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Wenn Matze Knop im „TuK“ mit Shakira schäkert

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Von: Bettina Boronowsky

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Mehr als 500 Fans begeisterte Matze Knop mit seinem Programm.
Mehr als 500 Fans begeisterte Matze Knop mit seinem Programm. © Boronowsky, Bettina

Bühnennebel. Suchscheinwerfer. Der Countdown läuft „ ...drei, zwei, eins“ – und da war er: Matze Knop, der Mann mit dem „Mut zur (Zahn-)Lücke)“!

Bad Sassendorf – Was er vorhatte, verriet er gleich im ersten Song: „Wir lassen uns das Singen nicht verbieten“. Und auch das Klatschen, Johlen und Pfeifen nicht, wie die mehr als 500 Fans im fast ausverkauften TuK in Bad Sassendorf sofort klar machten.

Spaß, Tschingderassa und „ein bisschen Freud“ – ja, das hatten sie an diesem Abend, zu dem der BV (Ballspiel-Verein) Bad Sassendorf eigentlich schon vor drei Jahren eingeladen hatte. Die Stimmung war sofort auf 100. Wer Matze Knop bisher vor allem als sehr guten Stimmenimitator von Sportlern kannte, erlebte hier in Bad Sassendorf einen Unterhalter und Spaßmacher alter Schule.

Da musste jeder dran glauben, nicht nur die erste Reihe. Und nicht immer zur reinen Freude der Betroffenen. Frank und „Frau Frank“, die seit wahrscheinlich 34 Jahren verheiratet sind (so genau wussten sie es nicht), waren ebenso Zielscheibe wie das Paar, das zugab, sich in Hamm auf einer Treppe kennengelernt zu haben, der 14-jährige Felix vom „Elitegymnasium“, der noch keine Perle hatte, und der arme Daniel aus der letzten Reihe, der sich leichtfertig als Bayern-Fan outete.

Der gebürtige Lippstädter Matze Knop („Lippstadt ist wie Bad Sassendorf, nur ohne Menschen“) hatte im Heilbad natürlich fast ein Heimspiel. Voll Wonne mischte er sich unters Publikum und verriet seinen Trick: „Wer verschämt wegguckt, den nehme ich extra dran. Aber wenn mir einer direkt in die Augen starrt, kriege ich selber Angst“.

In der Menge entdeckte er sogar Shakira. Die Dame mit der Lockenfrisur hatte das bis dato selber nicht geahnt und wurde jetzt von Hunderten von Augenpaaren angestarrt. Fernsehstars, Politiker, die Themen Gendern und Rassismus boten dem Entertainer jede Menge Anlass zu Späßen. Die wurden heftig beklatscht.

Zugegeben, Matze schreckte nicht vor Kalauern und Flachwitzen, oft unterhalb der Gürtellinie, zurück. Manche Nummern und Einspieler waren auch schon etwas angestaubt, stammten wohl noch aus dem ersten „Mut zur Lücke“-Programm. Aber sie kamen in einem so atemberaubenden Tempo hintereinander, dass der eine Witz noch nicht „abgelacht“ war, als Matze schon den anderen aus der Hüfte schoss.

Dabei zeigte er grandiose Spontanität und Geistesgegenwart, band Zwischenrufe sofort ins Programm ein und kam immer wieder auf seine Spezies im Publikum zurück. Da konnte man gar nicht anders, als ihn sympathisch und seinen Auftritt lustig zu finden.

Die Zugabe machte Matzes früheres Alter Ego Supa-Richie. Bewusst zeigte sich der Entertainer da ein bisschen aus der Puste, wo er vorher wie ein Flummi über die Bühne gehüpft war. Schließlich sei Supa-Richie schon vor 20 Jahren gewesen, sagte er. Dass er nächstes Jahr 50 wird, glaubt Matze Knop keiner.

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