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Klein und knuffig: Büffelkalb tollt durch die Woeste

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Von: Ludger Tenberge

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Die Büffelherde im Naturschutzgebiet Woeste hat Nachwuchs bekommen.
Die Büffelherde im Naturschutzgebiet Woeste hat Nachwuchs bekommen. © John Royer

Etwa 40 Kilogramm schwer, noch etwas staksig auf den Beinen: Die Wasserbüffel in der Woeste haben Nachwuchs bekommen, seit einigen Tagen schon läuft ein knuffiges Kälbchen mit der Herde mit. Sehr zur Freude der Ostinghauser und ihrer Ortsvorsteherin Angelika Kolkmann, die sich engagiert um das Naturschutzgebíet kümmern.

Bad Sassendorf - Sich einen eigenen Eindruck von dem Büffelnachwuchs zu verschaffen, ist für Spaziergänger allerdings nicht möglich. Zum einen hält sich die Herde derzeit in den Bereichen weitab von den Wanderwegen auf. In der Ferne sind die Tiere allenfalls als dunkle Gestalten zu erkennen. Und das Kälbchen ist im hohen Gras kaum zu entdecken, berichtet der stellvertretende Bauhofleiter Ralf Berntzen.

Auch er selbst konnte das Jungtier vorerst nur aus einer gewissen Entfernung beobachten: „Bis auf 30, 40 Meter lassen sie einen heran, dann merkt man, dass sie unruhig werden.“

Ende Juli wurde das männliche Büffelkalb nach einer Tragzeit von rund elf Monaten geboren
Ende Juli wurde das männliche Büffelkalb nach einer Tragzeit von rund elf Monaten geboren. © John Royer

Der Beschützerinstinkt der Tiere ist ziemlich ausgeprägt, bestätigt John Royer von der Five Star Ranch, der die Tiere mit seiner Frau Diana mit betreut. An sich sind die Tiere gegenüber dem Menschen eher friedlich, wegen des Nachwuchses reagieren sie aber empfindlich auf Störungen. Dank eines Teleobjektivs gelangen Royer aber einige Fotos, doch auch darauf ist gut zu erkennen, dass das Muttertier den Besucher misstrauisch beäugt.

Als Geburtstag des männlichen Kälbchens gilt der 28. Juli. Da die Herde extensiv gehalten wird und autark lebt, vollzog sich die Geburt ohne menschliches Zutun. „Irgendwann ist es so weit, dann laufen die Jungtiere in der Herde mit“, sagt Berntzen. Gleichwohl müssen auch junge Büffel die für Rinder üblichen Registrierungen und Maßnahmen über sich ergehen lassen, Ohrmarken zum Beispiel müssen sein. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden soll dies bei der nächsten der jährlich vorgeschriebenen Blutuntersuchungen im Frühjahr erfolgen, erklärt John Royer.

Gut möglich, dass dann noch einige Marken mehr in junge Büffelohren geknipst werden können. Weitere Kälbchen sind Royer und Berntzen zufolge in den nächsten Wochen wohl noch zu erwarten. Wie viele genau, ist allerdings unklar. Bei der letzten jährlichen Blutuntersuchung hätten fünf der Kühe Anzeichen einer Trächtigkeit erkennen lassen, sagt Royer. Ob sich in allen fünf Fällen tatsächlich Nachwuchs einstellt, sei aber unsicher. Nach einer Tragzeit von elf Monaten werden die Kälber der Wasserbüffel geboren. In dem Nachwuchs in der Woeste lebt somit jener Zuchtbulle weiter, der im Winter tragischerweise in der Eisdecke eines Woesteteichs eingebrochen und ertrunken war.

Die Herde aus aktuell elf Alttieren könnte somit noch um einige Kälber wachsen. Angestrebt wird wegen der vorhandenen Fläche eine Gruppe von maximal 15 Tieren. Wie in der Vergangenheit müssen daher hin und wieder Büffel entnommen werden. Bei zu vielen männlichen Exemplaren könnte es zudem zu Kämpfen um die Rangordnung kommen. Einige der Bullen wurden daher in der Vergangenheit auch kastriert.

Für die Organisation und Pflege der Büffelherde wird derzeit ein Beweidungskonzept erarbeitet, das im Rahmen einer virtuellen Informationsveranstaltung vorgestellt werden soll.

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