So werden die Patienten wieder fit für den Beruf

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Die Patienten trainieren Bewegungen, die sie im Alltag ausführen, zum Beispiel am Arbeitsplatz. Unser Bild zeigt die Patientin Birgitt Koch mit dem Ergotherapeuten Tim Malinowsky.

Bad Sassendorf. Schaffe ich es, auch nach meiner Rückenoperation meinen Job auszuüben, wieder am Schreibtisch zu sitzen oder an der Werkbank zu stehen? Diese Frage dürften sich viele Patienten stellen, die zur Reha fahren. Gemeinsam mit den Ergotherapeuten arbeiten sie während ihres Aufenthaltes in Bad Sassendorf daran, wieder gesund zu werden, durch die Behandlung mehr Lebensqualität zu gewinnen und ins Erwerbsleben zurückzukehren.

Ältere Menschen wollen in der Lage sein, ihren Alltag unabhängig zu Hause zu meistern. Sie möchten in ihren eigenen vier Wänden bleiben und nicht auf Pflege angewiesen sein. Nach Krankheit oder Verletzung wieder fit zu sein – dieser Wunsch verbindet Patienten in jedem Alter. 

Wir haben einen Blick hinter die Kulissen der Klinik Lindenplatz geworfen. Dort steht für die Ergo- und Arbeitstherapie nach dem Umzug innerhalb des Hauses ein moderner erweiterter Bereich zur Verfügung. Bislang war dort die Kneipp-Abteilung untergebracht, doch die gibt es nicht mehr. 

„Die Reha-Landschaft ändert sich, weg von der passiven zur aktiven Therapie“, sagt Sven Griese, Verwaltungsleiter der orthopädischen Klinik, im Hinblick auf die Kostenträger. Zusammen mit den Mitarbeitern sei daher überlegt worden, wie sich die freistehenden Räume sinnvoll nutzen lassen. 

Ziel der Ergotherapie ist die größtmögliche Selbstständigkeit der Patienten. Sie üben, verloren gegangene Funktionen und Fähigkeiten zurückzugewinnen, auszugleichen oder zu ersetzen. Viele gehen einem Beruf nach und schulen in der Reha mit professioneller Hilfe an speziellen Geräten Körperhaltungen sowie schmerzreduzierende und gelenkschonende Bewegungen. Sie erlernen rückengerechte Hebe- und Tragetechniken und trainieren Koordination sowie Grob- und Feinmotorik. 

„Wir simulieren Arbeitsplätze, vom Büro bis zum Handwerksbetrieb“, beschreibt Silke Röding, die Leiterin der Ergotherapie, den ganzheitlichen Ansatz und somit Sinn und Zweck des gemeinsam erstellten Konzeptes, das in den neuen Räumen im Vordergrund steht. „Das Team ist einbezogen worden“, schildert sie, „unsere Vorschläge sind von der Verwaltung gut aufgenommen worden. Es macht Spaß hier zu arbeiten – und das tut auch den Patienten gut.“ 

Die Klinik mit 224 Betten genießt einen guten Ruf. „Wir sind voll belegt“, erläutert Sven Griese. Das Einzugsgebiet umfasse grob umrissen den heimischen Raum, das Ruhrgebiet, das Münsterland, Südwestfalen und den Niederrhein. Viele Patienten reisen mehr als einmal zur Reha an: Im vorigen Jahr begrüßte das Team den 500. „Wiederkehrer“. 

Betrieb startete vor 25 Jahren

Der Betrieb im Neubau an der Weslarner Straße startet genau vor 25 Jahren: Im Januar 1995 trafen die ersten Patienten ein. Der Anzeiger berichtete damals: „Auf den ersten Blick wirkt die Klinik wie ein Luxushotel. Zwei freundliche Damen stehen an der Rezeption in der großen Eingangshalle.“ Moderne Sitzgruppen mit futuristisch anmutenden Sesseln, Säulenlampen und Chrom-Tischen gefielen damals besonders.

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