Computer hilft Ärzten in digitaler Modellpraxis bei der Diagnose

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Beim Hautkrebs-Screening geht es um verdächtige Pigmentmerkmale, bei der Diagnose kann eine spezielle App wichtige Hilfe leisten.

Bad Sassendorf – Das vertrauensvolle Gespräch zwischen Arzt und Patient bleibt die wichtigste Grundlage, moderne digitale Anwendungen können dies jedoch in vielfältiger Weise unterstützten, bis hin zur Diagnose per Computerprogramm. Eine solche Möglichkeit erprobt die Gemeinschaftspraxis Arp, Erley, Klein aus Bad Sassendorf demnächst.

Sie setzt im Rahmen des Projekts „Digitale Modellpraxen“ eine Anwendung ein, die bei der Diagnose von Hautkrebs helfen kann, erläutert Dr. Silke Arp. Dafür steht ein iPad mit einer speziellen Fotolinse und einer dazugehörenden Anwendung zur Verfügung. Kommt ihr im Rahmen der Gesundheitsuntersuchungen durch den Hausarzt beim Hautkrebs-Screening eine Stelle auf der Haut des Patienten komisch vor, erstellt Arp mit dem iPad eine Aufnahme, die dann digital ausgewertet wird. Bestätigt die App den Verdacht, wird der Patient zum Facharzt geschickt. „Das ist ein schönes Programm, um die Diagnostik weiter zu verbessern“, berichtet Arp. 

Fünf digitale Modellpraxen im Kreis Soest

Mit dem Projekt des Kreises Soest soll untersucht werden, wie die Digitalisierung den Zugang der Patienten zur medizinischen Versorgung verbessern kann und welchen Nutzen digitale Lösungen für Arztpraxen haben können. An dem Projekt nehmen fünf digitale Modellpraxen aus dem Kreis Soest teil, die aus 33 Praxen ausgewählt wurden, die sich für das Modellvorhaben der Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH (WFG) beworben hatten. 

In den fünf Modellpraxen wird jeweils bis zum 31. Dezember 2021 eine digitale Lösung erprobt, und zwar eine Online-Terminvereinbarung, ein smarter Telefonassistent, eine Dokumentation per Spracherkennung, eine digitale Anamnese und eben die digitale Diagnose von Hauterkrankungen. „Diese Themen stellen allesamt hochrelevante Lösungsmöglichkeiten für Patientenservice, Patientenversorgung und Praxismanagement dar“, erläutert Projektleiter Benedikt Meyer zu Theenhausen. Erfreut über das hohe Interesse der Arztpraxen im Kreis Soest zeigte sich Markus Helms, der Geschäftsführer der WFG. Das Projekt zeige Herausforderungen im Gesundheitswesen auf, denen künftig mit Hilfe digitaler Lösungen begegnet werden kann. 

Netzwerk Gesundheit im Aufbau

An dem Projekt beteiligen sich neben der Praxis Arp, Erley, Klein die Praxen Weinz in Ense, Göckeler-Leopold in Geseke, Calles, Hansen und Weber in Wickede/Ruhr sowie das Medizinische Versorgungszentrum Maria Hilf in Warstein. Für die Praxen, die nicht ausgewählt wurden, wird das Netzwerk wfg.Gesundheit eingerichtet, das niedergelassenen und an einer Niederlassung interessierten Ärzten die Möglichkeit bietet, sich per Chat zu den Themen Niederlassung und Digitalisierung auszutauschen. 

Dieses Netzwerk wird voraussichtlich im ersten Quartal 2021 starten. Die Modellpraxen werden im Rahmen des Förderprojektes der Wirtschaftsförderung des Kreises aufgebaut. Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

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