Außenposten der Soester Jugendhilfe

Frohe Weihnachten in der Wohngruppe - so feiert die etwas andere kleine Familie

Warten aufs Christkind: In der Wohngruppe der Soester Jugendhilfe in Opmünden wird Weihnachten in diesem Jahr ein bisschen anders gefeiert als üblich. Das gemeinsame Kartenspielen hat aber Tradition.
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Warten aufs Christkind: In der Wohngruppe der Soester Jugendhilfe in Opmünden wird Weihnachten in diesem Jahr ein bisschen anders gefeiert als üblich. Das gemeinsame Kartenspielen hat aber Tradition.

Weihnachten - das Fest der Familie. In einer Wohngruppe der Soester Jugendhilfe verbringen neun Jugendliche und junge Erwachsene die Festtage zusammen - auch hier passt das Bild, denn sie sind auch eine eigenen kleine Familie.

Opmünden – Ein bisschen sind sie ihre eigene kleine Familie – ohne miteinander verwandt zu sein. In einer Wohngruppe der Soester Jugendhilfe in Opmünden feiern neun Jugendliche und junge Erwachsene die Weihnachtsfeiertage zusammen – oder jedenfalls, wie in vielen Familien, einen Teil davon. Und wie ebenfalls in anderen Häusern, bleibt auch dort die Pandemie und ihre Folgen nicht gänzlich vor der Tür.

Anja Petermeier und Lena Schumacher gehören zu dem sechsköpfigen Betreuerteam, das mit den jungen Leuten aus dem ganzen Bundesgebiet, die wegen gravierender Probleme in ihren Familien nicht mehr zu Hause wohnen können, in Opmünden arbeitet – auch während der Feiertage. „Einer von uns ist immer da, das ist Weihnachten nicht anders als zu anderen Zeiten“, erklärt Schumacher. Durchaus etwas anders wird in diesen Jahren aber der Ablauf an Heiligabend sein, Corona sei Dank – dabei haben sich auch in der Wohngruppe über die Jahre hinweg Traditionen entwickelt.

Raclette ist schon Tradition geworden

Eine davon ist das Raclette, der schon lange eingedeutschte Klassiker auf so vielen Tafeln im Land: zusammen sitzen, Pfännchen füllen und erhitzen, miteinander quatschen und miteinander essen – das alles gehörte auch in Opmünden für die Bewohner im Alter zwischen 14 und 20 Jahren zu Weihnachten wie die anschließende Bescherung. Weil in diesem Jahr aber in allen gemeinschaftlich genutzten Bereichen im Haus auf Maskenpflicht und Abstände geachtet werden muss, geht das so nicht. „Stattdessen werden wir einen zweiten Tisch dazu stellen, damit wir mehr Platz haben“, erklärt Anja Petermeier. „Und statt des Raclette gibt es ein Menü mit Gänsekeule, Rotkohl und Klößen, das eine Kollegin in der Küche weitgehend alleine zubereitet.“

Corona an Weihnachten in einer Wohngruppe hört sich erst mal ein bisschen herzlos und kalt an. Ist es aber nicht.

17-jährige Bewohnerin

Auch wenn die jungen Leute durchaus daran zu knabbern haben, dass sie seit dem Lockdown keine Freunde mehr mit ins Haus bringen können und nur in ihren Zimmern keine Maske tragen müssen, tragen sie die weihnachtlichen Veränderungen mit Fassung. Eine von ihnen, 17 Jahre alt und schon seit sechs Jahren in der Gruppe, sagt: „Corona an Weihnachten in einer Wohngruppe hört sich erst mal ein bisschen herzlos und kalt an. Ist es aber nicht. Alles ist weihnachtlich geschmückt, und natürlich hören wir hin und wieder mal im Haus Weihnachtsmusik. Wir backen viel und sitzen gelegentlich mal länger am Essenstisch, um uns zu unterhalten. Der Weihnachtsbaum wird zusammen geschmückt und an Heiligabend gibt es ein großes Weihnachtsessen“.

Und dann kommt natürlich die Bescherung, in diesem Jahr schon am Nachmittag, weil anschließend einige zu ihren Familien fahren, um da über die Feiertage zu bleiben. Dafür wurde vorher ein Wunschzettel geschrieben –wer welche Geschenke bekommt, wird aber in gemütlicher Runde ausgewürfelt. Das ist in diesem so besonderen Jahr in der Wohngruppe nicht anders als in anderen Jahren.

Größter Wunsch bleibt unerfüllt

Den wahrscheinlich größten Wunsch können die Betreuer aber bis auf Weiteres nicht erfüllen: Wegen der Pandemie müssen die jungen Bewohner Weihnachten ohne ihre Freundinnen oder Freunde feiern.

„Das ist schon ganz schön hart für viele von ihnen“, weiß Lena Schumacher – und hofft, dass diese harten Zeiten möglichst bald vorbei sein werden.

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