Kulturaustausch mal anders - mit Sebastian Häseler

Mit Blaukittel und Schützenhut: Weslarner grüßt vom Times Square in New York

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Sebastian Häseler spazierte einen ganzen Tag als Blaukittel durch New York – und erntete viele neugierige Blicke, vor allem wegen seines Hutes.

Weslarn - Im Melting Pot New York sind ganz bestimmt viele exotische Erscheinungsweisen zu finden, aber trotzdem erntete Sebastian Häseler aus Bad Sassendorf-Weslarn viele neugierige Blicke und interessierte Kommentare, als er jetzt einen ganzen Tag lang durch New York spazierte. 

Der überzeugte Schütze wollte seinen zehntägigen Aufenthalt in der Metropole auch nutzen, um Tradition, Brauchtum und Gemeinschaftssinn zum Ausdruck zu bringen. 

Im ländlich-westfälischen Weslarn sind Männer mit Schützenhut und blauem Kittel ein gewohntes Bild, vor allem wenn am Wochenende nach Pfingsten Schützenfest gefeiert wird. Wie würden jedoch die Menschen in New York auf dieses Beispiel deutschen Schützenwesens reagieren, in der Mega-City, die niemals schläft? Tradition, Brauchtum und Gemeinschaftspflege weiterzutragen bis in den Big Apple, diese Mission hat sich Sebastian Häseler selbst auferlegt, der derzeit in New York Urlaub macht. 

Gewehr durfte nicht ins Flugzeug

Er lebe und liebe den Schützenverein Weslarn und das Brauchtum, schreibt Häseler, der 2013 und 2018 jeweils mit Christina Austenfeld Schützenkönig in Weslarn war. Weiter heißt es in der E-Mail aus New York: „So war mir gleich klar, wie ich meine Koffer packte, dass ich meinen Blaukittel und Schützenhut mitnehmen werde. Mein Gewehr, den Schützenstock, musste ich leider zuhause lassen, da Waffen im Flugzeug nicht erlaubt sind, klar.“ 

In New York City angekommen hat Häseler seine Mission dann gestartet, indem er im blauen Kittel und mit Schützenhut durch die Stadt spazierte. „Als Blaukittel war ich einen ganzen Tag lang unterwegs. Von morgens 9 bis abends 21 Uhr. Sprich, ich hatte einen langen Marsch zu bestreiten, aber es war die Sache Wert und ich würde es jederzeit wieder machen. Hat einfach Spaß gemacht, mit den Amerikanern ins Gespräch zu kommen. Immer wieder gab es interessierte Blicke und Kommentare, insbesondere wegen des Hutes, berichtet der Blaukittel auf Reisen: „Im Central Park beispielsweise rief mir ein Kutscher beim Vorbeifahren zu: ,I like your hat, Sir.‘ Und tippte dabei auf seinen Zylinder.“ 

In der Tat machte vor allem der Schützenhut viel Eindruck: „Auf Liberty Island fast das Gleiche, eine ältere afroamerikanische Dame im Rollstuhl: Sie sprach mich an, dass sie meinen Hut schön fände, mit der tollen Feder.“ 

Und am Ende wäre der Hut, wäre er für Häseler nicht unverkäuflich, auf dem Kopf eines Musikers gelandet: „Am Times Square sprach mich ein Rapper an, dass er den Hut mit dem blauen Kittel interessant fände. Und dass ich doch bestimmt nicht aus Amerika sei. Ich sagte, dass er recht habe. Weiter fragte er, woher ich käme und vor allem, wo ich denn den Hut gekauft hätte. Ob ich den mit seiner Baseball-Kappe tauschen würde. Fand ich ja sehr lustig, musste ich schmunzeln.“ Er habe dann berichtet, dass er Tourist aus Deutschland sei und der Hut unverkäuflich. Daraufhin hat der Rapper ein Foto mit ihm gemacht und sie seien in Freundschaft auseinander gegangen – „Mission erfüllt!“ 

"Amis sind sehr sympathisch"

Das Resmümee zu dieser Völkerverständigung auf Schützenart lautet denn auch positiv: „Also, die Amis sind keinesfalls abgebrüht oder desinteressiert, ganz im Gegenteil, in der U-Bahn oder im American Museum of National History habe ich schon wahrgenommen, dass sie mich kurz anblickten und Fragen und Komplimente kamen. Grundsätzlich empfand ich die Amerikaner als sehr sympathisch, tolerant und freundlich.“

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