Sanitärcontainer

Sälzer-Grundschule: 70.000 Euro für mobile Waschplätze 

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Mit einem Kran hoben die Mitarbeiter der Firma Unitec den blauen Container vom Lastwagen und platzierten ihn auf dem Schulhof der Sälzer-Grundschule. Am Montag soll ein zweiter Sanitärcontainer folgen.

Bad Sassendorf: Ein großer Greifarm hebt den blauen Container hoch in die Luft und platziert ihn zielgenau auf dem Schulhof der Sälzer-Grundschule – direkt vor dem Abdach. In großen weißen Lettern ist die Aufschrift „Infektionsschutz – Sanitärcontainer“ zu lesen. 

Der Container ist Teil des Hygienekonzepts für die Grundschule. So konnte die Gemeinde Bad Sassendorf schnell 15 Handwaschplätze für die Schüler schaffen, denn ab heute besuchen zunächst wieder die Viertklässler den Unterricht.

Man habe sich mit dem Unternehmen Unitec aus Lohne zusammengesetzt, erklärt Bürgermeister Malte Dahlhoff, „wie wir kurzfristig zusätzliche Handwaschmöglichkeiten schaffen können, ohne, dass wir baulich ran müssen.“

Zwei Container hat die Gemeinde bei Unitec bestellt, am Mittwochvormittag wurde der erste Container geliefert und aufgebaut, am Montag soll der zweite Container aufgebaut werden – wenn alles glatt läuft. Das sei zurzeit nämlich gar nicht so einfach, wie Unitec-Geschäftsführer Torben Grothe sagt, weil einzelne Teile nur schwer lieferbar sind.

Trennwände und Seifenspender

Ausgestattet sind die 15 Handwaschplätze auf dem Bad Sassendorfer Schulhof mit Trennwänden, Seifenspendern und Desinfektionsspendern. Papiertuchspender sollen möglichst heute noch angebracht werden, wenn sie denn geliefert werden.

In den Containern sollen sich die Klassen vor und nach dem Unterricht sowie in den Pausen die Hände waschen. Geplant ist es, dass die Schüler auf der einen Seite den Container betreten und ihn anschließend auf der anderen Seite verlassen. „Mit den Containern können wir den wesentlichen Engpass im Hygienebereich vernünftig und zügig regeln“, sagt Malte Dahlhoff. Die Schüler müssen nicht vor der Schultoilette Schlange stehen.

Torben Grothe, Geschäftsführer der Firma Unitec aus Lohne, erklärt, dass die Einzelteile für die Handwaschplätze zurzeit nur schwer zu beschaffen seien.

Unitec startet erst jetzt mit der Serienproduktion der Container. Der blaue Container auf dem Schulhof der Sälzer-Schule ist ein Prototyp. „Er enthält einen Boiler, der das Wasser erwärmt“, sagt Torben Grothe. In Zukunft soll es aber auch Container geben, in denen sich ausschließlich mit kaltem Wasser die Hände gewaschen werden kann. „Die Virologen sind sich aber noch nicht einig, ob es einen Unterschied macht“, erklärt Torben Grothe. Mit einem einfachen Wasserschlauch werden die Container versorgt. Ein Stromanschluss sorgt dafür, dass eine Deckenbeleuchtung Licht ins Dunkel bringt, da nur wenig Sonnenlicht in den Container fällt.

Kostenpunkt pro Container: Rund 35.000 Euro

Rund 35 000 Euro kostet ein Container mit 15 Handwaschplätzen. „Das sind 30 oder 35 Prozent mehr als ein normaler Sanitärcontainer, der üblicherweise nur über sechs Handwaschplätze verfügt und keinen separaten Ein- und Ausgang hat“, sagt Torben Grothe. Der Geschäftsführer erklärt, dass derzeit Seifenspender für 80 bis 100 Euro verkauft werden – und das nur in kleinen Stückzahlen. Normalerweise, so Grothe, könne man die für 15 Euro einkaufen.

Die beiden Container, die die Gemeinde Bad Sassendorf bestellt hat, sind bislang die einzigen Bestellungen. „Anfragen gibt es aber viele“, sagt Torben Grothe. Er rechnet damit, dass in der nächsten Woche weitere Container geordert werden. Deswegen sucht das 30-Mann-Unternehmen aus Lohne nach Monteuren aus der Umgebung, die bei der Ausstattung der Container helfen können. 50 Container hat Unitec zur Verfügung, die in die speziellen Sanitärcontainer umgewandelt werden könnten.

Die einzelnen Handwaschplätze in Modulbauweise, sollen aber auch ohne Container verkauft werden, sodass sie dann unter einem Abdach oder in einem Innenraum eingesetzt werden können.

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