Ein Rundblick als runde Sache

Der Aussichtsturm in der Woeste bietet eine imposanten Rundumsicht

Von der Ostinghauser Pfarrkirche über das Storchennest  bis zu den Wasserflächen reicht eine Seite des Rundblicks.
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Von der Ostinghauser Pfarrkirche über das Storchennest bis zu den Wasserflächen reicht eine Seite des Rundblicks.

Ostinghausen – Ein grandioser Rundblick, das ist immer eine runde Sache. Das ist das Wesen eines Aussichtsturms und das neue Modell in der Woeste macht da keine Ausnahme. Das haben die Ausflügler aus der Region ebenfalls längst festgestellt. Gerade bei schönem Wetter herrscht ein reges Kommen und Gehen, Spaziergänger und Radfahrer steuern den Turm für eine Rast an, und als Höhepunkt des Zwischenstopps geht es zur Aussichtsplattform des Turms hinauf.

Dabei kann vor allem der „halbe“ Rundblick von Nordwesten über die Woeste hinweg bis nach Südosten begeistern. Diese Perspektive reicht von der Ostinghauser Pfarrkirche über das Naturschutzgebiet hinweg bis zu den nördlichen Ausläufern Bettinghausens.

Ein markanter Punkt ist das 2014 errichtete Storchennest. Wer ein Fernglas dabei hat, kann den Störchen derzeit auf „Augenhöhe“ bei ihrem Brutgeschäft zusehen. Sind erst die Jungen geschlüpft, dürfte sich die Attraktivität des Storchennestes noch deutlich erhöhen.

Die Störche haben mit dem Brutgeschäft begonnen, nur der Kopf mit dem roten Schnabel ragt hervor.

Auch auf den Wasserflächen tummeln sich in aller Regel viele Vögel. Höckerschwäne, Graugänse und Kanadagänse sind als Brutvögel in der Woeste bekannt. Auch die inzwischen fast unvermeidlichen Nilgänse tauchen dort immer wieder auf. Ebenso wurden von den Experten Schnatterenten, Knäkenten oder Löffelenten in der Woeste beobachtet. Hinzu kommen etliche Singvogelarten, viele sind als Zugvögel derzeit aber noch nicht in der Woeste eingetroffen, so etwa die Schwalben. Außerdem sind in dem Naturschutzgebiet verschiedene, teils seltene Libellenarten und Amphibien wie der Laubfrosch heimisch.

Der Artenreichtum ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Ende der 1990er Jahre mit der Wiedervernässung der Woeste begonnen wurde. Früher war das etwa 50 Hektar große Gebiet durch Gräben trocken gelegt worden, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen. Durch die Trockenlegung und die landwirtschaftliche Nutzung drohte der Charakter der Woeste als Niedermoor verloren zu gehen. Die Wiedervernässung soll dies rückgängig machen.

Daher besteht das Feuchtgebiet inzwischen wieder aus verschieden großen Tümpeln, Teichen, Flachwasserbereichen und feuchtem Grünland. Wer sich von dem Aussichtsturm aus einen Überblick verschafft hat, kann den östlichen Bereich mit einem oft starken Besatz an Wasservögeln auch von der neuen Beobachtungshütte aus überblicken.

Der Bau der Beobachtungshütte und des Woesteturms wurde durch das Leader-Programm ermöglicht. Und wer die damit verbundenen Aussichten erlebt hat, kommt sicher zu dem Ergebnis: Eine runde Sache.

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