Rund 520.000 Übernachtungen im Kurort pro Jahr

Arbeitsplätze und die Infrastruktur in Bad Sassendorf sichern

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Sie standen Rede und Antwort (von links): Ärztlicher Direktor Dr. Peter Paes, Hans-Peter Vogelhofer als Geschäftsführer der Sole-Therme, Marketingleiter Olaf Bredensteiner, Dr. Mario Broich, der neue Chefarzt der Hellweg-Klinik, Bürgermeister Malte Dahlhoff, Klaus Schulze, der als Landschaftsplaner beim Kurparkprojekt im Boot ist, und Stephan Eydt, Geschäftsführer der Bäder-Holding.

Bad Sassendorf - Trotz aller Einschnitte durch die Gesundheitsreformen steht Bad Sassendorf im Vergleich zu anderen Kurorten noch ganz gut da. Damit das so bleibt, werden aber weitere Anstrengungen erforderlich, um das Niveau zu halten und den Ort weiter zu entwickeln.

Ziel müsse es letztlich sein, die Arbeitsplätze und die Infrastruktur in der Gemeinde zu sichern, so die grundsätzliche Aussage der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Tagungszentrum.

Wobei sich im Ergebnis auch zeigte, dass die Zuhörer diesem Appell der Verantwortlichen sehr wohl folgen wollen. Trotz manch kritischem Einwand überwog ganz eindeutig die Zustimmung zu den vorgestellten Projekten.

Zwei von Bürgermeister Malte Dahlhoff genannte Zahlen belegen die Entwicklung der vergangenen Jahre. Zu Zeiten, als die klassische Kur noch brummte, kam der Kurort in Spitzenjahren auf rund 630.000 Übernachtungen, heute sind es, nach Überwindung mancher Gesundheitsreform, immerhin wieder 520.000. 

Hinzu komme das Thermalbad mit seinen rund 300 000 Besuchern pro Jahr. „Diese Zahlen zeigen“, so Dahlhoff, „dass die Themen Übernachtungen und Fremdenverkehr für den Ort eminent wichtig sind.“

Als Beispiel für einen weniger erfolgreichen Weg durch das Zeitalter der Gesundheitsreformen verwies Landschaftsplaner Klaus Schulze aus Soest auf Bad Lippspringe. Demgegenüber sei Bad Sassendorf noch immer gut aufgestellt. Aber: „Damit das so bleibt, müssen wir jetzt etwas tun.“ Die drei vorgestellten Maßnahmenblöcke fanden von der grundsätzlichen Ausrichtung her durchaus erkennbar Anklang.

Manche kritische Nachfrage gab es aber auch. So monierte ein Einwohner, dass der Eintrittspreis für die Aquafitness in der Therme jüngst um 50 Prozent auf zwölf Euro erhöht worden sei. Dem hielt Geschäftsführer Hans-Peter Vogelhofer den Kostendruck entgegen, zudem gelte es, für die Mitarbeiter angemessene Gehälter zu gewährleisten. Um den Neubau des Gradierwerks mit zwei Etagen und einem Aufzug für die Barrierefreiheit drehten sich ebenfalls einige Nachfragen. So wollte ein Zuhörer wissen, ob die Gemeinde sich des hohen Aufwands für einen Aufzug bewusst sei.

Die Finanzierung all dieser Aufgaben wurde ebenfalls thematisiert. Ob nach der kürzlich vollzogenen Erhöhung der Grundsteuern weitere Erhöhungen ausgeschlossen seien, lautete eine Frage. Die Antwort des Bürgermeisters war ein klares „Nein“; verbunden mit der rhetorischen Frage, was wäre, wenn die Maßnahmen nicht umgesetzt würden. Letztlich gehe es um das Thema Arbeitsplätze und das Thema Lebensqualität.

Zur zusätzlichen Belastung der Gemeindefinanzen erläuterte Dahlhoff, dass für die Sole-Therme – unabhängig von der derzeitigen Entwicklung zu einem ausgeglichenen Jahrsabschluss – ohnehin mit einem jährlichen Zuschussbedarf von 300 000 Euro ausgegangen werde. Wenn diese Summe wegen der Sanierung des Bades auf 500 000 Euro aufgestockt werde, sei dies durchaus zu verkraften.

Bezüglich des Projekts „Kurpark 3.0“ rechnete Dahlhoff vor, dass die Gemeinde bei Gesamtkosten von drei Millionen Euro, einer Förderquote von 80 Prozent durch das Land und den Einsatz des Fördervereins für das Gradierwerk einen Anteil von 390 000 Euro übernehmen müsse, verteilt über mehrere Jahre. „Wenn man diesen Betrag nimmt“, so Dahlhoff: „Dafür können wir unseren Kurpark nicht aufgeben.“

Zugleich warb der Bürgermeister um Unterstützung und Begleitung durch die Einwohner. Ein Aufruf, der von den rund 350 Zuhörern positiv aufgegriffen wurde. Das zeigte der Beifall, den das Schlusswort eines Zuhörers fand: „Dankeschön an alle, die sich so viele Gedanken machen.“

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