Geldautomaten-Schließung erregt Ostinghauser Gemüter

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Volksbank-Sprecher Bernd Wesselbaum (links) folgte der Einladung von Angelika Kolkmann und Bernhard Tusch.

OSTINGHAUSEN - Heiß her ist es bei einer Informationsveranstaltung gegangen, zu der Ortsvorsteherin Angelika Kolkmann und die Seniorengemeinschaft die Ostinghauser eingeladen hatten. Das Thema: Die Schließung eines Geldautomaten

Bernd Wesselbaum, Vorstandsprecher der Volksbank Hellweg, stellte sich dabei den Fragen der Bürger, die durch die im Dezember 2014 erfolgte Schließung des Volksbank-Automaten im Ort noch immer spürbar erregt sind.

„Gerade wir Senioren fühlen uns in der heutigen Gesellschaft zunehmend an den Rand gedrängt“, fasste Bernhard Tusch von der Seniorengemeinschaft die Gefühlslage des durchweg schon älteren Publikums zusammen. Volksbank-Sprecher Wesselbaum versuchte die Anwesenden zu beschwichtigen und legte seinerseits die Gründe für die Schließung des Automaten dar: „Es war uns klar, dass diese Maßnahme auf wenig Begeisterung in Ostinghausen stoßen wird, aber am Ende hat sich der Geldautomat hier einfach nicht rentiert, im Gegenteil: wir mussten sogar draufzahlen.“ Allerdings bestehe für die Ostinghauser nach wie vor die Möglichkeit, sich über einen Anruf in der Bad Sassendorfer Filiale von Mitarbeitern Bargeld – wenn auch mit etwas Verzögerung – an die Haustür bringen zu lassen. Und für Überweisungen stünden zudem portofreie Kuverts zur Verfügung, die in den Filialen zur Mitnahme bereit liegen. Den Vorschlag von Veranstaltungsinitiator Karl Vidt, die Volksbank könne doch mit der Firma Rewe-Stolper, die den Ort bereits regelmäßig mit ihrem mobilen Supermarkt ansteuere, gemeinsam eine Art Bargeld-Lieferservice realisieren, wies Wesselbaum aufgrund von Sicherheitsbedenken jedoch zurück.

Bei seinen Zuhörern stieß Wesselbaum jedoch auf taube Ohren. Vielmehr zeigten sich die Senioren verärgert, dass Wesselbaum seine Aussagen zur Rentabilität des Automaten nicht durch entsprechendes Zahlenmaterial belegen konnte, auch weil er sich hier auf Betriebsgeheimnisse berief.

Auch Ortsvorsteherin Angelika Kolkmann zeigte sich diesbezüglich verständnislos und hegte wie viele der Anwesenden Zweifel an Wesselbaums Ausführungen. Wie sie im anschließenden Gespräch mit dem Anzeiger verriet, sieht sie die gegenwärtige infrastrukturelle Entwicklung in Ostinghausen – trotz einer Zahl von 200 Arbeitsplätzen, die man noch im Ort habe – sehr negativ. „In den letzten Jahren haben fast alle Geschäfte hier zugemacht, heute haben wir nur noch einen Friseursalon“, sagt sie. Auch an Bauland fehle es, was dazu geführt habe, das allein im vergangenen Jahr sechs junge Familien aus dem Ort weggezogen seien.

„Für so ein kleines Dorf wie Ostinghausen ist das ein großes Problem, da die Vergreisung so immer mehr zunimmt“, weiß Kolkmann, die das Problem allerdings angehen will – das Gespräch mit Bürgermeister Malte Dahlhoff hat sie in dieser Angelegenheit schon gesucht. - hip

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