Ein Abend voll Feuer auf dem Hof Haulle

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Lea Dörnemann demonstriert das Herstellen gotischer Kerzen. 

Die „Feuerwelten“ entwickeln sich zum Dauerbrenner: Auf dem Hof Haulle tanzen am zweiten Februarwochenende Flammen und sprühen Funken, überall glüht und glimmt es. Bei der dritten Auflage der beliebten Veranstaltung geht es mythisch und mystisch zu. 

Jeanette Metz, die Museumsleiterin der Salzwelten, macht neugierig auf ein Programm, bei dem das Publikum nicht nur eingeladen ist, dem spektakulären Spiel mit dem Feuer zuzusehen, sondern auch selber aktiv zu werden und sich dem heißen Element zu nähern. Gestalten und Begebenheiten aus uralten Überlieferungen begleiten sie. Drachen, die Feuer speien oder einen Schatz hüten, tauchen in Sagen vieler Kulturen auf.

 Das Federgeist-Theater bietet drei unterschiedliche Shows um die Fabelwesen, die zwar ins Reich der Fantasie gehören, wegen ihrer geheimnisvollen Herkunft und dem eindrucksvollen Äußeren viele Menschen aber heute noch so faszinieren wie vor 2000 Jahren. 

„Wir erzählen Geschichten“, beschreibt Jeanette Metz die Mitmach-Aktionen in den Salzwelten. Spannende Legenden drehen sich etwa um Irrlichter im sumpfigen Moor. In solch einsamen Gegenden wimmelt es dem Volksglauben nach von übernatürlichen Leuchterscheinungen, die dort spuken und manch Wanderer vom Weg abgebracht haben sollen. Andere sollen sie durch ihr Leuchten auf den richtigen Pfad geführt haben. Im Museum erfahren die Besucher an beiden Tagen mehr über dieses Phänomen. Sie haben an einer der Stationen die Möglichkeit, selber Flammen einzufärben. 

An einem weiteren Stand begeben sie sich auf die Spuren von Wieland, dem Schmied, halbgöttliches Wesen aus der germanischen Dichtung: Uwe Kramer aus Arnsberg demonstriert sein Handwerk, für die Besucher besteht die Gelegenheit, das Eisen selber in die gewünschte Form zu bringen.

 Auch Lichtbringer spielen im Programm eine Rolle – so wie die heilige Lucia, die Brot zu den Armen trug und mit ihrem leuchtenden Kranz auf dem Kopf die düstere Umgebung erhellte. Beim Feuer-Fest im Badeort zeigt das Museums-Team das Herstellen filigraner gotischer Kerzen. Die Besucher bekommen Tipps und gehen dann selber ans Werk. Oder sie binden eine kleine Strohpuppe und hören, was es mit diesem Brauch auf sich hat. 

Mancherorts – auch im Kreis Soest – ist es heute noch üblich, nach Karneval solche Figuren als Sündenbock für alle Verfehlungen an den tollen Tagen zu verbrennen, Symbol dafür, dass die Völlerei ein Ende hat. Der Hoppeditz lodert oft unter großen Jammern und Wehklagen, die jecke Zeit ist passé. I

n Bad Sassendorf entscheiden die Bastler selber, was mit ihren Kreationen geschieht – entweder sie verbrennen sie oder nehmen sie als Souvenir mit nach Hause. Das Feuerland steht allen zur Verfügung, die sich als Fakire versuchen oder Flammen auf der Haut spüren wollen. Anliegen der Veranstalter ist es, das Feuer in vielen Aspekten vorzustellen: Es geht um den verantwortungsvollen Umgang, aber auch darum, zu zeigen, welch wunderbare Atmosphären sich mit Licht und Wärme zaubern lassen. 

7. und 8. Februar

Die Feuerwelten Bad Sassendorf auf dem Hof Haulle gehen am Freitag, 7. Februar, und am Samstag, 8. Februar, in die dritte Runde. Start ist jeweils um 18 Uhr. „Begeben Sie sich auf eine Entdeckungsreise ins Land der Mythen“, laden die Veranstalter ein. Spielorte sind der Hof, die Kulturscheune, der Teich, das Backhaus, die Westfälischen Salzwelten und das Zelt. Auch die Künstlerwerkstatt beteiligt sich. Karten gibt es unter anderem beim Soester Anzeiger, über Hellweg-Ticket bei den übrigen Vorverkaufsstellen und im Haus des Gastes. Weitere Informationen im Internet unter www.feuerwelten-badsassendorf.de

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