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Räuber aus dem Penny-Markt stehen inzwischen vor Gericht

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Von: Achim Kienbaum

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Akten, Strafrecht, Strafprozessordnung und Strafgesetzbuch spielen vor Gericht eine wichtige Rolle, wie dieses Symbolbild verdeutlicht.
Akten, Strafrecht, Strafprozessordnung und Strafgesetzbuch spielen vor Gericht eine wichtige Rolle, wie dieses Symbolbild verdeutlicht. © imago stock&people

Weit kamen die Täter, die im Juni in einem Lebensmittel-Markt im Kurort in die Kasse griffen und dabei zwei Personen verletzten, nicht: Schon wenig später wurden sie festgenommen. Vor dem Arnsberger Landgericht wird der Fall jetzt juristisch aufgearbeitet.

Bad Sassendorf – Was in dem Penny-Markt am 2. Juni kurz vor Ladenschluss um 22 Uhr geschah, stellt sich nach der Beweisaufnahme mit Angaben eines der beiden Angeklagten, einer Kassiererin und einer Kundin, so dar. Die beiden Beschuldigten, ein 28-jähriger Algerier und ein 26-jähriger Marokkaner, beide Asylsuchende und zum Tatzeitpunkt in einer Soester Unterkunft lebend, hatten zunächst den Markt als Kunden betreten. Einer der beiden sprühte dann beim Bezahlen an der Kasse der dort tätigen Mitarbeiterin unvermittelt Pfefferspray ins Gesicht und griff in die Kasse. Mit rund 420 Euro Beute ergriff das Duo die Flucht, wurde aber bereits wenig später mit einem Dritten, der die beiden in seinem Wagen transportierte, festgenommen. Das Verfahren gegen diesen Mann wird gesondert geführt.

Während der Marokkaner keine Angaben zum Tatvorwurf machen wollte, äußerte sich der Algerier und gestand die Tat, verwickelte sich aber bei seiner Aussage gleich mehrfach in Widersprüche. So versicherte er, der Raub sei spontan erfolgt, die Idee dazu sei ihm erst gekommen, als er beim Bezahlen an der Kasse das Geld gesehen habe. Zuvor sei er mit seinem Begleiter in Soest in den Zug gestiegen, weil beide aber kein Ticket hatten, hätten sie in Bad Sassendorf aussteigen müssen. Dort habe er Hunger gehabt und sei mit seinem Begleiter zum Einkaufen in den Markt gegangen.

Und: Der Fahrer, mit dessen Hilfe das Duo geflüchtet war, sei rein zufällig in der Nähe gewesen und habe, ebenfalls spontan, angeboten, die beiden jungen Männer zu ihrer Unterkunft in Soest zu fahren. Mit der Tat selber habe er aber rein gar nichts zu tun. Der Fahrer hatte allerdings bei seiner Vernehmung bereits gestanden, dass der Raub im Vorfeld geplant gewesen war und er die beiden Beschuldigten selber von Soest zum Markt in der Schützenstraße gefahren hatte.

Gegen die Version des Algeriers von der spontanen Idee zum Raub, die seinen Angaben nach auch unter dem Einfluss von Drogen und Medikamenten entstanden sei, sprach auch die Aussage der Kassiererin. Sie hatte den jungen Marokkaner etwa eine halbe Stunde vor dem Raub bereits als Kunden im Markt bemerkt – da hatte er also unmöglich mit seinem Komplizen im Regionalzug sitzen können. Mit welchem Ziel eigentlich auch immer: Daran konnte sich der Algerier, wie an vieles anderes am Tattag, auch nicht erinnern.

Das Verfahren gegen die beiden Männer wird am Donnerstag mit der Vernehmung von weiteren Zeugen fortgesetzt.

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