, erklärte Martin Becker, Abteilungsleiter Finanzen der Gemeinde, auf Nachfrage. Im Jahr 2016 erbrachte die Hundesteuer immerhin 77 000 Euro, fürs laufende Jahr ist ein Aufkommen von 78 000 Euro veranschlagt.

Ob es weitere nicht angemeldete Hunde gibt, hat die Gemeinde vor einigen Jahren bereits durch eine Bestandsaufnahme durch eigene Mitarbeiter ermitteln lassen. Diesen Schritt möchte die Gemeinde jetzt wiederholen, allerdings mit dem grundlegenden Unterschied, dass dieses Mal wirklich jedes Haus besucht werden soll.

Dies sichere die von der Gemeinde beauftragte Firma zu, die aktuell übrigens auch in Welver aktiv ist.

In der Zeit vom 9. bis 27. Oktober sowie voraussichtlich vom 13. bis 24. November wird diese Hundebestandsaufnahme durchgeführt. Die Mitarbeiter der Firma Springer Kommunale Dienste GmbH aus Düren werden in diesem Zeitraum wochentags in der Zeit von 10 bis 20 Uhr und samstags bis 17 Uhr alle Haushalte in Bad Sassendorf aufsuchen und durch Befragung den Hundebestand feststellen, erläutert die Gemeinde in einer Pressemitteilung. Jeder Mitarbeiter der beauftragten Firma trage sichtbar eine von der Gemeinde ausgestellte Legitimation.

Zur Durchführung des Auftrags werden die Wohnungen nicht betreten. Es werden auch keine Steuern oder Gebühren vor Ort erhoben. Werden bei der Hundebestandsaufnahme nicht versteuerte Hunde festgestellt, müssen die Halter mit einer rückwirkenden Festsetzung der Steuer und einem Bußgeld rechnen, so die Gemeinde. Sollten Einwohner Hunde halten, die bisher nicht bei der Gemeinde Bad Sassendorf angemeldet wurden, seien sie verpflichtet dies umgehend nachzuholen.

Das beauftragte Unternehmen wirbt auf seiner Internetseite übrigens mit dem Argument Steuergerechtigkeit für die Dienstleistung „Hundebestandsaufnahme“. In vielen Kommunen sei eine große Zahl der Hunde nicht für die Hundesteuer registriert. Aus Untersuchungen gehe hervor, dass nur 60 bis 75 Prozent der Hundehalter ihren Hund auch wirklich bei der Kommunalverwaltung anmelden, wenn eine Kommune nichts tue, um den Bestand an Hunden zu ermitteln. 

Anmeldungen für die Hundesteuer sind in der Gemeindeverwaltung schriftlich, mündlich unter Telefon 02921/50540 oder 50514, per E-Mail an steuern@bad-sassendorf.de oder persönlich im Rathaus möglich. Die Anmeldung muss rückwirkend zum Beginn der Hundehaltung in der Gemeinde erfolgen.

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