Einrichtung des Krötenzauns bei der Kläranlage bewährt sich

Helfer bringen mehr als 170 Kröten in Sicherheit, Aktion soll 2022 wiederholt werden

Ab in die Freiheit: Nach dem Einsammeln und dem Transport über die Straße krabbeln diese Erdkröten dem angestrebten Ziel entgegen. Ein Weibchen und das Männchen im Huckepack haben sich bereits gefunden.
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Ab in die Freiheit: Nach dem Einsammeln und dem Transport über die Straße krabbeln diese Erdkröten dem angestrebten Ziel entgegen. Ein Weibchen und das Männchen im Huckepack haben sich bereits gefunden.

Bad Sassendorf – Mindestens 170 Kröten sind in den vergangenen Wochen dank des Krötenzauns im Bereich der Kläranlage Bad Sassendorf von den ehrenamtlichen Helfern über die Kreisstraße zum Schönungsteich getragen worden. Diese Zahl könnte auch noch etwas höher liegen, da nicht von allen Helfern bekannt ist, wie viele Kröten jeweils abends gegen 22 bis 23 Uhr oder morgens gegen 7 bis 8 Uhr eingesammelt worden waren.

Dies erläuterte Andrea Krukenbaum aus Weslarn, die den Einsatz der neun Freiwilligen aus Weslarn und aus Lohne organisiert hatte. Allein an einem Abend seien es rund 40 Tiere gewesen. Zudem vermutet die Tierschützerin, dass viele im Erdboden eingegrabene Kröten umgekommen sind, weil während der Wanderungszeit auf dem benachbarten Acker mit Schleppscharen Gülle ausgebracht und geackert wurde.

Da der Kreis Soest den Krötenzaun jetzt wieder abgebaut hat, wurde es Zeit für eine Bilanz. Andrea Krukenbaum schätzt, dass zusätzlich zu den eingesammelten Kröten deutlich mehr als einhundert Tiere totgefahren wurden, ehe der Zaun aufgebaut wurde. Etliche Tiere kamen auch trotz des Krötenzauns unter die Räder. Somit dürften deutlich mehr als 300 Tiere versucht haben, diesen Abschnitt der Kreisstraße 5 zu überqueren.

Nach Einschätzung von Ulrich Kowatz vom Kreis Soest ist dies im Vergleich zu anderen Wanderstrecken von Erdkröten relativ wenig. So wurden in Mellrich zwischen einem Teich und einem benachbarten Wald schon mal 2.000 bis 3.000 Kröten gezählt, sagte Kowatz, der bei der Unteren Naturschutzbehörde für Landschaftsplanung und Naturschutzgebiete zuständig ist. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass allgemein in diesem Jahr eher wenig Kröten unterwegs gewesen seien. Grundsätzlich sei die Aktion auf jeden Fall zu begrüßen: „Wenn man die Truppe halten kann, ist das eine gute Sache, die wir vom Kreis Soest gerne weiter unterstützen.“

In Abstimmung mit den Helfern soll der Krötenzaun daher auch im nächsten Jahr aufgebaut werden, um zu verhindern, dass wie in diesem Frühjahr Kröten dutzendfach vom Straßenverkehr totgefahren werden. Wünschenswert wäre laut Andrea Krukenbaum, wenn der Krötenzaun in Richtung der Straßenabzweigung verlängert würde. Ebenso seien ein paar mehr Sammeleimer von Vorteil.

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