Kameras sollen Vandalismus stoppen

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Erneut ist es zu Vandalismus im Bereich der Schulen gekommen.

Bad Sassendorf - Nach den weithin über den Ort verteilten Graffiti an den Schulen und der Mensa prüft die Gemeinde nun das Anbringen von Überwachungskameras. 

Die Regeln dafür seien zwar streng, aber dies sei womöglich ein guter Weg, um die Täter dingfest zu machen, erklärte Bürgermeister Malte Dahlhoff.

Wie am Montag berichtet, hatten unbekannte an etlichen Stellen Schriftzüge wie „Icetea“ oder einen wenig freundlichen Gruß an die Polizei, ACAB (All Cops Are Bastards), an Wände oder Sitzgelegenheiten gesprüht. Der Sachschaden ist erheblich. Dahlhoff zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Täter ebenso wie vor einiger Zeit die Randalierer auf dem Mensadach, ermittelt werden können. Dann werde es für sie ungemütlich.

 Wenige Kilometer südlich – im Sauerland – hat eine Kommune bereits Ernst gemacht. Vor anderthalb Jahren wurden im August-Macke-Schulzentrum in Meschede Kamera-Attrappen gegen echte Geräte ausgetauscht. Das Areal wird dort seitdem außerhalb der Unterrichtszeiten elektronisch überwacht. Die Vorgeschichte ähnelt der in Bad Sassendorf: Immer wieder rückte der Bauhof aus, um Vandalismus-Schäden zu beseitigen. Innerhalb eines einzigen Jahres kamen mehr als 10 000 Euro zusammen. Bürgermeister Christoph Weber reichte es schließlich. Der Erfolg gibt ihm recht: Seitdem die Kameras laufen, gibt es kaum noch Zwischenfälle. 

Doch wie sieht es mit dem Schutz den Persönlichkeitsrechte aus? Die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW, Bettina Sokol, mahnt zur besonnen Abwägung. Denn: „Jede Videoüberwachung greift in das Grundrecht der betroffenen Personen ein.“ Die Installation von Überwachungsanlagen sei deshalb immer kritisch zu beurteilen und nur sehr eingeschränkt zulässig. Letztlich könne nur in jedem Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände geprüft und beurteilt werden, ob und inwieweit der Einsatz von Videokameras zulässig sei.

 Genau vor dieser Wahl stehen die politischen Gremien in Bad Sassendorf demnächst wohl, wenn sich die Vandalismus-Fälle weiter häufen.

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