Hebammen-Denkmal wird enthüllt

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„Ein Leben für das Leben“ – unter diesem Leitgedanken gestaltet der Bildhauer Michael Düchting die Johanna-Volke-Skulptur. Unser Bild entstand vor wenigen Wochen bei der Arbeit in seiner Werkstatt in Soest.

Bad Sassendorf – Die Idee, im Badeort an gut sichtbarer Stelle ein Denkmal für das Leben aufzustellen, hätte der Hebamme Johanna Volke (1892-1963) bestimmt gefallen. Sie selber hätte sich niemals in den Mittelpunkt gestellt, sich über eine besondere Würdigung ihres alten und wichtigen Berufsstandes aber sehr gefreut. In diesem Sinne lädt die Gemeinde jetzt zur Übergabe der von dem Soester Bildhauer Michael Düchting geschaffenen Skulptur ein. 

 Die Enthüllung des Kunstwerkes steht am Vorabend des Weltfrauentages auf dem Programm: am 7. März, 18.30 Uhr, auf dem Gelände des Hofes Haulle an der Rosenau. Dieser Termin ist gut gewählt, denn an dem Tag startet auch der Soester Hebammen-Kongress – ein weiterer Anknüpfungspunkt, um an Johanna Volke zu erinnern, die weit über tausend Babys ans Licht der Welt verhalf.

 Ältere Bad Sassendorfer, die sie noch kennenlernten und sie wegen ihres unermüdlichen Einsatzes für Mutter und Kind schätzten, erzählen vom Mut und von der Tüchtigkeit, die Johanna Volke auszeichneten. Oft ist dann von einer stillen Heldin des Alltags die Rede, aber auch von einer Respektsperson. Michael Düchting rückt ihre Geschichte in den Blick: wie sie sich bei Wind und Wetter, oft auch bei Nacht und Nebel, mit dem Rad auf den Weg machte, um werdenden Müttern zuhause beizustehen, wie sie – begleitet vom treuen Hirtenhund Asso – in die Pedale trat und über Land bis in die Dörfer fuhr, immer im Einsatz für das Leben. 

Das Andenken an Johanna Volke müsse in Ehren gehalten werden, dachte sich die Förderer dieses Projektes, das nun seinen Abschluss findet. Der frühere Kurseelsorger Christian Casdorff hat den Stein ins Rollen gebracht. Er schrieb vor einigen Jahren im evangelischen Gemeindebrief, wie schön es doch wäre, das Wirken der achtenswerten Sassendorferin in einem Wahrzeichen zu verewigen. Dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Ortsheimatpfleger Volker Kneisel ging mit dem Vorschlag in den Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kultur und fand dort mit seiner Anregung im Grundsatz durch die Bank breite Zustimmung. Mehrere Künstler setzten sich mit dem Thema intensiv auseinander und reichten ihre Entwürfe ein. Die von Michael Düchting gearbeitete kleine Bronzefigur steht auf einer Blockspitze aus Grünsandstein. Das hat Charme: Denn die Besucher sind eingeladen, sich zu Johanna Volke zu setzen und in Ruhe zu verweilen.

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