Neues Auto kommt

Carsharing im Kurort: Erste Bilanz ist ernüchternd

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Die Nachfrage nach dem Carsharing-Fahrzeug in Sassendorf blieb hinter den Erwartungen zurück.

Bad Sassendorf – Mit dem Auto mobil sein, ohne dass ein Automobil in der Garage wartet: Das ist die Idee beim Carsharing. Seit Mitte 2017 bietet die Gemeinde diese Möglichkeit in Zusammenarbeit mit dem Ford-Center Soest und der Bahn-Tochter Flinkster an.

Derzeit steht ein Automobil in Bad Sassendorf auf dem Rathausparkplatz jedoch nicht zur Verfügung, wie Bürgermeister Malte Dahlhoff und Jochen Bock, der Chef des Soester Autohauses, bestätigen.

 Beide bekräftigen aber, dass an der Idee festgehalten werden soll. Grund für die Leerstelle auf dem Parkplatz ist Bock zufolge, dass das bisherige Fahrzeug verkauft worden ist. Dies sei üblich, um zu gewährleisten, dass für die Kunden jeweils aktuelle Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Bei dem neuen Auto müsse jedoch noch die GPS-Einheit eingerichtet werden, mit der das Fahrzeug zum Beispiel von den Nutzern lokalisiert werden kann. Wegen eines Providerwechsels dauere dies noch.

Bock räumte zudem ein, dass die Nutzung des Carsharing-Angebots bisher nicht die Erwartungen erfüllt hat. Dies hänge womöglich auch mit der Altersstruktur im Kurort zusammen. 

Gemeinde will Fahrzeug nutzen

Wie Sassendorfs Bürgermeister Dahlhoff auf Nachfrage von Martin Frerich im Ausschuss für Wirtschaftsförderung berichtete, will die Gemeinde selbst für eine stärkere Auslastung des Autos sorgen, indem auf die Verlängerung eines Leasingvertrags für ein Dienstfahrzeug verzichtet wird. 

Ergänzend erläuterte der Bürgermeister zudem, dass ein Carsharing-Angebot mit nur einem Auto schwierig sei, weil potenzielle Nutzer befürchten könnten, dass der Wagen schon anderweitig unterwegs ist. Deshalb sei es eventuell interessant, über ergänzende Lösungen nachzudenken. So gebe es neue Carsharing-Modelle, bei denen Autobesitzer ihr Privatauto zur Verfügung stellen. 

In Fällen, wo ein Auto nur morgens für die Fahrt zur Arbeit gebraucht wird, dann aber am Arbeitsort ungenutzt herum steht, sei dies eine Lösung. Voraussetzung sei eigentlich nur, dass das Auto eine Zentralverriegelung hat.

Geteiltes Auto, geteilte Kosten

Carsharing beruht auf der gemeinschaftlichen Nutzung eines Autos. Vor allem für Personen, die nur gelegentlich ein Auto benötigen, kann dies eine attraktive Alternative zum eigenen Fahrzeug sein. Carsharing ist für die Nutzer zudem preisgünstiger als der Unterhalt eines eigenen Fahrzeugs, sofern die jährlich gefahrenen Kilometer unter der Rentabilitätsschwelle bleiben, die je nach Anbieter und nach Tarif bei 10 000 bis 20 000 Kilometern pro Jahr liegen kann. 

So viel kostet die Nutzung

Bei dem Bad Sassendorfer Carsharing kostet die einmalige Reservierung 49 Euro, daneben fallen abgesehen von den Verbrauchspauschalen keine Kosten an.  So gilt von 8 bis 22 Uhr ein Stundenpreis von sechs Euro, von 22 bis 8 Uhr liegt der Preis pro Stunde bei 1,90 Euro. Die Tagespauschale beträgt für den ersten Tag 60 und für den zweiten Tag 39 Euro. Hinzu kommt eine Pauschale von 19 Cent pro Kilometer. 

Muss getankt werden, erfolgt dies über eine Kundenkarten bei den einschlägigen Tankstellen.

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