Corona-Test wird auch für Grundschüler zur Routine

Testverweigerer bereiten Lehrern und Schulaufsicht aber einigen Klärungsbedarf

Erst wird getestet, danach kann der Unterricht beginnen. Diese Reihenfolge gilt auch für die Sälzer-Grundschule Bad Sassendorf.
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Erst wird getestet, danach kann der Unterricht beginnen. Diese Reihenfolge gilt auch für die Sälzer-Grundschule Bad Sassendorf.

Bad Sassendorf – Stäbchen in die Nase, ordentlich herumgestochert, dann ab ins Röhrchen mit der Testflüssigkeit und schließlich ein paar Tropfen auf den Teststreifen: Auch an der Sälzer-Grundschule gehört der Corona-Schnelltest seit der vergangenen Woche zum morgendlichen Ritual. Alle Grundschüler werden auf diese Weise zweimal pro Woche getestet, und nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten klappt dies recht gut, berichtet Rektorin Ulrike Kowatz auf Nachfrage.

Gewährleistet werde dies auch dadurch, dass während der Durchführung der Tests gerade bei den jüngeren Jahrgängen jeweils zusätzliches Personal in die Klassen kommt. Im ersten Jahrgang seien die Kinder oft gerade einmal sechs Jahre alt, da könne es schon mal vorkommen, dass ein Test nicht korrekt gelaufen ist und wiederholt werden muss. Bislang beträgt der Zeitaufwand für die morgendlichen Corona-Tests in den Klassen etwa 25 bis 30 Minuten. Eine Erleichterung könnte der „Lolli-Test“ bringen, der voraussichtlich im Mai eingeführt wird.

Ebenso wie für die Grundschüler gilt die Testpflicht für alle Lehrer, den Hausmeister und externe Kräfte wie zum Beispiel Schulbegleiter. Einiges Kopfzerbrechen bereiten der Grundschule und der Schulaufsicht bis hin zum Ministerium jedoch die Testverweigerer. Drei Kinder aus zwei Familien gehören an der Sälzer-Grundschule zu dieser Gruppe, die gemäß dem elterlichen Willen nicht getestet werden sollen.

Die Folge: Diese Kinder dürfen die Schule und das Grundstück nicht betreten und können somit am Unterricht nicht regulär teilnehmen. Andererseits erhalten die Kinder während des Präsenzunterrichts die Aufgaben fürs Lernen daheim. Ob der Schulpflicht genüge getan wird, wenn andere Kinder, sofern deren Eltern zustimmen, für die Testverweigerer die Aufgaben mitbringen, werde in Gesprächen mit dem Schulministerium derzeit erörtert, berichtet Ulrike Kowatz.

Geklärt werden müssen der Rektorin zufolge auch weitere Aspekte wie die Frage der Benotung. „Klar ist, dass wir in jedem Fall eine Leistungsbewertung durchführen müssen, aber was ist, wenn sich die Situation bis zu den Sommerferien hinzieht?“ Auch in dieser Frage stehe die Schule in engem Kontakt mit der Schulaufsicht. Dass Corona auch die Sälzerschule und das Kollegium immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, bestätigte Kowatz ebenfalls, verbunden mit einem Appell an die Eltern: „Verunsichern Sie Ihre Kinder nicht unnötig.“

Schule bleibt weiterhin vierzügig

Knapp 100 Kinder sind an der Sälzer-Grundschule derzeit für die Eingangsklassen des Schuljahres 2021/2022 angemeldet. Damit ist weiterhin ein vierzügiger Betrieb gewährleistet. Aktuell werden an der Gemeinschaftsgrundschule der Gemeinde in 16 Klassen 377 Kinder unterrichtet.

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