Eiche am Jahnplatz: Baum wurde am Mittwoch gefällt

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Die Eiche am Jahnplatz wurde am Mittwochmorgen gefällt. Nach dem Absägen der Äste ging es dem Stamm Stück für Stück an den Kragen.

Bad Sassendorf - Nun ist das Denkmal Geschichte. Die stattliche Eiche, die über dem Jahnplatz thronte, ist gestern morgen Stück für Stück gefällt worden. Der Gutachter, der einen massiven Befall von Braunfäule dokumentiert hat, hatte zwar davon gesprochen, dass der Baum noch einige Jahre stehen bleiben könnte, wenn man ihn um ein Drittel einkürzen würde. Doch die Entscheidung fiel gegen die Pflegemaßnahme, die – so Bürgermeister Malte Dahlhoff – ein kostenintensiver Tod auf Raten gewesen wäre.

Nun offenbart der Blick in den Baum, wie weit die Fäule fortgeschritten war. Ein etwa 2,5 Meter langes Stück des Stammes soll vor Ort bleiben und an das auf etwa 350 Jahre geschätzte Naturdenkmal erinnern. Solches Totholz ist für viele Lebewesen eine wichtige Lebensgrundlage. 

Weitere Teile sollen im Grünen Klassenzimmer des Wintzingerodeparks den Aufbau von Bäumen und ebenso den Zersetzungsprozess veranschaulichen. 

Nach Abschluss der Fällarbeiten konnte die zwischenzeitlich gesperrte Fußgängerbrücke wieder geöffnet werden und auch die Wiese ist jetzt wieder nutzbar. 

Erst am vergangenen Montag hatte der Kreis der Entscheidung, die unter Schutz stehende Stieleiche fällen zu lassen, genehmigt – mit der Auflage, am Jahnplatz bis zum 15. März drei hochstämmige Stieleichen, Linden oder Rotbuchen zu pflanzen, die mit 16 bis 18 Zentimeter Durchmesser zwischen 4,50 und sechs Meter hoch sein dürften. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass die Nachpflanzungen sorgsam zu pflegen und bei „Abgang“ zu ersetzen seien. 

Bürgermeister Dahlhoff erklärte, dass – gegen den Widerstand der ABU, aber mit Zustimmung der Politik – die Entscheidung gegen die Eiche gefallen sei. Die Entwicklung sei bedauerlich, aber andererseits sei nun der Weg frei für eine Überplanung des Bereiches. 

„Wir werden die Ideen, die dazu auftauchen, besprechen und schauen, was möglichst gut und günstig umsetzbar ist“, erklärte Bürgermeister Dahlhoff. Die Nachfolger werden es nicht schaffen, in absehbarer Zeit die Dienste zu leisten, die die alte Eiche erfüllte: Schatten spenden, CO2 speichern, Staub binden, Lärm dämmen, Sauerstoff produzieren, Lebensraum bieten.

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