SPD ist gegen Umbau der Trauerhalle Lohne zu einem Dorfgemeinschaftshaus

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Neben dem Hauptgebäude der Trauerhalle mit dem großen Saal besteht ein Nebentrakt, in dem sich inzwischen ungenutzte Kühl- und Lagerräume befinden. Diesen Trakt für gesellige Anlässe zu nutzen findet nicht die Zustimmung der SPD-Mitglieder.

Lohne – „Wir begrüßen ausdrücklich die ehrenamtliche Initiative der Projektgruppe und unterstützen deren Ziele, ein Dorfcafé, eine Ehrenamtskneipe sowie die Einrichtung von Räumlichkeiten verschiedener Interessengruppen und eine Verbesserung der Situation der Landjugend in Lohne zu schaffen.

Allerdings lehnen wir es ab, dafür die Nebengebäude der Trauerhalle zu nutzen.“ So lautet die Ansage der Lohner SPD-Fraktionsmitglieder Axel Droste, Andreas Buchendorfer, Martin Frerich und Tobias Wilms.

Sie haben sich seit der Versammlung in der Trauerhalle im Januar intensiv mit den Plänen beschäftigt und sind zu dem Schluss gekommen, dass Alternativen ausgelotet werden müssen. Oberste Priorität hat für sie der Schutz von trauernden Angehörigen und Nutzungsberechtigten des Friedhofs. 

Trauernden gilt die oberste Priorität 

Hohe Kosten, fehlendes soziales Umfeld, kein Schutz der Grabstätten vor Vandalismus und der Erhalt einer pietätvollen Entwicklung des Friedhofs sind einige der Punkte, die für die ablehnende Haltung angeführt werden. Mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Edwin Morch und dem SPD-Ratsmitglied Uwe Sommer erläuterten die vier in einem Pressegespräch, warum sie einer Umnutzung auf keinen Fall zustimmen werden. 

Die Förderung ehrenamtlichen Engagements sei eine wichtige Säule der politischen Arbeit, geleitet von den Zielen der Nachhaltigkeit sowie der sozialen und ökologischen Ausgewogenheit. Auch die finanzielle Machbarkeit dürfte nach Meinung der SPD problematisch werden. Die Trauerhalle verfüge derzeit über zwei öffentliche Toiletten, die über eine Sammelgrube per Lkw geleert wird. 

Eine Umnutzung der Trauerhalle auf dem Lohner Friedhof kommt für sie nicht in Frage (von links): Martin Frerich, Edwin Morch, Uwe Sommer, Axel Droste, Tobias Wilms und Andreas Buchendorfer.

Im Fall einer Umnutzung der Nebenräume müsse ein Kanalanschluss ab der Straße „Auf’m alten Garten“ gelegt werden. Die Wände der Kühl- und Lagerräume seien sehr dünn, daher werde wohl ein kompletter Neubau erforderlich. Mit einem möglichen Ausbau der Straße inklusive Straßenbeleuchtung und weiteren Dingen komme die Realisierung des Projekts locker eine halbe Million Euro, so Droste und Wilms. 

Sie plädieren wie ihre Fraktionskollegen für kostengünstigere Alternativen. Die seien von der Projektgruppe bisher aber nicht vorgestellt worden, deren Arbeit fokussiere sich ausschließlich auf den Umbau der Trauerhalle. Fragen und Anregungen seien in der Info-Veranstaltung nicht gewürdigt worden. Vielmehr entstehe der Eindruck, die Umnutzung sei alternativlos. 

Ein Dorfcafé oder eine Ehrenamtskneipe könnte auf dem Hof Brinkmann untergebracht werden. Für solche Zwecke sei das Gebäude umgebaut worden. Barrierefreiheit sei in weiten Teilen gegeben oder durch kleine bauliche Maßnahmen leicht herzustellen, erklärte Axel Droste. Hinzu komme, dass der Hof im Dorf liege und gut erreichbar sei. Es bleibe allerdings die Herausforderung, Räume für die Landjugend und für größere Feiern zu schaffen, die aus Lärmschutzgründen in der Schützenhalle nicht möglich sind. Hier regte Andreas Buchendorfer die Nutzung von Wohncontainern an, die auf einer Fläche, die allerdings noch gefunden werden muss, aufgestellt werden könnten. 

Offenes Gelände prägt den Lohner Friedhof 

Bei einer Umnutzung der Nebengebäude an der Trauerhalle stelle sich die Frage nach der Verträglichkeit mit dem Friedhofs- und Bestattungswesen. Bestattungen fänden heute oft am Wochenende statt. Eine pietätvolle Bestattung könne aber nicht gewährleistet werden, wenn in direkter Nachbarschaft Feiern stattfinden, erklärte Wilms, der beruflich selbst mit der Konzeption von Friedhöfen beschäftigt ist. 

Prägend für den Lohner Friedhof seien alte bäuerliche Grabstätten, die in Bereiche mit modernen Urnengräbern oder Rasengräbern übergehen. Dies biete einen offenen Blick auf den Friedhof und schaffe eine besondere Atmosphäre. Durch einen Zaun oder eine Mauer, wie in den Planungen der Projektgruppe vorgesehen, würde die Anlage ein gestalterisches Element verlieren und die Brücke zwischen der Trauergemeinde und dem Friedhof gekappt, so Tobias Wilms.

Vorschläge erbeten 

Nach Meinung der SPD muss die ergebnisoffene Standortsuche weiter gehen. Vorschläge und Ideen nimmt Axel Droste entgegen, Telefon 52478, E-Mail axel-droste@freenet.de .

Das sagt die Projektgruppe

Die Projektgruppe um Torben Grothe, Röttger Sander und Heinrich Wegener will Mitte Februar entscheiden, wie es weiter geht. Das erklärte Heinrich Wegener. Mit der SPD sei ebenfalls ein Gespräch vereinbart, allerdings erst nach dem 15. Februar. Bis zu diesem Datum können sich alle Interessierten bei der Projetgruppe melden, und Argumente für oder wider die Idee vortragen. 

Im Gegensatz zu der großen Resonanz mit 200 Teilnehmern auf der Info-Veranstaltung am 12. Januar sei die Resonanz auf die Bitte um E-Mails bisher eher schleppend. Die Adresse lautet mail@stein-lohne.de.

Korrektur

In einer frühreren Fassung war eine falsche E-Mail-Adresse von SPD-Ratsherr Axel Droste angegeben, diesen Fehler haben wir korrigiert. 

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